Stemweder zu Geldstrafe verurteilt

Drogen als Schmerzmittel

Rahden - Ein 69-jähriger Stemweder musste sich vor dem Amtsgericht Rahden verantworten, weil er mehrmals unter dem Einfluss von Drogen Auto gefahren sein soll. Der Rentner gestand die Fahrten, rechtfertigte sein Handeln aber hartnäckig.

„Ich kiffe nicht, weil ich Spaß haben will“, betonte er. Vielmehr linderten die Drogen seine chronischen Schmerzen infolge einer Arthrose-Erkrankung. Vor einer Verurteilung bewahrte ihn diese Erklärung nicht.

Drei Fahrten nach dem Konsum berauschender Mittel warf die Staatsanwaltschaft dem Stemweder vor. Das erste Mal wurde er im April am Alten Postweg von der Polizei aus dem Verkehr gezogen. Damals hatte er laut Anklage nicht nur Drogen im Blut, sondern auch im Auto. Die Ordnungshüter nahmen ihm den Führerschein sofort ab. Trotzdem wurde der Angeklagte in den folgenden zwei Monaten zwei weitere Male unter Drogeneinfluss am Steuer erwischt.

Der 69-Jährige meinte, er müsse seine Schmerzen unterdrücken, um seine kranke Frau pflegen zu können. Dass er nach dem Verlust seines Führerscheins nicht mehr fahren darf, habe er nicht gewusst, behauptete er. Die Beamten hätten dies nicht ausdrücklich erwähnt. Er habe zudem gedacht, im Falle eines Fahrverbots würde er schriftlich informiert, so der Angeklagte. Mittlerweile nehme er keine Drogen mehr, weil er seinen Führerschein wiederhaben wolle.

Das könne noch eine Weile dauern, merkte die Staatsanwältin an. „Wenn man keinen Führerschein mehr hat, dann ist es doch klar, dass man kein Fahrzeug mehr fahren kann“, warf sie dem Angeklagten vor. Sie forderte eine Geldstrafe von 100 Tagessätzen à 20 Euro sowie eine Führerschein-Sperrfrist von zwölf Monaten. Der Angeklagte reagierte schockiert. „100 Tagessätze sind zu viel, viel zu viel“, klagte er. Zum Schluss gestand er sich ein, einen Fehler gemacht zu haben.

Richterin Schürhoff verurteile ihn zu der zwölfmonatigen Führerschein-Sperrfrist sowie zu 90 Tagessätzen zu je 20 Euro. Sie berücksichtigte, dass er mit fast 70 Jahren nicht vorbestraft ist und die Drogen zur Schmerzlinderung genommen hat. Nichtsdestotrotz habe er eine Straftat begangen.

ks

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