Schulentwicklung auf dem Prüfstand

Details erfragen, um Fehler zu vermeiden

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Stemwede - Es sollte ein kurzer Bericht zur Schulentwicklung Stemwedes sein. Doch über den Tagesordnungspunkt des Schulausschusses entwickelte sich eine längere Diskussion, an deren Ende ein Antrag von Jürgen Lückermann (FWG) stand, der die Beanstandungen der Bezirksregierung am Antrag der Ini auf Errichtung einer privaten Gesamtschule einsehen möchte.

Es habe sich seit der Ratssitzung nichts an der Lage geändert, hatte Bürgermeister Kai Abruszat erklärt. Auf die Frage von Michael Baude (CDU), ob die Begründung aus Detmold bei der Verwaltung bekannt sei, erwiderte Abruszat, dass die politische Gemeinde „nicht der Adressat des Schreibens ist“. „Eine formalrechtliche Entscheidung ist auch nicht nötig, weil der Antrag zurückgezogen und nicht abgelehnt wurde“, so Abruszat. Zudem sei bekannt, dass der Antrag für „nicht entscheidungsreif“ erklärt worden sei.

„Aber es sind offensichtlich Fehler gemacht worden“, beharrte Baude darauf, den Sachverhalt zu erfahren. Schließlich wolle man in Zukunft nicht den gleichen Fehler machen, so der Christdemokrat. Abruszat sieht die Sache anders: „Es ist nicht angebracht, einen Blick in den Rückspiegel zu werfen. Das Verfahren ist abgeschlossen.“ Aus seiner Sicht gehe es darum, den Dialog zu suchen und gegebenenfalls einen neuen Träger zu finden. „Es ist die Aufgabe des Rates, sich über die Schulentwicklung Gedanken zu machen, aber wir werden nicht aktiv mitwirken“, betonte Abruszat.

Sicherung des weiterführenden Angebots vorrangig

Für ihn lautet das oberste Ziel die „dauerhafte Sicherung eines weiterführenden Schulangebots“, machte der Verwaltungschef deutlich. Dafür leiten sich ihm zufolge verschiedene Varianten ab. Da die Ini nun doch keine Gesamtschule unterhalten will, gibt es Bemühungen einer Elterninitiative, einen Verein ins Leben zu rufen. Dazu Abruszat: „Es ist löblich, wenn der Bildungsstandort diskutiert wird und dies auf bürgerschaftliches Engagement zurückgeht.“

Auch wenn die Übergangsquote mit 65 Prozent sehr hoch sei, müsste diese in den kommenden Jahrn „exorbitant steigen“, verdeutlichte Kai Abruszat, dass es nicht genügend Kinder für die Sekundarschule geben werde. Sekundarschulleiterin Heike Hachmann, die vom Ausschussvorsitzenden Jürgen Gläscher Rederecht eingeräumt bekam, brachte die Schülerzahlen mit dem Einfluss des Flüchtlingsstroms auf das Schulsystem in Verbindung. „Bisher haben wir 27 Flüchtlingskinder aufgenommen. Und keiner weiß, wie sich das weiterentwickeln wird“, so die Sekundarschulleiterin.

Für Wilhelm Riesmeier (SPD) steht fest: „Es gibt nicht zu wenig Kinder in Stemwede, sondern die Entscheidung der Eltern für die weiterführende Schule wird den Standort sichern.“ Als Lehrer am Berufskolleg in Lübbecke meinte der Fraktionsvorsitzende: „Die Anmeldung an der Sekundarschule ist richtig.“ Zudem unterstütze die Gemeinde die Einrichtung, so der Sozialdemokrat und erinnerte an die Investitionen, die in die Medienkompetenz der Stemweder-Berg-Schule gemacht worden seien.

Rechtzeitiger Dialog ist ratsam

Weiter meinte Riesmeier, dass „bisher einiges schief gelaufen ist“. Er riet den Akteuren der privaten Initiative, rechtzeitig den Kontakt zur Bezirksregierung aufzunehmen, um Fehler zu vermeiden. Kai Abruszat erwiderte, dass er „nie das Gefühl gehabt habe, dass der Gemeinderat etwas Schlechtes im Schilde geführt hat“, als die Pläne für die private Gesamtschule gemacht worden seien. „Unsere ehrenamtlichen Kommunalpolitiker haben vor einer schwierigen Situation gestanden und die Intention bleibt“, rief Abruszat den Ausschussmitgliedern ins Gedächtnis: „Wir müssen das Schulangebot unserer Gemeinde sicherstellen.“

Die Verwaltung will eine Anfrage an die Bezirksregierung richten, um den Ratsfraktionen den Inhalt der Kritik am Ini-Antrag vorlegen zu können. Dieser Schritt war auf einen Antrag Lückermanns beschlossen worden.

Für die Zukunft möchte Bürgermeister Abruszat „ein Ziel definieren, hinter dem sich alle Stemweder versammeln“. „Wir müssen eine sachliche Diskussion führen und ohne Emtionen einen Weg finden“, schwor der Bürgermeister den Schulausschuss ein.

abo

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