Brandschutzerziehung in Haldem, um Ängste zu nehmen und Nachwuchs zu werben

Feuerwehrmänner gehen mit Atemschutz in die Grundschule

Mit Atemschutzgeräten suchten die Feuerwehrmänner das verräucherte Schulgebäude nach der vermissten Person ab. Die Kinder hatten sich bei dem Probealarm auf dem Schulhof eingefunden. - Fotos: Mühlke

Haldem - „Feuer, Feuer“, riefen aufgeregte Stimmen und die Alarmglocke schrillte laut durch das Haldemer Schulgebäude. Beunruhigt zwar, aber dennoch äußerst diszipliniert und in Zweier-Reihen aufgestellt, verließen die Schüler ihre Klassenräume und versammelten sich auf dem Schulhof. Im Nu kamen dort mehrere Einsatzfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr Stemwede mit Blaulicht und Martinshorn angefahren.

Es handelte sich glücklicherweise nicht um einen Ernstfall, sondern um eine Brandschutzerziehung der Löschgruppe Haldem. Ein vom Hausmeister verräucherter Kunstraum hatte für das Aufgebot gesorgt. Aus den Fenstern quoll dichter Rauch und eine Schreckensmeldung machte die Runde: „Vermisste Person im Gebäude.“ Einsatzleiter Torsten Fischer ließ einen Trupp unter Atemschutz den Raum nach der Vermissten durchsuchen – die dort deponierte Handpuppe wurde unversehrt und unter den neugierigen Blicken der rund 65 Schüler von den Rettungskräften geborgen.

Feuerwehrmann Axel Vordemfelde erklärte den neugierigen Schülern das Equipment des Löschfahrzeugs.

Brandschutzerziehung und –aufklärung seien wichtig, meinte Fischer. „Jedes Jahr kommen in Deutschland 400 Personen bei Bränden ums Leben und 6 000 werden verletzt – zehn Prozent davon sind Kinder“, machte der Hauptbrandmeister deutlich. Es komme vor allem darauf an, wie man den Schülern die Gefahren des Feuers näher bringt, erklärte Fischer.

„Wir wollen erreichen, dass die Kinder die Gefahren von Rauch und Feuer kennenlernen, aber gleichzeitig auch die Angst vor der Situation verlieren, um sich im Ernstfall richtig verhalten zu können.“ Zudem sollten Grundschüler in der Lage sein, einen Notruf absetzen zu können. Die Notrufnummer der Feuerwehr kannten unüberhörbar alle Montessori-Schüler: Bei einer Abfrage riefen sie „112“ laut im Chor.

Bei der Übung an der Montessori-Grundschule lernten die Kinder zudem die Aufgaben der Feuerwehr kennen. Auf dem Schulhof erklärten die Freiwilligen den Kindern die Löschfahrzeuge, präsentierten das Equipment und zeigten, wie Atemschutzgeräte und Rettungsschere funktionieren. Ganz uneigennützig sieht Haldems Jugendfeuerwehrwart Fischer den Einsatz allerdings nicht: „Es ist eine gute Möglichkeit der Nachwuchswerbung.“ - hm

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