Bürgermeister Kai Abruszat spricht mit Flüchtlingen über Ängste und Wünsche

Situation ist eine Herausforderung für alle

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Imad Diallo (l.) brachte die Wünsche und Hoffnungen der Flüchtlinge vor Bürgermeister Kai Abruszat.

Wehdem - „Die Situation ist für alle eine Herausforderung“, erklärte Kai Abruszat am Mittwoch im Life House. Dort traf sich der Stemweder Bürgermeister mit rund 35 Flüchtlingen sowie einigen Ehrenamtlichen der Flächengemeinde, um den Männern aus Syrien, Albanien, Ghana und weiteren Ländern eine Plattform zum Austausch und für ihre Wünsche zu geben.

„Nur wenn wir ins Gespräch kommen und aufeinander zugehen, können wir Barrieren und Vorurteile abbauen“, sagte Abruszat und Flüchtlingsbetreuerin Waltraut Holtkamp übersetzte ins Englische, ein Flüchtling entsprechend auf kurdisch und arabisch. So sei es verständlich, wenn auch die Stemweder viel erfahren wollten und sich zudem Sorgen um die Zukunft machten, erläuterte Abruszat.

Imad Diallo aus Syrien übernahm die Rolle des Sprechers der Flüchtlinge, von denen laut Abruszat nach aktuellem Stand 316 in der Flächengemeinde leben. „Wir sind dankbar, dass ihr uns an diesem wundervollen Ort aufgenommen habt“, sagte Diallo. Aber es bestehe der Wunsch nach mehr: „Wir möchten arbeiten, uns einbringen.“ Er könne eine Liste mit den Berufen aller Flüchtlinge zusammenstellen, bot der Syrer an, doch Abruszat mahnte zur Geduld. „Die Entscheidung fällt in Berlin.“ Er hoffe auf effektivere Verfahren, denn „eine Bleibeperspektive schafft Klarheit für alle“, so Abruszat.

Das Treffen hatten sich die Flüchtlinge gewünscht, sagte Lars Schulz vom Life House. „Viele wollten einmal den ‚boss of Stemwede‘ kennenlernen“, so Schulz. Da es aber immer viel zu tun gebe und zudem einige Hemmschwellen bestünden, war nur ein Zehntel der Flüchtlinge gekommen. Außerdem seien die Entfernungen in Stemwede ein Problem. Darauf kam auch Diallo zu sprechen.

Für den Job seien Führerscheine wichtig, betonte er. Doch dazu müssten sie die deutschen Verkehrsregeln verstehen, sagte der Flüchtling. Der Bürgermeister weiß, dass es entsprechende Maßnahmen und Fördermöglichkeiten gibt. „Die hängen aber vom individuellen Status ab. Das muss im Einzelnen geprüft werden.“

Ein weiteres Anliegen der Flüchtlinge war das Thema Internet – vielmehr die schlechten Verbindungen. „Es ist die einzige Möglichkeit, mit unseren Familien Kontakt zu halten“, schilderte Diallo und forderte bessere Voraussetzungen. Die würden sich alle Stemweder wünschen, machte Abruszat deutlich, signalisierte aber, dass sich eine Lösung abzeichne.

Ein junger Mann aus Albanien kritisierte, dass seine Landsleute nicht an den Deutschkursen der Volkshochschule teilnehmen dürften. Waltraut Holtkamp erklärte, dass die Kapazitäten nicht ausreichten, um weitere Kurse anzubieten, und dass es sich um Vorgaben der Landesregierung handle. „Wir leben in bewegenden Zeiten“, fand Kai Abruszat, der sich und den Flüchtlingen wünschte, offen mit Problemen umzugehen und Lösungen zu finden.

abo

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