Dielinger Ortsheimatpfleger wünscht sich einen Aussichtsturm auf dem Klei

Grandioser Blick in die Ferne

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Der Dielinger Klei bietet an seiner höchsten Stelle einen grandiosen Blick in die Ferne. Ortsheimatpfleger Theodor Frenzel schlägt nun vor, dort einen Aussichtsturm aufzustellen.

Dielingen - Von Melanie Russ. Mit seinen gut 90 Metern Höhe ist der Dielinger Klei eine der letzten Erhebungen vor der norddeutschen Tiefebene. Bei klarem Wetter bietet er einen grandiosen Blick auf die umliegende Landschaft und ist damit nach Ansicht des Dielinger Ortsheimatpflegers Theodor Frenzel wie geschaffen als Ausflugsziel für Touristen. Er hat darum bei der Stemweder Verwaltung beantragt, auf dem zum Naturpark Dümmer gehörenden Klei einen Aussichtsturm zu errichten.

Ganz neu ist die Idee nicht. Im Buch „Der Dielinger Klei“, herausgegeben vom Plattdeutschen Arbeitskreis Haldem, ist belegt, dass es zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts bereits einen Aussichtsturm aus Holz auf dem Klei gab. Viele Informationen dazu hat Frenzel bei seinen Recherchen aber nicht gefunden. Neben einer Postkarte aus dem Jahr 1903, auf der der Turm abgebildet ist, führt er zwei Zeitzeugenberichte an. So erinnerte sich die 1898 in Haldem geborene Minna Schwarze, dass sie auf ihrem Weg zum Konfirmandenunterricht in Dielingen immer an dem Turm vorbeiging. Und der 97-jährige Wilhelm Könemann berichtete: „Als ich 1919 als Lehrer nach Haldem kam, hat Pastor Bartmann mir von dem Aussichtsturm auf dem Dielinger Klei erzählt, unter anderem auch, der Turm sei im Ersten Weltkrieg entfernt worden.“

Nach Überzeugung des Ortsheimatpflegers wäre der Aussichtsturm eine Attraktion im Naturpark Dümmer, der Stemwedes touristische Bedeutung hervorheben würde. „Eine Integration des Aussichtsturmes in den über den Dielinger Klei führenden Radwanderweg Nr. 3 würde weitere Radwanderer in das Stemweder Land führen“, argumentiert Frenzel.

Einen ersten Entwurf für Turm und Plattform hat er bereits mitgeliefert. Geplant ist ein Podest aus Schotter mit barrierefreiem Zugang, auf dem ein etwa sechs Meter hoher Turm in Stahlkonstruktion aufgestellt wird, der aus der Entfernung betrachtet den Umrissen eines Baumes ähneln soll. Die harmonische Einbindung in die Landschaft sei dadurch gewährleistet.

Die Plattform soll eine Höhe von etwa zwei Metern erreichen. Im oberen Bereich soll die Fläche etwa 5,5 mal 7,5 Meter umfassen, im unteren Bereich einen Durchmesser von rund 14 Metern. Zwei Rampen mit einer Steigung von unter fünf Prozent sorgen für den barrierefreien Zugang. Der Turm selbst soll eine Höhe von etwa sechs Metern (Handlauf) erreichen und im Innern mit einer Wendeltreppe versehen werden. Ob er ein Dach bekommt oder nicht, lässt Frenzel offen. Beide Varianten sind nach seinen Plänen möglich.

„Die Ausführung in Schotter und Stahl soll den Pflegeaufwand auf ein Minimum reduzieren“, denkt der Ortsheimatpfleger auch an die wohl im Wesentlichen durch Ehrenamtliche zu übernehmende Unterhaltung. In unmittelbarer Nähe zur Plattform sind Bänke und Tische für die Rast geplant. Informationstafeln sollen gemäß den Vorgaben des Naturparks Dümmer über die Aussichtspunkte vom Kaiser-Wilhelm-Denkmal in Porta über Wiehengebirge und Dammer Berge bis zum Dümmer informieren.

Ein passendes Plätzchen unweit der Gemeindestraße hat Frenzel auch schon gefunden. Er habe mit dem Grundeigentümer und dem Pächter der ins Auge gefassten Fläche gesprochen, beide hätten ihr Einverständnis gegeben, berichtet der Ortsheimatpfleger. Am 18. November wird der Ausschuss für Gemeindeentwicklung, Wirtschaftsförderung und Tourismus über das Vorhaben beraten. Die Verwaltung hat keinen Beschlussvorschlag formuliert. Das soll erst in der Sitzung geschehen.

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