Fest zum Ende der Europawoche für Menschlichkeit, Toleranz und Verständnis

Stemweder bauen Brücken

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Asylbewerber und Stemweder enthüllen das Gemälde am Wehdemer Life House.

Wehdem - Von Heidrun Mühlke. „Eine Gemeinde – viele Kulturen“ – unter diesem Motto haben Stemwedes Asylbewerber und Jugendliche während der Europawoche ein Wandgemälde an der Außenwand des Wehdemer Life House gestaltet. Am Sonntag enthüllte Bürgermeister Gerd Rybak mit vielen Helfern das Kunstwerk im Rahmen eines bunten Abschlussfestes auf dem Schulhof der Stemweder-Berg-Schule.

Destels Dekormaler Piet Meulenkamp hatte die jungen Künstler bei dem Gemälde professionell unterstützt. „Das Bild soll auf die verschiedenen Kulturen und auf die Flüchtlingsschicksale aufmerksam machen“, erklärt Meulenkamp das Bild am Jugendbistro. „Die Menschen aus aller Welt sind bunt zusammengewürfelt in einem grünen Stemwede eingetroffen“, so der Künstler.

„Wie Würfel aus einem dunklen Loch sind die Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan, Algerien, Guinea oder Eritrea nach Stemwede gekommen.“ Zurzeit würden 108 Flüchtlinge aus 23 Nationen in der Flächengemeinde leben, insgesamt sei Stemwede Heimat für Menschen aus 68 verschiedenen Ländern. Die Flaggen dieser Länder sind auf dem Wandgemälde zu sehen. Laut Meulenkamp soll in Kürze eine Informationstafel zu Flaggen und Einwohnerzahl in Stemwede folgen.

„Eine Gemeinde – viele Kulturen. Prägender als mit diesem Titel konnte man für die Veranstaltung nicht werben“, meinte Gerd Rybak. Idee und Anlass für das Fest gab die Europawoche, die unter dem Thema „Migration und Flüchtlinge“ stand. „Unsere Aufgabe ist es, sich um die Menschen, die Asyl begehren, vor Ort zu kümmern“, machte der Verwaltungschef deutlich. Das wolle man in Stemwede mit Menschlichkeit, Toleranz, Verständnis und Offenheit tun. Niemand könne das Leid nachempfinden.

Gerade darum gebühre den Mitgliedern der Gruppe „Helfen und helfen lassen“ großes Lob für ihren Einsatz: „Ihr organisiert, helft, vermittelt, hört zu und gebt Zuwendung. Ihr tragt ganz entschieden dazu bei, dass Menschen wieder Hoffnung gewinnen.“ Da es nie genug Hilfe gibt, ergriff Bürgermeister Rybak die Gelegenheit und appellierte an alle Stemweder der 13 Ortsteile, sich dem guten Beispiel anzuschließen. „Zeigen wir uns solidarisch und hilfsbereit. Betrachten Asylbewerber nicht nur als Gäste auf Zeit.“ Mit einer „Brücke in unsere Gesellschaft“ würden die Bürger dafür sorgen, dass Stemwede als Synonym für Zukunft und Wärme bei den Asylbewerbern in Erinnerung bleibe.

Für alle Festbesucher, die des Bürgermeisters deutsche Worte nicht verstanden, hatte er eine Ansprache auf Englisch vorbereitet: „As the mayor of Stemwede I take stand for hospitality, tolerance, freedom and humanity. I expect you to do the same!“

Um die Malereien der Öffentlichkeit vorzustellen, hatte Flüchtlingsbetreuerin Waltraud Holtkamp in Kooperation mit dem Verein für Jugend, Freizeit und Kultur (JFK) in Stemwede, dem Arbeitskreis Asyl und der Gruppe „Helfen und helfen lassen“ das bunte Fest für und mit den Asylbewerbern organisiert. Holtkamp hieß alle Gäste – deutsche und ausländische Mitbürger – dazu willkommen.

Die Besucher lernten in Wehdem aber nicht allein über das künstlerische Werk die verschiedenen Kulturen kennen, sondern auch auf dem kulinarischen Weg. Bei einem Büfett mit Spezialitäten aus Algerien und Nigeria, Serbien, Syrien und dem Iran kamen sich Besucher und Gastgeber schnell näher. Neben den kleinen Stände mit den landestypischen Snacks, backte die Gruppe „Helfen und Helfen lassen“ frische Waffeln und das Team des Deutschen Roten Kreuzes Stemwede bot Zuckerwatte an.

Außerdem bot der TuS Stemwede ein Fußballturnier an, bei dem Stemweder und Asylbewerber sportlichen Einsatz zeigten. Ebenso richtete der TuS ein Tischtennisturnier aus.

Die Gemeinde Stemwede, der Migrationsdienst des Diakonischen Werkes und der Verein für Verständigung und Integration waren mit Infoständen zum Thema Flucht und Asyl angereist. Die jüngsten Festbesucher vergnügten sich am Spielmobil des Life Houses.

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