Interessierte Eltern rufen Stammtisch zusammen, um sich über geplante Gesamtschule zu informieren

Esch-Ahlsen feiert kleinen „Sieg“

Sie alle interessieren sich für die Gesamtschule in Wehdem und kamen nun zum ersten Elternstammtisch zusammen. Volker Esch-Ahlsen (hinten Mitte) erklärte den Eltern das Konzept. - Foto: Bokelmann

Stemwede - Für die Viertklässler steht nach den Sommerferien der Wechsel an die weiterführende Schule an. Dabei wissen viele Stemweder momentan nicht, an welcher Schule der Nachwuchs unterrichtet wird. Aufgrund der Verunsicherung trafen sich am Mittwoch rund 20 Eltern und Interessierte zum ersten Elternstammtisch im Life House. Dort berichtete Gründungsschulleiter Volker Esch-Ahlsen über die Entwicklungen.

Obwohl 38 Kinder auf der Liste der geplanten Gesamtschule stehen, ist ihre Schullaufbahn nicht sicher. Parallel sind sie auch an der Sekundarschule gemeldet, die Angaben von Schulamtsleiter Jörg Bartel zufolge 76 Anmeldungen verzeichnet. Doch die Zahlen können sich ändern, sobald die Bezirksregierung in Detmold ihr Einverständnis für die private Gesamtschule gibt. „Von den Sekundarschülern werden einige noch wechseln“, ist sich Esch-Ahlsen sicher. Kinder, die parallel angemeldet sind, werden nach der Genehmigung automatisch von der INI an der jeweiligen Sekundarschule abgemeldet.

„Nach kurzer Zeit haben wir ein sehr erfreuliches Ergebnis“, berichtet Esch-Ahlsen beim Infoabend. Der designierte Schulleiter vom privaten Träger, der INI in Lippstadt, freut sich über den von ihm bezeichneten „Sieg“. Mit den aktuellen Anmeldungen werde die Schule an den Start gehen, sobald die Genehmigung erteilt sei. Beantragt habe man zwar eine dreizügige Sekundarstufe I und eine zweizügige Oberstufe, aber auch mit weniger Schülern sei die Privatschule möglich – „wir stehen nicht unter Druck“, so Esch-Ahlsen.

Er kritisiert: „Die Bezirksregierung ist nicht amüsiert über unseren Vorstoß und äußert ihren Unmut durch Zeitverzögerung.“ So wird ihm zufolge derzeit das Personalkonzept der INI geprüft, nachdem bereits das Raumkonzept mehrere Wochen in Anspruch genommen hätte.

Melanie Gutt als Initiatorin des Elternstammtischs erklärt zu dessen Hintergrund: „Das Interesse an der Gesamtschule ist da, aber wir müssen deutlicher machen, dass wir uns kümmern.“ Mit der neuen Schule könne Stemwede vor dem Aussterben gerettet werden, meint die Mutter eines Sohnes, der im Sommer in die fünfte Klasse kommt. „Die Sekundarschule wird ab 2020 nicht mehr genug Schüler haben. Die private Gesamtschule ist aber nicht an Schülerzahlen gebunden und erhält damit die Infrastruktur“, so die Levernerin. Zudem habe man die Chance, Ideen einzubringen, ermuntert sie die Eltern.

Überzeugt von dem Konzept der Gesamtschule ist auch Christine von Eichel-Streiber. Als „die zukünftige Englischlehrerin Ihrer Kinder“ berichtet sie, dass sie sich für die Gesamtschule entschieden habe, obwohl diese noch in der Schwebe sei: „Ich freue mich auf die Schule, weil dort individuelle Begabungsförderung großgeschrieben wird.“ Sie vertraue der INI, entkräftet sie Ängste der Eltern, denn „eine Schule ist immer nur so gut wie ihre Lehrer“. Die Lehrer-Verträge laufen unter Vorbehalt der Genehmigung. „Aber wenn die Schule erstmal voll ist, brauchen wir 40 Lehrkräfte“, sagt Esch-Ahlsen und meint optimistisch: „Gesamtschulen sind derzeit der Renner.“

Melanie Gutt bedauert indes, dass es noch immer Vorurteile gegenüber der Gesamtschule gebe. Bei vielen sei nicht angekommen, dass die INI kein Schulgeld erhebt. Doch das größte Problem laut Gutt ist, dass alle auf den Bescheid der Bezirksregierung warten.

Der Elternstammtisch, der bei der Premiere rund zwei Stunden dauerte, soll künftig einmal im Monat einberufen werden. Das nächste Treffen ist am Mittwoch, 13. April. Um 19.30 Uhr geht es im Life House los. Auch Vertreter der INI sind wieder eingeladen, „denn nur so kommen wir an die Infos“, so Gutt. - abo

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