Diskussion über Maststall-Pläne / Landschaftsschutz spielt untergeordnete Rolle

Recht auf Nachfrage

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Mediengruppe Kreiszeitung

Wehdem - Schlecht nachvollziehbare Berechnungen machen es für die Verwaltung und die Bürger schwierig, das Vorhaben eines Wehdemer Landwirts zu bewerten. Dieser plant, wie bereits berichtet, zwischen seinem bestehenden Hähnchenmaststall und dem Diekfluss zwischen Westrup und Wehdem einen weiteren Stall für die Aufzucht von Zuchtgeflügel zu errichten. Über die Erschließung der Anlagen sowie deren Lage im Landschaftsschutzgebiet diskutierte der Bauausschuss gestern Abend in Levern.

„Wir müssen darüber entscheiden, ob die Erschließung gesichert ist“, erklärte Bauamtsleiterin Birgit von Lochow, dass derzeit noch keine endgültige Entscheidung gefällt werden könne. Zwar sei der Schotterweg zu der bestehenden Anlage bereits ausgebaut und ist von Lochow zufolge für die Zulieferer ausreichend, doch der Verkehr werde sich verdoppeln, wenn das Vorhaben umgesetzt sei.

Alternativ könnten die Fahrzeuge über die Gemeindestraße Mühlenhollwede ausweichen. Dort würden bereits zahlreiche andere schwere Fahrzeuge fahren, die eigentlich für den Verlauf nicht zulässig seien, erklärte Bürgermeister Gerd Rybak. Diesbezüglich regte Andreas Weingärtner (CDU) an, Polizeikontrollen an dieser Stelle zu verstärken.

In dem neuen Stall sollen knapp 4000 Tiere gehalten werden. „Das bedeutet einen Mastvorgang mehr als bisher“, erklärte von Lochow, die von einem privilegierten Vorhaben sprach. Somit würde es sich bei dem neuen Stall um einen landwirtschaftliche Tierhaltung handeln.

Dass die Gemeinde nicht der richtige Ansprechpartner sei, machte Bürgermeister Rybak deutlich, als einige Zuhörer die Flächenberechnung anzweifelten. „Sie müssen sich an den Kreis wenden. Wir haben keine Möglichkeiten, einzugreifen“, so Rybak.

„Warum wird der Landschaftsschutz nicht thematisiert“, kritisierte Jutta Wasels die Ausschussmitglieder. Die Niedermehnerin erinnerte daran, dass der Stall in unmittelbarer Nähe zum Diekfluss entstehen soll. „Wenn man genauer hinsieht, ist da nicht besonders viel schützenswert“, antwortete Birgit von Lochow. Der Landschaftsbeirat habe ihr gesagt, dass die „Ästhetik der Landschaft nicht sonderlich hoch ist“. Aber auch über die Aufhebung des Landschaftsschutzgebietes müsse der Kreis befinden. „Haben wir denn kein n?“, forderte Jürgen Lückermann (FWG), dass die Gemeinde weitere Unterlagen anfordern soll, die das Vorhaben nachvollziehbarer machen.

Bis zur Ratssitzung am Mittwoch, 24. Juni, will die Bauamtsleiterin nun Bestätigungen zu den bisherigen Unterlagen von den Behörden einholen.

abo

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