Brüder Werner und Reinhold Struckmann zusammen 99 Jahre bei Weitkamp

Immer kundenorientiert

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Stehen vor einem neuen Lebensabschnitt: Für Werner (l.) und Reinhold Struckmann hat nun der wohlverdiente Ruhestand begonnen.

Levern - Zusammen kommen sie auf 99 Jahre Betriebszugehörigkeit. Drei Chefs haben die Brüder Werner und Reinhold Struckmann erlebt. Sie selbst sind zu einem Markenzeichen des Autohauses Weitkamp in Levern geworden. Jetzt haben sich die beiden Kfz-Meister, die neben der Leidenschaft für vierräderige Fahrzeuge auch die für Zweiräder verbindet, aus dem Berufsleben verabschiedet.

Werner Struckmann hatte es das Autohaus Weitkamp schon als Schüler angetan – vor allem das Rennrad im Schaufenster. „Davor habe ich mir während der Konfirmandenzeit auf dem Weg von Niedermehnen nach Levern schon die Nase platt gedrückt“, erinnert sich der 65-Jährige. „Ich hatte schon immer einen Fahrradtick“, ergänzt der Radballer und ehemalige RSC- Niedermehnen-Vorsitzende. Das Rennrad gab es dann tatsächlich zur Konfirmation.

Noch keine 14 Jahre alt begann Struckmann im April 1964 bei Weitkamp seine Lehre zum Zweirad- und Kfz-Mechaniker. „Und ich bin dann meinem Bruder hinterher“, erklärt Reinhold Struckmann und schmunzelt. Das war 1967. Offiziell Auto fahren durften sie zu Beginn der Ausbildung aufgrund ihres Alters noch nicht. „Auf dem Hof ging das aber schon“, sagt Reinhold Struckmann.

An den Autos sei anfangs viel zum Schrauben und wenig Technik gewesen. Die erlernten handwerklichen Grundlagen wüssten sie aber bis heute zu schätzen. „Manches, was wir in den 1970er-Jahren an der Meisterschule gelernt haben, war dagegen schon zu dem Zeitpunkt überholt“, beschreibt Reinhold Struckmann. „Und zählte in der Vergangenheit die Zahl der Pferdestärken unter der Motorhaube, fragt der Kunde heute, was das Auto kann.“

Werner und Reinhold Struckmann hätten sich neuen Dingen gegenüber stets offen gezeigt, unterstreicht Geschäftsführer Jan Weitkamp. Seniorchef Horst Weitkamp ergänzt, mit der Entwicklung des Unternehmens seien auch die beiden mitgewachsen aus der Werkstatt in den Service und bei Werner Struckmann bis in den Verkauf. Das besondere an ihnen sei ihre hohe Kundenorientierung.

Eine Betriebszugehörigkeit von 51 oder 48 Jahren sei in der heutigen Zeit schon etwas sehr Besonderes, sind sich Jan und Horst Weitkamp einig. Den Gedanken an einen Arbeitgeberwechsel habe es hier und da schon gegeben, räumen Werner und Reinhold Struckmann ehrlich ein. Die Verbundenheit zum Unternehmen hat aber bei beiden Familienvätern überwogen. „Wir hatten hier unsere Freiheiten“, erklärt Werner Struckmann.

Ein bisschen Wehmut schwingt bei ihnen schon mit, dass es jetzt in den Ruhestand geht. Er wolle die neu gewonnene Zeit nutzen, um mehr Sport zu treiben, sagt Reinhold Struckmann, der wie sein Bruder über Jahrzehnte die Radballabteilung des RSC Niedermehnen maßgeblich geprägt hat. „Der Alltag wird anders aussehen“, ist sich auch Werner Struckmann sicher. Erhalten bleiben der Wehdemer und der Westruper dem Autohaus für „besondere Aufgaben“.

SoR

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