114 beringte Jungstörche im Kreis

Rahden im Rekordjahr ohne Bruterfolg

+
Dieser Jungstorch wurde Ende Mai in Levern beringt. Damit ist er einer von Sieben in Stemwede.

Stemwede/Rahden - Von Katharina Schmidt. Dieses Jahr wird mit 114 beringten Jungstörchen und 57 besetzten Horsten im Kreis Minden-Lübbecke voraussichtlich ein Rekordjahr für die Störche werden.

Vergleichbare Werte hat es laut dem Aktionskomitee „Rettet die Weißstörche“ zuletzt im frühen 20. Jahrhundert gegeben. In Rahden und Stemwede sind die Tiere allerdings seltener als im Nordosten des Kreises: In Stemwede gibt es derzeit sieben Jungstörche, in Rahden keinen einzigen.

Lediglich in der Stadt Rahden und der Kurstadt Bad Oeynhausen gibt es laut dem aktuellen Lagebericht des Aktionskomitees keinen Bruterfolg. Auf dem Storchenhorst auf dem Betriebsgelände eines Werkzeug-, Formen- und Sondermaschinenbaus an der Borsigstraße sind zwar Ende März zwei Störche angekommen, doch deren Brut starb noch vor der Beringung. Vor gut einem Monat wurden die zwei Jungstörche tot aufgefunden, verendet durch Kunststoffgarn. Auf den anderen Horsten in Rahden – an der Meisterstraße in Tonnenheide, der Tonnenheider und der Weher Windmühle und im Heuerort – ließen sich bisher nur Kurzbesucher blicken.

Mehr Nachwuchs gab es in Stemwede: An der Niederheide in Levern wurde ein Jungstorch beringt, um den Weg des Tieres künftig nachvollziehen zu können. An der Twiehauser Straße in Destel und einem der beiden Horste im Oppenweher Moor bekamen jeweils drei Junge einen Ring samt Ausweisnummer. Kurzbesucher gab es in Dielingen, Oppendorf, am Schluttbaum in Destel und dem zweiten Horst im Oppenweher Moor.

„Wir haben im Altkreis Lübbecke noch große Flächen Storchenerwartungsland“, erklärt Friedrich Schepsmeier, Vorstandsmitglied des Aktionskomitees. Es gebe weitere Gebiete, die Storchenpaare mit Jungen ernähren könnten, ist er sich sicher. Insgesamt sei auch in Stemwede und Rahden die Zahl der Störche gestiegen.

„Die hohe Jungenzahl wurde durch die trockene und nicht zu kalte Witterung im Mai und Juni begünstigt. Hinzukommt, dass 2015 ein sehr gutes Mäusejahr ist“, erklärt das Komitee in seinem Lagebericht. Die Mitglieder weisen darauf hin, dass mache Jungstörche vermutlich vor oder kurz nach dem Ausfliegen sterben werden. Trotzdem werde man den bisherigen Rekord seit Gründung des Aktionskommitees aus dem Jahr 2011, in dem 66 Jungstörche auf 34 Horsten ausflogen, überschreiten.

Ob die Zahl der Jungstörche weiter nach oben schießen wird, kann Schepsmeier nur mutmaßen: „Man weiß nicht, ob es eine natürliche Obergrenze für den Kreis gibt.“ Manche würden sagen, 50 Paare seien schon zu viele. Er selbst schätzt, dass die Zahl der Störche zumindest nicht so steil wie bisher steigen wird.

Als sich das Aktionskomitee Anfang der 90er-Jahre gründete, habe es nur drei Storchenpaare gegeben, erinnert sich das Vorstandsmitglied. Die drei Paare lebten alle im Osten des Landkreises. Dies ist ein Grund dafür, dass es im Westen vergleichsweise wenig Störche gibt, meint Schepsmeier. Nachkommen der drei Paare hätten sich erst in der Nachbarschaft im Osten des Kreises angesiedelt. „Von der Weser bis nach Rahden ist es relativ weit“, veranschaulicht er.

Als weiteren Grund nennt er, dass Rahden an der Grenze zwischen Ost- und Westziehern liegt. Also zwischen den Störchen, die Richtung Spanien in den Süden ziehen und denen, die den Weg über die Türkei wählen. Ost- und Westzieher würden zu unterschiedlichen Zeiten eintreffen und sich somit verpassen. „Kein Mann wartet vier Wochen auf ein Weibchen“, verdeutlicht Schepsmeier. Er freut sich über die positive Entwicklung der Storchenpopulation. „Der Storch erfreut sich immer noch großer Popularität“, hat er beobachtet.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

20. Etappe: Froome hat vierten Toursieg so gut wie sicher

20. Etappe: Froome hat vierten Toursieg so gut wie sicher

Gute Stimmung auf dem Campingplatz beim Deichbrand

Gute Stimmung auf dem Campingplatz beim Deichbrand

Bartels trifft gegen Ex-Club, aber Werder verliert

Bartels trifft gegen Ex-Club, aber Werder verliert

Israel nimmt nach Anschlag Bruder des Attentäters fest

Israel nimmt nach Anschlag Bruder des Attentäters fest

Kommentare