Cornelia Dahlmann sammelt Geld, um kranken Kindern Notebooks zu kaufen / Insgesamt 42 Geräte angeschafft

Viel Leid, aber auch viel Lachen

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Cornelia Dahlmann hat 2006 die „Aktion Notebook“ ins Leben gerufen, um krebskranken Kindern zu helfen. Dafür verkauft sie sogar „Schmunzelsteinchen“.

Haldem - Von Christa Bechtel. „Im September 2006 bin ich gestartet. Denn wir hatten einen Fall in der Familie; mein Neffe ist 2005 an Krebs erkrankt. So sind wir das erste Mal überhaupt mit Krebs bei Kindern und der Kinderkrebsstation in Berührung gekommen. Als mein Neffe im Universitätsklinikum Münster auf der Kinderonkologie behandelt wurde, gab es auf der Station zwei Notebooks“, erläutert Cornelia Dahlmann die Anfänge ihrer „Aktion Notebook“.

Als ihr damals 14-jähriger Neffe dort behandelt wurde, bekam er, weil er sehr krank war, ein Notebook zur Verfügung gestellt, um den Kontakt zur Familie zu halten. „Das fanden wir ganz toll, weil man auch gesehen hat, dass das unheimlich ablenkt. Die Kinder können Spiele spielen oder Filme anschauen. Sie werden über das Internet von der Schule mit Schularbeiten versorgt, sodass sie den Kontakt zu ihren Freunden nicht verlieren, da sie chatten. Doch es gab nur zwei Notebooks, aber viel mehr Kinder – etwa 150 Neuaufnahmen pro Jahr“, erklärt die gebürtige Hunteburgerin, die sich mit ihrer Familie Gedanken machte: Wie kann man helfen?

Als die Malerin 2006 ihre nächste Ausstellung in der Bohmter Schmiede hatte, habe sie gedacht: „Jetzt machen wir etwas! Wir sehen zu, dass wir ein bisschen was für die krebskranken Kinder schaffen können. Ich habe das einfach ,Aktion Notebook‘ genannt, weil ich Notebooks kaufen wollte“, sagt die Künstlerin lächelnd, die seinerzeit ihr kreatives Potential einsetzte und ein paar Bilder malte, die versteigert wurden. „Davon haben wir das erste Notebook gekauft“, erinnert sich die Mediengestalterin, die seit Oktober 2012 in Haldem mit ihrer Tochter Caroline die Galerie und Werbeagentur „ZeitRaum“ betreibt.

Damit weitere tragbare Computer angeschafft werden konnten, kaufte Dahlmann große Leinwände, um Patchwork-Painting anzubieten. „Die habe ich in 20 gleichgroße Felder eingeteilt. Auf Ausstellungen oder wenn irgendwo eine Veranstaltung war, haben wir dann die Leute für fünf Euro diese kleinen Felder bemalen lassen. So hatten wir wieder Geld“, erzählt sie.

Nebenbei biete sie Verlosungen an. „Damit haben wir bislang am meisten erreicht; das sind auch alles gespendete Preise von Geschäfts- und Privatleuten“, listet die Mediengestalterin auf. Sie bietet diese Verlosungen zum Beispiel anlässlich der Veranstaltung „Menschen in Bohmte“, der Adventsausstellung im Landgasthaus Gieseke-Asshorn in Bohmte und der Haldemer Waldweihnacht an. Während der vom Stemweder Gewerbeverein initiierten Aktion „Stemwede öffnet sich“ gab es immer Kaffee und Kuchen für die Aktion Notebook. „Alle, die uns kennen, backen Kuchen, stiften Kaffee“, zeigt sich Dahlmann begeistert, dass auch dieser Erlös zu hundert Prozent in die „Aktion Notebook“ geht. Aus Ton fertigt die Künstlerin für diese Aktion sogar „Schmunzelsteinchen“, die sie mit der „Geschichte vom Schmunzelsteinchen“ in ihrer Galerie verkauft. Mit denen bekomme man nämlich Fröhlichkeit, Lachen, Liebe und viel Mut.

So hat Cornelia Dahlmann in den vergangenen neun Jahren 22573,54 Euro zusammenbekommen, also pro Jahr rund 2500 Euro. Davon hat sie inzwischen 39 Notebooks und drei Tablets gekauft, alle bei der Firma Multitronic Lübbecke. „Die subventionieren uns, indem sie nicht nur tolle Preise machen, sondern auch Taschen oder Software gesponsert haben. Damit haben wir jetzt jedes Bett im Knochenmarktransplantationszentrum ausgestattet, sodass alle Kinder in den Genuss eines hochwertigen Notebooks kommen. Die ersten müssen allerdings bereits ersetzt werden“, so Dahlmann, die die Computer stets persönlich zum Universitätsklinikum nach Münster bringt und immer Menschen mitnimmt, die ihre Aktion unterstützen.

Beispielsweise Horst Schröder und Anette Lange von der Gemeinde Bohmte oder Marion Frieten aus Haldem. Manchmal ist auch Tochter Caroline an ihrer Seite, die Kinder fotografiert. Denn: „Wir möchten natürlich, dass die Unterstützer sehen, dass ihr Geld auch dort ankommt“, betont Dahlmann, die Mitglied im Verein zur Förderung krebskranker Kinder Münster ist. Dieser stattet die Notebooks mit Software und ergänzender Hardware aus. Wichtig sei, „dass das soziale Umfeld für die kranken Kinder aufrecht erhalten bleibt“, unterstreicht die heutige Bohmterin.

Was war für Cornelia Dahlmann bislang der schönste Moment in dieser Aktionsgeschichte? „Es gibt viele schöne Momente“, sagt sie spontan. Aber: „Wenn man Kinder sieht, denen man es ansieht, dass sie in ihrer Behandlung sind und ich komme, bringe Notebooks – und die Kinder strahlen!“ Oder als ein Junge in ihrem Malkursus fragte, warum der Kursus letzte Woche ausgefallen sei und sie antwortete: „Weil ich letzte Woche in Münster war; ich musste da Notebooks hinbringen.“ „Du bist das, die da die Notebooks hinbringt. Ich war da doch auch schon“, sagte der Junge. „Das sind tolle Momente“, akzentuiert Dahlmann. „Wenn man dann die Augen sieht, wie sich die Kinder freuen. Ich glaube, dass es ganz wenige Orte gibt, wo man so viel Leid sieht, aber auch, wo man so viele tolle frohe Momente erlebt. Das ist nicht nur Weh, das ist auch viel Lachen.“

Für ihre „Aktion Notebook“ wünscht sich Dahlmann, „dass wir immer die Leute um uns haben, die bereit sind, den krebskranken Kindern zu helfen“. Persönliche Wünsche? „Dass ich noch ganz lange die Kraft habe, das zu machen.“

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