Ehepaar Südmeyer feiert heute Goldhochzeit

Eine Liebe wie aus dem Drehbuch

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Ewald und Brigitte Südmeyer wünschen sich zu ihrer heutigen Goldhochzeit noch viele gemeinsame Jahre.

Levern - Vertrauen, Ehrlichkeit und füreinander da sein – das ist Ewald und Brigitte Südmeyer wichtig. Das Leverner Paar feiert heute goldene Hochzeit. „Alle eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch“, steht in der Bibel (Petrus 5,7). Ihr Trauspruch hat die Südmeyers in den vergangenen 50 Ehejahren begleitet „und wird es hoffentlich noch lange tun“, wünscht sich Brigitte Südmeyer noch viele Jahre mit ihrem an Arthrose erkrankten Mann.

Das Leben hat es dem Paar nicht leicht gemacht: „Wir sind Kriegskinder“, unterstreicht die 74-Jährige Südmeyer (geborene Reisgies). Sie wurde in Memel (Ostpreußen) geboren, lebte einige Jahre im heutigen Litauen und wurde zusammen mit ihrer Mutter nach Sibirien verschleppt. An den Hunger, die Kälte und schwere Arbeit erinnert sie sich bis heute und hat auch immer wieder Albträume.

„Das Schicksal der Flüchtlinge geht mir sehr nahe“, berichtet Brigitte Südmeyer. Als sie schließlich 1960 nach Deutschland kam, war ihr bei der Reichsbahn tätige Vater verstorben. „Ich hatte mich so auf ein Wiedersehen gefreut“, bedauert sie. Denn die Familie ist für Südmeyer ein wichtiger Halt. Nachdem sie Ewald Südmeyer beim Tanz in Bad Lippspringe kennengelernt hatte, wusste sie, dass es für immer sein soll. „Mit unserer Geschichte könnten wir einen Film drehen“, meint die Jubilarin, „denn es hat sofort gefunkt“.

Jede Woche hat der heute 87-jährige Ewald Südmeyer aus Levern seine Freundin in Paderborn besucht. Der gelernte Schmiedemeister hatte sich nach seiner Soldatenzeit auf dem elterlichen Hof in Levern selbstständig gemacht. Doch als die Nachfrage sank, entschloss er sich, als Lehrmeister zu arbeiten.

Nachdem das Paar sein Elternhaus, das im Zweiten Weltkrieg niedergebrannt war, umgebaut hatte, läuteten schließlich am 30. April 1965 die Hochzeitsglocken. Im gleichen Jahr kamen die Zwillinge Wolfgang und Manfred zur Welt. „Ich hatte viel Arbeit“, erinnert sich Brigitte Südmeyer, denn die Jungen kamen als Frühgeburten. 1971 folgte Sohn Thomas. Erst später arbeitete Brigitte Südmeyer in der ehemaligen Molkerei in Levern, direkt gegenüber ihres Wohnhauses.

Während Sohn Manfred mit seiner Frau und zwei Kindern, ebenso wie Wolfgang in Levern wohnt, ist Thomas mit seiner Frau in Zürich. Heute kommen alle zum Feiern, bevor morgen ein Gottesdienst mit Pastor Thomas Horst und eine Feier folgen. Als Gratulanten werden nicht nur die Nachbarn erwartet, sondern auch die Mitglieder zahlreicher Vereine, in denen Südmeyers aktiv sind. So war Ewald Südmeyer lange Jahre in der Feuerwehr und dem Schützenverein. 25 Jahre lang hat er als Presbyter seine Arbeit im Dienst der Kirche verrichtet und auch den Sozialverband und die Reha-Sportgemeinschaft kennen das Paar gut.

Für Brigitte Südmeyer bedeutet es Entspannung, wenn sie am Laptop sitzt und Musik hört. „Ich koche auch gern“, so die 74-Jährige, die sich mit Sohn Wolfgang um die Pflege ihres Mannes kümmert.

abo

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