In Stemwede und Rahden locken Flammen über das Osterwochenende ins Freie

Brauchtum wird mit den großen Feuern bewahrt

Idyllisch ist die Lage des Osterfeuers auf dem Leverner Mühlengelände. Dort hatte die Feuerwehr einen rund zwölf Meter hohen Haufen aus Gartenabfällen zusammengetragen. - Foto: Mühlke

Stemwede / Rahden - Die Tradition lebt. Beim Vertreiben der Wintergeister setzten die Bürger am Osterwochenende allerorts auf lodernde Flammen verschiedener Osterfeuer. Zum Tagesausklang lockten die Brände an den Feiertagen Jung und Alt zu den größtenteils von den Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr unterstützten und organisierten Schauspiele. Vor Ort ließ sich dann auch stets der Osterhase sehen.

Bereits vor Einbruch der Dunkelheit machten sich daher Familien mit Kindern auf den Weg, um dem Treiben unter freiem Himmel einen Besuch abzustatten. In Haldem beispielsweise hatte erstmals die hiesige Dorfgemeinschaft „Haldem macht was!“ in Kooperation mit der Feuerwehr die Organisation übernommen. „Wir haben recht kurzfristig entschieden, uns um das Osterfeuer zu kümmern“, sagte Angela Wellmann, Vorsitzende der Dorfgemeinschaft. In den zurückliegenden Jahren hatte die Haldemer Jugendfeuerwehr mit dem ortsansässigen Kinderhaus kooperiert, fand aber zunehmend weniger Zuspruch seitens der Bevölkerung. Für Friedrich Schmidt und Jürgen Benker von der Löschgruppe war aber klar, dass die Tradition des Osterfeuers in Haldem auf jeden Fall beibehalten werden müsse. Nahe lag da die Entscheidung, die engagierte Haldemer Dorfgemeinschaft mit ins Boot zu holen.

Schnell war dann auch ein neuer Platz für das Osterfeuer gefunden: August-Wilhelm Röhling stellte seine Feldscheune zur Verfügung. Ausgestattet mit Sitzmöglichkeiten, Tischen und Heizpilzen bot diese am Wochenende für viele Stunden Platz und Gemütlichkeit. Nicht zu kurz kamen in Haldem vor allem die jüngsten Besucher. Mit einer Kübelspritze der Feuerwehr wurden kleine Osterfeuer gelöscht und mit einer Tüte Süßigkeiten ließ sich der Anblick der aufsteigenden Funken und des Rauchs später doppelt genießen.

Die Feuerwehr in Tonnenheide veranstaltete am Sonntag neben dem Gerätehaus ihr großes Osterfeuer. Viele Besucher aus der Ortschaft und Rahden beobachteten, wie die Feuerwehrmitlgieder den Haufen mit Baumschnitt bei Anbruch der Dämmerung anzündeten. Wie jedes Jahr begleitete der Spielmannszug Tonnenheide die Veranstaltung als Dank dafür, dass die Gruppe im Feuerwehrgerätehaus proben darf. Ein Höhepunkt für die Kleinen war der Osterhase, der nach dem Entzünden des Feuers aus seinem Versteck kam, um die Kinder mit Süßigkeiten zu überraschen.

Osterfeuer in Stemwede

Auch die Gemeinde bibeltreuer Christen (GBC) zündete am Bahndreieck in Rahden ein Brauchtumsfeier an. Bereits am späten Nachmittag begann dort die Veranstaltung, bei der es laut Gerhard Warkentin von der GBC nicht nur um die österliche Tradition geht. Die christliche Osterbotschaft gab Warkentin den Besuchern in einer Predigt mit. Ein Grillen, eine Ostereiersuche und Spiele für die Kinder waren weitere Programmpunkte, bis das Feuer angezündet wurde. In geselliger Runde ließ die GBC die Veranstaltung ausklingen.

In Drohne zeichnet seit jeher die Jugendfeuerwehr Drohne-Dielingen für das Osterspektakel verantwortlich. Der rund sechs Meter hohe Berg an Strauch- und Baumschnitt wurde am Sonntagabend bei Einbruch der Abenddämmerung angezündet. In Eigenregie und mit etwas Unterstützung servierten die Jugendlichen Speis und Trank am Feuerwehrgerätehaus an der Immenklause.

Die Hasenkostümierung, in der die stellvertretende Jugendfeuerwehrwartin Jana Lohmeier die Gäste begrüßte, kam besonders bei den jüngsten Besuchern gut an, denn Lohmeier hatte in ihrem Osterkörbchen für jedes Kind ein süßes Osterei dabei. „Am Ende freuen sich aber auch die großen Kinder über eine kleine Nascherei“, sagte Drohnes Jugendfeuerwehrwart Patrick Hackstedt mit einem Schmunzeln.

Idyllisch ist die Lage des Osterfeuers in Levern und das wussten die Besucher, die am Ostersonntag zum Spektakel auf das Leverner Mühlengelände kamen, zu schätzen. Am Abend standen sie um das flackernde Flammenmeer, um die Wärme des Feuers zu spüren. Viele fleißige Helfer aus den Reihen der Leverner Löschgruppe hatten zum Gelingen beigetragen, sagte Löschgruppenführer Raimund Küster am Rande. Stolze zwölf Meter hoch waren Äste, Stämme und Gartenschnitt aufgetürmt, um dann mit Einbruch der Dunkelheit in Flammen aufzugehen. „Das Feuer brennt die ganze Nacht hindurch“, wusste Küster. Noch rund zwei Wochen später seien Glutreste da, welche die Kameraden stets zusammenschieben würden.

Gut sei die Beteiligung aus der Bevölkerung des Stiftsortes. „Etliche haben ihre privaten Osterfeuer diesmal nicht abgebrannt und sind stattdessen zur Mühle gekommen“, freute sich der Leverner Feuerwehrchef. Bereits seit zwölf Jahren würde an Ostern auf dem Mühlengelände oder auf einem der angrenzenden Acker das Feuer abgebrannt. „Es tut gut zu sehen, dass viele Helfer dazu beitragen, dass das Brauchtum weitergeführt wird“, so Küster. Sein Dank galt besonders den Landwirten, die ihren Acker zur Verfügung stellten. - hm / faw

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