Eindrucksvoller Monolog aus Sicht des Opfers für die Zehntklässler

„Harter Tobak“

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Reinhard Gesse beschreibt eindrucksvoll die Kindheit eines missbrauchten Jungen.

Wehdem - Von Heidrun Mühlke. „Ich werde es sagen“ ist ein eindrucksvoller Monolog, der gestern in der Wehdemer Begegnungsstätte Zehntklässler der Stemweder-Berg-Schule wohl eher sprachlos gemacht hat. Die dargestellte innere Verzweiflung eines missbrauchten Jungen, dessen Willen von einem Erwachsenen verstört wird, macht bestürzt und wütend zugleich.

In einem eindrucksvollen Monolog aus Sicht des Opfers beschrieb Reinhard Gesse, Geschäftsführer der Theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück, wie ein Täter die emotionalen Grenzen, die Wahrnehmung und den Willen eines Kindes bricht.

Nach dem gleichnamigen Roman „Ich werde es sagen“ von Kristian Ditlev Jensen zeigt das Stück, wie ein Täter das Vertrauen eines Jungen gewinnt und es für seine Zwecke missbraucht. „Gustav war 30 – ich war neun! Gustav ging mit mir ins Kino, aß mit mir Wachteln, Oliven und Erdbeereis. Es war wie im Schlaraffenland. Aber er wollte, dass wir nackt nebeneinander im Bett liegen.“ Gesse berichtet emotional über die Kindheit eines Jungen, der jahrelang von einem erwachsenen Mann missbraucht wird. Gustav hatte das Kind gefügig gemacht und es immer mehr verunsichert, um seine sexuelle Befriedigung erfüllt zu bekommen. Gesse beschreibt eindrucksvoll die schmerzvollen Demütigungen und die Verzweiflung darüber, von der eigenen Familie allein gelassen zu sein, sowie die psychische Abhängigkeit zum pädosexuellen Täter.

, sagt Edda Graue, Lehrerin an der Stemweder-Berg-Schule. Sexueller Missbrauch sei nach wie vor ein hochsensibles Tabuthema. Nach dem Ende des gut 75-minütigen Stücks und einer kleinen Pause konnten die Schüler den Stoff in kleinen Gruppen professionell nacharbeiten. Dabei standen ihnen Astrid Kramer von Wildwasser Minden, eine Beratungsstelle für Mädchen und Frauen, die sich von sexueller Gewalt bedroht fühlen, und Markus Wojahn von Mannigfaltig Minden-Lübbecke, einer Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt an Jungen und jungen Männern, zur Seite.

Die Stemweder-Berg-Schule war eine von drei Schulen im Geschäftsgebiet der Sparkasse Minden-Lübbecke, deren Schüler das Stück sehen konnten. Die Stiftung der Sparkasse zur Förderung von Kunst und Kultur hat die Aufführung des autobiografischen Einmann-Stücks finanziert. Im Vorfeld war eine Fortbildung für Lehrkräfte zu dem Thema veranstaltet worden.

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