Erste Heimathaus-Ausstellung widmet sich dem TuS Germania Wehdem

Torwart trägt Hose aus Kriegsgefangenschaft

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Magdalene Wolff (l.) und Sophie Kohlwes spielten im Jahr 1948 gemeinsam Handball. Fotos erinnerten sie gesten an diese Zeit.

Wehdem - Von Katharina Schmidt. Alte Trikots, abgewetzte Bälle, Mannschaftsfotos in Schwarz-Weiß und vergilbte Turnerpässe: Besucher des Heimathauses Wehdem stöberten gestern bei der ersten Ausstellung in diesem Jahr durch Erinnerungsstücke aus der Zeit des Turn- und Sportvereins (TuS) Germania Wehdem von 1920. Einige waren damals selbst Mitglied des Vereins, der sich 1974 mit den Sportlern aus Haldem-Arrenkamp zum TuS Stemwede zusammengeschlossen hat.

So auch Arnold Haller, der zusammen mit Günter Tellke, Siegward Siebe und Gerdfried Rosenbaum sechs Wochen lang nach Bildern und Dokumenten für die Ausstellung gesucht hatte. „Nicht die Vorsitzenden und Macher des Vereins standen im Mittelpunkt der Betrachtung, sondern einzelne Mannschaften, Gruppen, Personen und die erfolgreichsten Spieler“, verdeutlichte Haller.

Durch die Suche habe die Arbeitsgruppe viele Geschichten erfahren. „So spielte Friedhelm Högemeier als Torwart der Meistermannschaft aus dem Jahr 1958 lange Jahre in einer Sporthose, die Karl Wise 1954 aus seiner Kriegsgefangenenschaft in Sibirien mitgebracht hatte“, schilderte Haller. „Sie wärmte so schön im Winter“, erinnert sich Friedhelm Högemeier noch heute an diese Hose.

Besondere Beachtung fanden bei der Ausstellung der einstige Schlagballspieler Willi Koslowski, der mit seinen wuchtigen Schlägen den Ball über das ganze Sportgelände gejagt haben soll, und Karl Friedrich Wessel. Wessel spielte nach seiner Anfangszeit beim TuS Germania bei Werder Bremen und dem VfL Osnabrück. Viel Platz räumten die Organisatoren der Ausstellung außerdem der Jugendmannschaft von 1967/68 unter Trainer Arnold Wellmann ein. Sie war damals laut Haller das Aushängeschild des Vereins.

Persönlich eingeladen hatte der Arbeitskreis die Spielerinnern der Damen-Handballmannschaft aus dem Jahr 1948. Fünf Spielerinnen, die jetzt im Alter von 85 bis 90 Jahren sind, leben noch heute in Wehdem und Westrup. Eine von ihnen ist Sophie Kohlwes, geborene Thiesing. „Ich war die Jüngste in der Mannschaft“, erinnerte sie sich. Mit 15 oder 16 Jahren habe sie mit dem Handballspielen angefangen. Besonders in Erinnerung geblieben ist ihr ein Spiel bei „brütender Hitze“ auf einem Sandplatz in Oppenwehe. „Wir hatten alle Blasen unter den Füßen“, erzählte sie.

Schmerzen konnten damals auch Stollenschuhe bereiten: „Wenn man nicht aufpasste, lief man auf Nägeln. Dann hatte man Blut im Schuh“, erinnerte sich Haller an genagelte Stollen. Dass es kurz nach dem zweiten Weltkrieg in Wehdem keine Umkleidekabinen gab, rief Fritz Möller ins Gedächtnis. Der Heimathaus-Betreuer hat ebenfalls Fußball gespielt. Die Mannschaften hätten sich in einem Schuppen, in dem Ackerwagen untergebracht waren, umgezogen. Weitere nette Anekdote: Für ein Spiel fuhr ein Wehdemer einmal mit Fahrrad von Barnstorf nach Wehdem und zurück.

Parallel zur Ausstellung lief eine 45-minütige Diashow im Heimathaus. Die Bilder zeigten, mit welcher Wucht damals gespielt wurde. Bei dieser Präsentation haben Klaus Dieter Griepenstroh, Gerd Bick und Holger Brehme ganze Arbeit geleistet, lobte Haller. Er bedankte sich bei allen Helfern und dem Heimathaus-Team.

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