Abend der Begegnungen am 19. März im Haus Buschgarten und im Life House

Barrieren für bessere Inklusion abbauen

Franziska Bachhofer ist federführend für das Projekt „Stemwede Inklusiv“ verantwortlich.

Stemwede - Alle Freizeitaktivitäten sollen für alle zugänglich sein – egal ob für Menschen mit oder ohne Behinderung. Das haben sich die Initiatoren des Projekts „Stemwede Inklusiv“ zum Ziel gesetzt. Auch wenn bereits viele Vereine und Gruppen seit dem Start vor gut einem Jahr Interesse an der Aktion gezeigt haben und es einige erfolgreiche Veranstaltungen gab, „funktioniert das alles noch nicht so richtig“, zog Franziska Bachhofer nun ein Fazit.

Die Sozialpädagogin der Lebenshilfe Lübbecke hat sich ihren eigenen Angaben zufolge bislang mit rund 30 Vereinen ausgetauscht und dabei viele Ideen gesammelt. Doch nach wie vor gebe es Hindernisse und an unterschiedlichsten Stellen und durch verschiedene Ursachen fühlten sich Menschen mit Behinderung immer noch ausgeschlossen und nicht als Teil der Gesellschaft, so die Projektleiterin.

Das größte Hindernis sieht Bachhofer bei den Berührungsängsten. „Auf beiden Seiten herrscht Unsicherheit“, weiß Bachhofer – viele wüssten nicht, wie sie auf Menschen mit Behinderungen zugehen sollten, und auf der anderen Seite fühlen sich diese im Umgang mit anderen ebenso unsicher, berichtete die engagierte Frau über Erfahrungen aus ihrer Arbeit bei der Lebenshilfe.

Infrastruktur ist ausbaufähig

Zudem hätten die Bewohner der Lebenshilfe-Einrichtungen häufig keine Kenntnis über die Angebote in Stemwede. „Behinderte können oft nicht lesen und sind auf Hilfe angewiesen, wenn sie Informationen über Gruppentreffen und Sportvereine haben wollen“, machte Bachhofer die Schwierigkeiten deutlich. Hilfe sei auch mit Blick auf die Infrastruktur in der Flächengemeinde nötig, so die Sozialpädagogin. Zwar führen tagsüber ein paar Busse zwischen den Ortschaften, aber am Abend sei es schwierig, von einer Veranstaltung wieder zurückzukommen. Bachhofer wünscht sich daher beispielsweise Fahrgemeinschaften mit den Mitgliedern von Sportvereinen.

Vor Ort müssten die Veranstalter darauf achten, dass das Angebot auch barrierefrei zu erreichen ist, führte Bachhofer weiter aus. Als ersten Schritt, um „Stemwede Inklusiv“ weiter voranzubringen, möchte die Sozialpädagogin Begegnungen fördern. Nur so könnte Unsicherheiten entgegengewirkt werden.

Auch die Öffentlichkeitsarbeit sei wichtig, denn „Inklusion muss in den Köpfen der Leute als normal angesehen werden“, unterstrich Bachhofer. Sie hat als Ansprechpartnerin und Projektleiterin von „Stemwede Inklusiv“ ein Büro in der Gemeindeverwaltung in Levern und beantwortet dort allen Interessierten Fragen rund um das Projekt.

Zum Hintergrund: „Stemwede Inklusiv“ ist eine gemeinsame Aktion der Lebenshilfe Lübbecke, deren Aussenstelle mit der Wohnstätte Haus Buschgarten in Wehdem, dem Verein für Jugend, Freizeit und Kultur in Stemwede (JFK) und dem TuS Stemwede. Gefördert wird das Projekt außerdem durch die Aktion Mensch. Gemeinsam wollen die heimischen Akteure Barrieren abbauen und somit Menschen mit Behinderung eine Teilhabe an Veranstaltungen vor Ort zu ermöglichen.

Als nächste Aktion steht ein „Abend der Begegnungen“ an. Am Sonnabend, 19. März, sind ab 17 Uhr alle Interessierten in die Wohnstätte Haus Buschgarten nach Wehdem eingeladen, um sich ein Bild davon zu machen, wie Menschen mit Behinderung überhaupt leben. Im Anschluss soll es ab 20 Uhr ein Konzert im Life House geben: Die „Lasse Lindholm Band“, die ausschließlich aus geistig behinderten Musikern besteht, wird dann ihr Können präsentieren. -  abo

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