Rat erhöht Hundesteuer / Lange, Lückermann und Hermann keine Notwendigkeit

18 Euro mehr pro Jahr vertretbar

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Hundebesitzer in Stemwede müssen für ihre Lieblinge im nächsten Jahr höhere Steuern zahlen.

Stemwede - Ein „zu großer Schluck aus der Pulle“ ist die vom Stemweder Rat beschlossene Erhöhung der Hundesteuer (wir berichteten) aus Sicht von Friedrich Lange (FDP). 54 statt bisher 36 Euro müssen die Stemweder künftig für ihren Hund hinblättern. Bei zwei Hunden erhöht sich der Betrag von 42 auf 60 Euro je Hund, ab drei Hunden werden künftig 66 Euro (bisher 48 Euro) je Vierbeiner fällig.

Kämmerin Astrid Lanfer hatte den Änderungsentwurf vorgelegt, weil die bestehende Satzung aus dem Jahr 1993 nicht mehr den rechtlichen Anforderungen entspricht. Unter anderem sei die Zwingersteuer, bei der etwa für mehrere Hunde eines Züchter eine Pauschale erhoben wird, zu willkürlich. Zuletzt wurde die Hundesteuersatzung 2002 im Rahmen der Euroumstellung angepasst. Den neuen Steuersatz bewertet Lanfer mit Blick auf die umliegenden Kommunen als angemessen. Stemwede befinde sich im unteren Bereich, viele Kommunen verlangten über 60 Euro, Minden sogar 90 Euro, Bad Oeynhausen 75 Euro.

FWG-Fraktionschef Jürgen Lückermann konnte nicht recht nachvollziehen, warum eine rechtliche Anpassung der Satzung auch eine Steuererhöhung umfassen muss. Auch aus seiner Sicht ist der Sprung von 36 auf 54 Euro erheblich. Stemwede sei eine sehr ländliche Gegend, im Außenbereich besäßen viele Schutzhunde, für die es in der Satzung keine Befreiung gebe.

Auch Andrea Herrmann (Grüne) kritisierte die Erhöhung. Städte hätten durch Hunde höhere Aufwendungen, die Stemweder Verwaltung aber nicht. Trotzdem kassiere sie das Geld.

Die Deckung der Aufwendungen sei nur ein Aspekt, es gehe auch darum, die Zahl der Hunde zu steuern, verteidigte Lanfer ihren Entwurf. In den Tierheimen gebe es schließlich schon genug Vierbeiner. Bald vermutlich noch mehr, befürchtete Lange, dass manch ein Besitzer seinen Hund wegen der höheren Kosten abgibt.

Michael Baude (CDU), selbst Hundebesitzer, glaubt das nicht. Allein für Futter zahle er 50 Euro im Monat. „Niemand gibt seinen Hund wegen 18 Euro mehr im Jahr weg“, ist er überzeugt. Wenn man bedenke, dass es die erste Erhöhung seit 1993 ist – 2002 wurde der Betrag nur in Euro umgerechnet und gerundet –, sei es eine moderate Erhöhung. Das sah auch die Mehrheit des Rates so, die den Satzungsentwurf bei drei Gegenstimmen und einer Enthaltung abnickte.

mer

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