Dominic Greger will „Die Partei“ bekannter machen

Ein „politischer Laie“ hofft auf Wählerstimmen

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Dominic Greger tritt als Bürgermeisterkandidat für Stemwede an – mit skurrilen Vorschlägen und Ideen.

Stemwede - Von vielen wird er belächelt, seine Ziele werden nicht ernst genommen. Doch Dominic Greger ist es ernst: Der 34-jährige Oppenweher möchte Nachfolger von Gerd Rybak werden und tritt gegen Uwe Wortmann, Kandidat von SPD und Grünen, sowie Kai Abruszat, der von CDU und FDP ins Rennen geschickt wurde, an.

Greger kandidiert für „Die Partei“, eine Satire-Partei des Titanic-Magazins. Deren Kreisverband für Minden-Lübbecke gründete sich vor anderthalb Jahren, um bei der Landratswahl anzutreten. Das sei aber zu kurzfristig gewesen, blickt Greger zurück. Doch die Idee, in der Region etwas zu bewegen, war geboren, und so entschlossen sich die acht aktiven Mitglieder zu Beginn des Jahres, sich bei der Bürgermeisterwahl in Stemwede einzubringen. Greger ist eigenen Angaben zufolge in „Die Partei“ eingetreten, weil „die tolle und lustige Aktionen machen“.

Er bezeichnet sich als „politischen Laien“. „Mein Werdegang beginnt jetzt erst“, so Greger, der als einen Grund für den Schritt in den Wahlkampf den Willen angibt, „den anderen Parteien vor den Koffer scheißen zu wollen“. Die Bürger sollen ihm zufolge erkennen, dass es auch andere Möglichkeiten als die bekannten Parteien im Rat gebe. Weil „Die Partei“ nicht in diesem vertreten ist, musste Greger auch mindestens 160 Unterschriften bei der Wahlleitung vorlegen, um seinen Hut in den Ring zu werfen.

Greger ist wichtig, dass es einen Bürgermeister aus Stemwede für Stemwede gebe. Mit 171 Unterschriften sorgte er am Montag für Erstaunen im Rathaus. Immerhin war es knapp und seine Kandidatur bis zuletzt unsicher. Zwar war dem Wahlausschuss bekannt, dass Greger Ambitionen für den Wahlkampf hegte, doch mit dem finalen Schritt hatten sie wohl nicht gerechnet, berichtet Greger.

„Jeder kann Bürgermeister werden“, erklärt auf Nachfrage unserer Zeitung Bürgermeister Gerd Rybak. Zu den Kandidaten selbst äußert er sich nicht. Durch den weiteren Kandidaten könnten nun Mehrkosten auf die Gemeindeverwaltung zukommen. Immerhin steige die Chance auf eine Stichwahl und für diese erhalten die Wahlhelfer einen zusätzlichen Beitrag.

Auf den Hinweis, dass seine Ziele – ein U-Bahn-Netz für Stemwede, ein Flughafen sowie eine Universitätsgemeinde – realitätsfern sind, lächelt Greger. „Ich weiß, dass das weit hergeholt ist. Aber ich habe bewusst keine Größen genannt“, so der Oppenweher. Als Beispiel führt er einen kleinen Flugplatz an, der für die Industrie von Vorteil sein könne.

Die Diskussion um die Gesamtschule in Stemwede bezeichnet Dominic Greger als „unnütz“, ebenso die Möglichkeit zum Abitur in der Flächengemeinde. „Es gibt zwei gute Gymnasien in der Nachbarschaft. Das reicht – im Gegensatz zu den Schülerzahlen“, findet Greger.

Er selbst hat bis zur zehnten Klasse das Espelkamper Gymnasium besucht. Anschließend hat er eine Lehre gemacht. Heute arbeitet der 34-Jährige als Industrieelektriker mit dem Schwerpunkt Systemtechnik im Maschinenbau und ist häufig auf Montage unterwegs. Sollte er Bürgermeister werden, soll sich das mit dem Einzug ins Rathaus ändern. „Dann werden mich die Bewohner häufiger sehen“, blickt Greger nach vorn.

Als Mitglied des FC Oppenwehe ist er zwar in seinem Heimatort bekannt, doch auch die anderen Ortschaften sollen Greger kennenlernen. Um sich noch bekannter zu machen, sollen nach der gestrigen Sitzung des Wahlausschusses Wahlplakate angefertigt werden. Denn dessen Mitgliedern zufolge hat Greger bei seinem Vorschlag alle Formalitäten eingehalten und gilt damit nun offiziell als dritter Kandidat auf das Amt des Bürgermeisters.

Auch wenn er seine Zielgruppe in den Wählern unter 30 Jahren sieht, freut sich Greger über Zuspruch aller Generationen. „Ich kann gut mit Menschen“, unterstreicht er eine für ihn wichtige Eigenschaft als potenzieller Bürgermeister.

Es sei nicht entscheidend, welches Parteibuch oder welche Titel ein Kandidat habe. Die Persönlichkeit und die Absichten seien viel aussagekräftiger, betont Greger: „Nach diesen Kriterien habe ich bislang auch gewählt.“ Zwar hofft Dominic Greger auf 100 Prozent der Wählerstimmen, aber auch wenn es mit dem Bürgermeisteramt nicht klappen sollte, möchte er zumindest ein Ziel weiterverfolgen: „Die Partei“ soll bekannter werden.

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