Ewald und Gerda Hegerfeld feiern heute Eiserne Hochzeit / Große Familie hält zusammen

Vom Vorturner zum Ehemann

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Ewald und Gerda Hegerfeld feiern heute ihre Eiserne Hochzeit. Die Familie, zu der auch Lotta (drei Jahre, l.) und Tobbe (neun Monate, r.) sowie Hofhund „Morle“ gehören, steht für die Niedermehner im Vordergrund.

Niedermehnen - „Meinungsverschiedenheiten gehören im Leben dazu“, weiß Ewald Hegerfeld und seine Frau Gerda ergänzt: „Mal muss man nachgeben, mal sich durchsetzen.“ Mit diesem Motto haben sie es bis zur Eisernen Hochzeit geschafft. Denn am 8. September 1950 läuteten die Hochzeitsglocken in der Leverner Stiftskirche, wo Familie Hegerfeld aus Niedermehnen auch heute wieder zusammenkommen wird.

Der Glaube spielt für Gerda und Ewald Hegerfeld eine wichtige Rolle. So habe sie ihr Trauspruch ihr Leben lang begleitet, berichtet Gerda Hegerfeld und zitiert: „Ohne mich könnt ihr nichts tun“ (Johannes 15,1). Dieses Zitat hatte ihnen Pastor Heußler mit auf den Weg gegeben, bevor das Ehepaar mit der Kutsche von Levern nach Niedermehnen fuhr. Vor 65 Jahren feierten Hegerfelds im Garten, obwohl es am Nachmittag regnete. Heute wird Pfarrerin Katrin Berger auf das bewegte Leben der Niedermehner zurückblicken.

Gerda Hegerfeld erblickte am 30. April 1931 als jüngstes von sechs Kindern das Licht der Welt. Dem Hof, der von der Familie Bruhn aufgebaut wurde und auf dem sie aufgewachsen ist, ist sie bis heute treu geblieben. Nachdem sie in Wehdem die Hauswirtschaftsschule abgeschlossen hatte, unterstützte Gerda (geborene Südkamp) ihre Eltern.

Bereits zehn Jahre zuvor wurde Ewald Hegerfeld in Niedermehnen geboren. Er machte seine Ausbildung ebenfalls in Wehdem, auf der Landwirtschaftsschule. 1940 begann für ihn eine harte Zeit, als er zum Dienst für den Zweiten Weltkrieg eingezogen wurde. Bei einem Russland-Feldzug wurde er verwundet – „das war mein großes Glück“, weiß Hegerfeld aus heutiger Sicht. Denn dank seines Aufenthalts in einem Lazarett in Königsberg (heute Kaliningrad) überlebte er einen schweren Angriff, bei dem seine Kameraden starben. Bis 1947 war er dann in Jugoslawien und kehrte im September 1947 nach Niedermehnen zurück. „Wir waren wochenlang zu Fuß unterwegs“, erinnert sich der 94-Jährige an die Strapazen.

In Stemwede leitete Ewald Hegerfeld eine Turngruppe und lernte dort seine heutige Ehefrau kennen. Nach dem ersten Treffen im Winter 1947 dauerte es nicht lange, bis der Funke übersprang. Drei Jahre später standen Ewald und Gerda Hegerfeld dann vor dem Traualtar. Vier Töchter machten das Glück perfekt: Annegret, Karin, Gerlinde und Martina sind in Niedermehnen groß geworden und kommen auch heute noch oft nach Hause. Zur großen Familie gehören zudem 13 Enkel und zehn Urenkel.

Gerda und Ewald Hegerfeld sind nicht nur Eheleute – sie haben stets zusammen gearbeitet und sich um die Kinder gekümmert. Auf dem Hof werden sie inzwischen von Tochter Martina unterstützt. Neben ein paar Rindern gibt es dort Pferde – die große Leidenschaft von Vater und Tochter. Auch sonst sind die Senioren noch fit und unternehmen Radtouren.

abo

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