Drohner Brenner-Ey und Lemförder Orchideenzucht kooperieren: Traubenlikör

Ein regionaler Werbeträger

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Gerhard Ey, Katharina Wilden und Dr. Peter Reuter (v.l.) freuen sich über die hochprozentige Gemeinschaftsproduktion.

Drohne/Lemförde - Von Heidrun Mühlke. Gerhard Ey hat sich in seiner Drohner Edelbrennerei auf regionale hochprozentige Tropfen spezialisiert. Den Blick auf die Brennerei haben auch Katharina Wilden und Dr. Peter Reuter aus der Lemförder Orchideenzucht aus dem benachbarten Niedersachsen gerichtet. Nicht etwa, dass die Orchideen zu Hochprozentigem verarbeitet werden – das Augenmerk liegt auf den hauseigenen Brüsseler Trauben, die in im Gewächshaus reifen.

Die Brüsseler Trauben „Royal“ tragen besonders große und schmackhafte Früchte. Bis vor einigen Jahren waren solche Trauben auf der ganzen Welt beispiellos. In kostbares Seidenpapier eingewickelt verwöhnten die dicken, süßen Trauben damals die Gaumen der Passagiere auf den Ozeanriesen. „Schon von jeher war der Genuss dieser Tafeltraube einem besonderen Klientel vorbehalten“, weiß Reuter. 2001 hat er die Rebstöcke nach Lemförde gebracht und sie im Gewächshaus zu prächtigen Pflanzen gezogen.

Mit den Trauben im Gewächshaus, wuchs bei Reuter die Idee, einen Traubenbrand zu produzieren. „Um in der Brennerei ein solches Produkt in Auftrag zu geben, reichte leider die Erntemenge nicht aus“, sagt Reuter. Darum habe man sich für die Produktion von Traubenlikör entschieden. Diesen Entschluss haben alle Beteiligten nicht bereut.

Nach der ersten Verköstigung des edlen Getränks zeigten sich Weinbauer und Brennmeister begeistert von der Qualität und dem feinen Geschmack. Entstanden ist eine intensiv duftende Likörkomposition. „Wir haben die Produktion ‚Traube No. 14‘ getauft, weil sie im Haus 14 der Orchideenzucht wächst“, erklärt Reuter die Etikettierung.

Es muss „bestes Material“ angeliefert werden, „sonst kann der beste Brennmeister nichts Besonderes rausholen“, erklärt Gerhard Ey. Faule Stellen im Obst seien ein K.O.-Kriterium und grundsätzlich werde das Obst ohne Stiele, Blätter und Steine verarbeitet. Beim Traubenlikör gibt es allerdings eine Ausnahme. Die süßen vollreifen Früchte lagern rund ein halbes Jahr im Alkohol. Anfang November von Hand geerntet und handverlesen, lagerten sie in großen Fässern. Jetzt filterte Ey die Fruchtanteile heraus. Entstanden sind rund 170 Liter Likör mit 25 Prozent Alkoholgehalt.

Doch damit nicht genug: Auch das „Abfallprodukt“ der alkoholisierten Trauben findet bei Ey Verwendung in einer Mousse aus den beschwipsten Früchten. „Köstlich über Eis zum Dessert“, schwärmt Ey. In kleinen Mengen als Brötchenaufstrich zum Frühstück sei der zwölf-prozentige Fruchtbrei aber auch empfehlenswert.

Der Traubenlikör erweitert die Produktpalette heimischer Erzeugnis und ist ein sympathischer Werbeträger für die Region. Im Supermarkt wird man die Spezialität vergeblich suchen: Zu kaufen gibt es die ganz besondere regionale Likörspezialität aus den Brüsseler Trauben in der Lemförder Orchideenzucht und in der Brenner-Ey in Drohne.

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