Eigenständigkeit für die nächsten vier Schuljahre wohl gesichert

Klares Signal für drei Grundschulstandorte

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Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat (links) und Schulamtsleiter Jörg Bartel blicken zuversichtlich auf die Schülerzahlen der nächsten vier Jahre.

Stemwede - Von Melanie Russ. Stemwedes Bürgermeister Kai Abruszat und sein Schulamtsleiter Jörg Bartel werden in den kommenden Wochen noch einige Überzeugungsarbeit leisten müssen, damit die Bezirksregierung Detmold dem Wunsch der Gemeinde nach Zulassung einer privaten Gesamtschule und dem damit verbundenen Auslaufen der staatlichen Sekundarschule zustimmt. Die weiterführende Schule ist allerdings nicht das einzige Sorgenkind. Auch die drei Grundschulen haben mit rückläufigen Schülerzahlen zu kämpfen. Zumindest für die nächsten vier Jahre scheint ihre Eigenständigkeit aber gesichert zu sein. Entsprechende Zahlen stellten Abruszat und Bartel gestern vor.

92 Schüler muss eine Grundschule nach jetziger Rechtslage aufweisen, um als eigenständiger Standort geführt werden zu können. Insbesondere die Einrichtung in Oppenwehe stand nach bisherigen Prognosen auf der Kippe. Dass die Situation nun etwas besser aussieht, ist dem Wahlverhalten der Wehdemer und Westruper zu verdanken. Bislang schickten sie ihre Kinder in der Mehrheit in die Haldemer Montessori Grundschule, für das kommende Schuljahr wurden laut Bartel allerdings mehr als die Hälfte der Einschulungskinder in Oppenwehe angemeldet.

Aufgrund dieser Entwicklung und der aktuellen Geburtenzahlen ist die Verwaltung sicher, alle drei Standorte mindestens für vier weitere Jahre halten zu können. Für das Schuljahr 2016/17 rechnet Bartel an der Grundschule Oppenwehe mit 107 Schülern, 2017/18 mit 102, 2018/19 mit 102 und 2019/20 mit 98 Schülern. Ähnlich sieht es an der Grundschule Levern aus mit 116 Schülern für 2016/17, 108 für 2017/18, 98 für 2018/19 und 93 für 2019/20. Spätestens danach wird man erneut über die beiden Standorte reden müssen. Die Grundschule in Haldem liegt trotz rückläufiger Zahlen langfristig deutlich über den geforderten 92 Schülern.

Auch eine Arbeitsgruppe aus Eltern und Schulleitungen hat sich mit der Grundschulsituation befasst und ist zu dem Schluss gekommen, dass größere Standorte in vielen Bereichen zwar eine bessere Qualität vermuten ließen, die Argumente aber nicht so gewichtig seien, dass die Zahl der Grundschulstandorte derzeit verringert werden müsste.

Bartel weist in der Vorlage für die Sitzung des Ausschusses für Bildung, Generationen, Sport und Kultur am 9. Dezember aber auch darauf hin, dass die Schülerzahlen in Oppenwehe und Levern sehr dicht an der Mindestschülerzahl für einen eigenständigen Standort liegen. „Außerdem hat sich gerade in diesem Jahr gezeigt, dass das Wahlverhalten der Eltern aus dem ehemaligen Schuleinzugsbereich Westrup einen wesentlichen Einfluss hat und nicht prognostiziert werden kann.“

Trotz eines kleinen Rests an Unsicherheit setzen Bartel und Abruszat ein klares Signal, dass der Erhalt aller drei Standorte in den nächsten vier Jahren möglich und politisch gewollt ist. Der Bürgermeister hebt in diesem Zusammenhang das unterschiedliche Profil der drei Grundschulen hervor, das den Eltern eine gute Wahlmöglichkeit biete.

„Schule braucht Klarheit und Ruhe für eine gute pädagogische Arbeit“, sagt Abruszat. Und: „Eltern müssen Planungssicherheit haben, damit sie ihre Kinder auf Stemweder Gebiet anmelden.“ Das erhöhe zugleich die Wahrscheinlichkeit, dass diese Kinder auch die weiterführende Schule in Stemwede besuchen.

Ihr Bekenntnis zu drei Standorten, das laut Abruszat mit den Fraktionsvorsitzenden abgestimmt ist, legt die Verwaltung ganz bewusst zu diesem Zeitpunkt ab. Wenige Tage vor einem Gespräch mit der Bezirksregierung über die Gesamtschule möchte sie ein klares Signal nach Detmold senden, „dass wir im Primarbereich gut aufgestellt sind“, so Abruszat. Ohne diese „Baustelle“ könne man sich nun ganz auf die weiterführende Schule konzentrieren.

Auch mit Blick auf die weitere Zukunft ist Abruszat zuversichtlich. Heute wisse niemand, welche Anforderungen in einigen Jahren an Grundschulen gestellt würden. Er erwartet, dass die aktuelle Richtzahl von 92 Schülern nach der Landtagswahl 2017 gesenkt wird. „Das wird im Wahlkampf eine wichtige Rolle spielen.“

Ebenfalls noch nicht abschätzbar ist die Zahl der Flüchtlingskinder, die in den nächsten Jahren in Stemwede zur Schule gehen werden. Ihre Zahl ist noch nicht in die von Bartel und Abruszat vorgelegte Bilanz eingerechnet.

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