Bürgermeisterkandidaten wollen künftig enger zusammenarbeiten

„Nicht über-, sondern miteinander sprechen“

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Dass Stemwede und Rahden nach der Wahl am 13. September enger zusammenarbeiten könnten, erklärten die beiden Bürgermeisterkandidaten Dr. Bert Honsel (l.) und Kai Abruszat gestern bei einem Treffen am Diekfluss in Varl. Dort verläuft die Grenze zwischen den beiden Kommunen.

Stemwede/Rahden - Von Anika Bokelmann. Im zwölften Jahrhundert machten sich Kaufleute von überall auf den Weg, um neue Handelswege zu erschließen. Um sich gegenseitig zu schützen und gemeinsame Interessen gegenüber Partnern besser vertreten zu können, schlossen sich die Kaufleute zu einem großen Hansebund zusammen. In einem kleineren Rahmen, aber letztlich mit dem gleichen Ziel – nämlich der Zukunftssicherung und der Kostensenkung – wollen sich Kai Abruszat (FDP) und Dr. Bert Honsel (CDU) zusammentun, wenn sie am 13. September die Bürgermeisterwahl in ihrer jeweiligen Kommune gewinnen sollten.

„Wir wollen enger zusammenarbeiten und künftig nicht über-, sondern miteinander sprechen“, erklärten die beiden Kandidaten gestern, als sie sich am Großen Diekfluss in Varl trafen, um ihr Konzept der Interkommunalen Zusammenarbeit (IKZ) an der Grenze der beiden Kommunen vorzustellen.

Honsel, der in Rahden von der CDU unterstützt wird, sagte zum Hintergrund des Entschlusses: „Es gilt, die Verwaltungsarbeit zu optimieren und die Kosten zu senken.“ Denn oft müssten Kommunen „schmerzliche Eingriffe bei den freiwilligen Ausgaben“ hinnehmen. Die Kooperation sieht Honsel daher als einen wichtigen Schritt auf einem „strategischen Weg zur finanziellen Sicherung“.

Laut Kai Abruszat, gemeinsamer Kandidat der Stemweder CDU und FDP, geht es um eine „gute Nachbarschaft“. Diese sei nicht selbstverständlich, so der Landtagsabgeordnete, und müsse daher gepflegt werden. Ein stärkerer Auftritt und die gemeinsame Positionierung der Interessen führte er als Vorteil einer Zusammenarbeit an.

Das Spektrum einer IKZ reiche von gemeinsamen Ausschreibungen und Bestellungen über Fortbildungen des Personals und Austausch zwischen den Auszubildenden bis hin zur Tourismusförderung. „Gerade am Rande von Niedersachsen können wir unsere Region noch stärker präsentieren“, sagte Abruszat.

Die Infrastruktur soll ebenfalls eine Rolle spielen. „Das Wirtschaftswegekonzept können wir dann grenzübergreifend gestalten“, führte Abruszat aus. Gegenüber dem Straßenbetrieb NRW als Träger könnten Interessen besser durchgesetzt werden, meinte der Politiker. Ein Schwerpunkt der geplanten Kooperation zwischen Stemwede und Rahden soll den Bürgermeisterkandidaten nach bei den Feuerwehren liegen. „Wir müssen die Tagesverfügbarkeit der Einsatzkräfte sichern“, erklärte Abruszat.

Ein Miteinander bei der Schulentwicklung sei nicht ausgeschlossen, machten Honsel und Abruszat deutlich. „Wenn es soweit ist, sollten wir uns interkommunal über die Schülerströme abstimmen“, merkte Kai Abruszat mit Blick auf die aktuelle Entwicklung der Schullandschaft an.

Die sich verschärfende Finanzlage vieler ländlicher Kommunen sowie die Auswirkungen des demografischen Wandels erfordern die Suche nach neuen Lösungen, machten Honsel und Abruszat deutlich. „Andere Kommunen sind in diesem Bereich schon weiter. Wir können da noch eine Schippe drauflegen“, so der Stemweder Kandidat.

Allerdings müsse man zunächst das Ergebnis der Wahl in 16 Tagen abwarten, bevor man den „Geist der Zusammenarbeit“, so Abruszat über die IKZ, weiter stärke und die gemeinsamen Gedanken weiter konkretisiere.

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