Diplom-Psychologin Dr. Tanja Jungmann zeigt in ihrem Vortrag Wege aus der Leistungsspirale bei Schülern auf

Stress ist keine Katastrophe

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Dr. Tanja Jungmann stellte im Life House verschiedene Methoden gegen Schulstress vor.

Wehdem - „Stress hat man nicht, man macht ihn sich“, findet Professorin Dr. Tanja Jungmann von der Universität Rostock. Die gebürtige Vlothoerin referierte am Mittwochabend im Wehdemer Life House zum Thema Schulstress. Dessen Symptome, Ursachen und Lösungswege stellte sie dem Publikum anhand wissenschaftlicher Studien vor.

Zu Beginn stellte die Diplom-Psychologin klar, dass „Stress zum Leben dazugehört“. Was als belastend empfunden werde, sei individuell unterschiedlich. Während einige deutlich stressresistenter seien, gebe es zudem geschlechterspezifische Unterschiede im Umgang mit Stress, erläuterte Jungmann den rund 30 Gästen des Abends zur Elternbildung.

Die Eltern, Lehrer und weitere Interessierte, die der Einladung des Vereins für Jugend, Freizeit und Kultur (JFK) in Stemwede, der Schulsozialarbeit sowie der Stemweder-Berg-Schule gefolgt waren, erfuhren während des Infoabends, dass es neben dem negativen Stress auch den sogenannten Eu-Stress gibt. Dadurch würden die Leistungen gefördert und bessere Ergebnisse erzielt, so die Referentin.

Während vor einigen Jahren der Ausdruck Stress ausschließlich mit Managern verbunden wurde, hätten heute auch zunehmend Kinder und Jugendliche mit diesem Phänomen zu tun. Eltern würden sich teilweise berechtigt Sorgen um die Gesundheit ihres Nachwuchses machen, führte die Expertin für den Bereich Frühförderung aus. Die Herausforderungen durch die Schule seien in allen Formen gestiegen, insbesondere hätten aber Gymnasiasten aufgrund der verkürzten Zeit bis zum Abitur mit Leistungsdruck zu kämpfen. Laut einer Statistik befänden sich circa 30 Prozent der Schüler in einer Leistunggsspirale mit schwierigem Ausgang, so Jungmann.

„Von Stress spricht man, wenn eine Situation nicht mehr bewältigbar scheint“, betonte sie weiter. Gerade wenn es Kindern öfters nicht gut gehe, sollten Eltern sich Gedanken um die Themen Schulangst und Stresssymptome machen.

Jungmann zeigte konkret auf, was die Schule für gestresste Kinder und Jugendliche tun kann: So stellte sie Arbeitsmaterial für Lehrer und Betreuer vor, um ein angenehmes Klima als Basis für Gespräche zu schaffen. Ein Lösungsansatz könne das „Snake-Konzept“ sein. Dahinter verbirgt sich die Aussage „Stress nicht als Katastrophe erkennen“ sowie ein dazugehöriges Online-Portal, bei dem Jugendliche selber an ihrem Stressverhalten und Lösungen arbeiten können.

„Denn mit Sport allein ist es als Ausgleich nicht getan“, widerlegte Jungmann eine viel vertretene Meinung. „Entspannung kann auch durch Musik oder in Lerngruppen entstehen“, erläuterte Jungmann. Die Hauptsache sei, dass eine positive Stimmung herrsche, die keine Blockaden beim Lernen aufkommen ließe. Denn diese würden sich letztlich in schlechten Noten wiederspiegeln, die wiederum Stress bei den Schülern auslösen.

abo

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