INI erwartet Genehmigung bis April / Eltern können Interesse bekunden

Planungen unter Vorbehalt

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Sonja Böhmer und Thomas Assmann von der INI blicken der geplanten Gesamtschulgründung zuversichtlich entgegen.

Stemwede - Von Melanie Russ. „Wir sind immer noch eine Truppe von Überzeugungstätern“, sagt Sonja Böhmer, zweite Vorstandsvorsitzende des Vereins INI. Die Leidenschaft für die Sache erklärt wohl auch, warum der Träger der in Stemwede geplanten Gesamtschule so zuversichtlich ist, sein ambitioniertes, weil zeitlich eng gestricktes Ziel zu erreichen. Die Gesamtschule soll im Sommer 2016 an den Start gehen, mit einer Genehmigung durch die Bezirksregierung Detmold rechnet Thomas Assmann, Leiter des Geschäftsfelds Bildung bei der INI, aber erst im März oder April. Bis dahin wird – immer unter Vorbehalt – weiter geplant.

Wegen der Auseinandersetzungen zwischen Verwaltung und Bezirksregierung hatte Assmann sich schon mit einem Schulstart erst 2017 abgefunden, doch die Stemweder Verwaltung machte Tempo, will unbedingt 2016 starten. Also legte sich auch die INI ins Zeug und reichte den Genehmigungsantrag Ende Oktober bei der Detmolder Behörde ein. Die meisten fehlenden Unterlagen (Lebenslauf des INI-Vorsitzenden, Führungszeugnis von Assmann und ähnliches) wurden bereits nachgereicht.

Auch die Kooperation zwischen Gemeinde Stemwede und INI soll noch in diesem Jahr vertraglich festgezurrt werden. Stimmt der Rat den Entwürfen zum Mietoptionsvertrag und zum Vertrag auf Gegenseitigkeit am 16. Dezember zu, wollen die INI-Vertreter noch in derselben Woche die Unterschriften leisten und den Mietvertrag umgehend an die Bezirksregierung schicken. Spätestens in der dritten Januarwoche sollen die Arbeitsverträge mit den ersten sechs bis sieben Lehrern unterschrieben werden.

Von der Bezirksregierung hätte sich Assmann etwas mehr Unterstützung erhofft. „Es ist nicht so, dass uns die Bezirksregierung mit offenen Armen empfangen hat“, sagt der INI-Vertreter gestern im Rahmen eines Pressegesprächs. Das Vorhaben werde „sachlich, fachlich“ abgewickelt. Sein Angebot, die Antragsunterlagen persönlich abzugeben und sich und die INI vorzustellen, habe die Behörde abgelehnt. „Die Bezirksregierung hat auch einen Beratungsauftrag. Wir hätten uns Beratungsgespräche gewünscht“, so Assmann. Neu ist dieses Verhalten für die INI nicht. Auch die Bezirksregierung Arnsberg habe bei der Gründung der Gesamtschule in Bad Sassendorf zunächst zurückhaltend agiert, inzwischen arbeite man gut zusammen.

So hat die Arnsberger Behörde dabei geholfen, einen entsprechend ausgebildeten Lehrer für die 16 Inklusionsschüler in Bad Sassendorf zu finden. Assmann: „Das Problem ist, es gibt nicht genügend Förderlehrer.“ Die Bezirksregierung habe eine entsprechende Lehrkraft abgeordnet, unter deren „Fittichen“ sich derzeit ein weiterer Lehrer weiterbilde.

Während man auf die Entscheidung der Bezirksregierung Detmold wartet, will die INI gemeinsam mit den Eltern künftiger Schüler am Bildungskonzept arbeiten. „Wir haben von Anfang an viel Wert auf die Kooperation mit den Eltern gelegt. Letztendlich sind sie ja diejenigen, die ihre Kinder am besten kennen“, unterstreicht Sonja Böhmer. Das Grundgerüst des Konzepts steht bereits, die Eltern können im nächsten Jahr Ideen und Wünsche einbringen.

Die Eltern der Grundschüler sollen – einen entsprechenden Ratsbeschluss vorausgesetzt – noch in diesem Jahr Anmeldebögen erhalten, im Januar will die INI zu Infoabenden in jeder der drei Grundschulen einladen. Mehr als eine Interessenbekundung seitens der Eltern ist allerdings nicht möglich, solange die Genehmigung der Bezirksregierung nicht vorliegt.

Assmann und Böhmer sind überzeugt, das eine Gesamtschule in Stemwede attraktiv sein wird. Zuversichtlich stimmen sie die Erfahrungen aus Bad Sassendorf, wo für das zweite Jahr etwa 180 Anfragen für die Sekundarstufe I vorlagen. 100 Schüler (vier Klassen) wurden aufgenommen. In der Sekundarstufe II konnte eine neue Klasse gebildet werden. Damit wächst die Gesamtschülerzahl auf 280. Aber nicht nur die Zahlen sehen Assmann und Böhmer als Bestätigung. „Die Schüler bestätigen uns, dass wir den richtigen Weg gehen“, so Böhmer.

Kernpunkte

der Verträge

Der Mietoptionsvertrag zwischen Gemeinde Stemwede und INI sieht eine Laufzeit von zunächst 30 Jahren vor. Der Mietzins ist mit 5,75 Euro pro Quadratmeter festgelegt, hinzu kommt eine pauschale Abgeltung der Betriebskosten mit 37 Euro pro Quadratmeter. Laut Verwaltung entspricht das dem vom Land anerkannten Satz. Die Räumlichkeiten sollen nach und nach, ausgehend von der jeweiligen Klassenzahl an die INI vermietet werden. Sollte die Bezirksregierung Detmold die INI-Gesamtschule nicht genehmigen oder sich herausstellen, dass der Ratsbeschluss vom 24. Juni doch rechtswidrig ist, ist die Gemeinde ebenso wenig an diesen Vertrag gebunden wie an den Vertrag auf Gegenseitigkeit.

Darin verpflichtet sich die INI „zum Betrieb der Gesamtschule mindestens in Form der Zweizügigkeit“, zur Aufnahme aller aufnahmewilligen Stemweder Schüler, „sofern in den betreffenen Jahrgängen ein Schulbetrieb angeboten wird und die Zügigkeit dies erlaubt“ und zur Beteiligung von Eltern und Schülern am Gestaltungsprozess.

Im Gegenzug verpflichtet sich die Gemeinde Stemwede zur Bereitstellung der Räumlichkeiten und zur Übernahme des Eigenanteils des Trägers im Rahmen der Ersatzschulfinanzierung in gewissem Rahmen. Die Gemeinde übernimmt auch die nicht vom Land refinanzierten Kosten bis zu einer Obergrenze von jährlich 156000 Euro im Vollbetrieb und jährlich bis zu 25000 Euro trägerbezogener Verwaltungskosten. Für die Phase vor Inbetriebnahme der Schule erstattet die Gemeinde bis zu 55000 Euro.

Außerdem ist die Einrichtung eines Beirates mit INI- und Verwaltungsvertretern geplant. In ihm sollen alle Fragen der Kooperation besprochen. Insbesondere wird dort auch geklärt, wie mit eventuellen Anmeldeüberhängen umgegangen wird.

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