Ausschuss wünscht genaue Kostenaufstellung für Aussichtsturm auf dem Dielinger Klei

Geld reicht erstmal nur für den Hügel

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Auf dem Stemweder Berg in Haldem (Foto) wird es definitiv keinen Aussichtsturm geben. Über ein Projekt auf dem Dielinger Klei ist noch nicht endgültig entschieden.

Dielingen - Wer sich bei gutem Wetter auf den Dielinger Klei begibt, erlebt eine grandiose Aussicht – bis zum Dümmer sowie zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Um diese noch zu verbessern hatte Dielingens Ortsheimatpfleger Theodor Frenzel einen Antrag für einen Aussichtsturm auf Dielingens Hausberg gestellt. Doch es steht schlecht um die Pläne – die Fördergelder reichen nicht, um einen Hügel und eine Stahlkonstruktion zu errichten.

Rund 18000 Euro würde die Maßnahme kosten, lautet eine erste Schätzung Frenzels. „Wir können das Projekt in zwei Phasen umsetzen“, stellte er den Mitgliedern des Ausschusses für Gemeindeentwicklung, Wirtschaftsförderung und Tourismus am Mittwochabend im Gasthaus Huck in Oppenwehe vor. Im ersten Teil soll ein Schotterhügel aufgeschüttet werden. Dafür werde etwa die Hälfte des Geldes benötigt, so der Ortsheimatpfleger. Im zweiten Schritt würde dann der geplante sechs Meter hohe Turm aufgestellt werden, der von Weitem einem Baum ähneln soll. Dies diene der gestalterischen Optik: Der Turm soll sich seiner Umgebung anpassen. In der Nähe des Turms wünscht sich Frenzel eine Sitzgruppe und Infotafeln.

„Entweder ganz oder gar nicht“, kommentierte Andreas Weingärtner (CDU). Er habe Bedenken, dass mit dem Projekt begonnen, es aber dann nicht zu ende geführt werde. „Nur das Rondell auf dem Boden zu haben, bringt es nicht“, argumentierte Weingärtner.

Im Ausschuss informierte Stemwedes Bauamtsleiterin Birgit von Lochow, dass die Bezirksregierung den Aussichtsturm ablehne. Allerdings sei Detlef Tänzer, Geschäftsführer des Vereins Naturpark Dümmer – in den der Dielinger Klei fällt –, noch in den Verhandlungen mit den Entscheidungsträgern.

In Sachen Fördergelder will die Verwaltung sich auf die FöNa-Richtlinie (Förderung Naturschutz) berufen. 50 Prozent der Materialkosten würden durch diese Richtlinie getragen, sagte von Lochow. „Der Rest muss durch Eigenleistung gewährleistet sein“, so die Bauamtsleiterin, die dabei insbesondere die Arbeitsleistung von Freiwilligen im Blick hatte. Für die Zuständigkeit in Sachen Instandhaltung und Pflege sehen die Ausschussmitglieder auch den Naturpark Dümmer in der Pflicht. „Wir haben eine mündliche Zusage, dass Aussichtstürme eine Geschichte für den Verein Naturpark Dümmer sind“, erklärte Frenzel dazu.

Einen kleinen Lichtblick hatte von Lochow noch: Detlef Tänzer habe rund 1000 Euro in Aussicht gestellt, die der Naturpark für das Projekt zuschießen würde. Zunächst sollen aber die genauen Kosten ermittelt werden, bevor es eine endgültige Entscheidung für den Aussichtsturm auf dem Dielinger Klei geben wird.

Endgültig und unabänderlich ist hingegen das Urteil über ein weiteres Vorhaben, das dem von Theodor Frenzel ähnlich ist. Die Verwaltung hatte unter dem Motto „Gute Aussicht für Stemwede“ eine Förderung für einen Aussichtsturm auf dem Stemweder Berg in der Nähe des Berggasthofs Wilhelmshöhe in Haldem beantragt und „große Hoffnungen hineingesteckt“, erinnerte Birgit von Lochow.

Doch Anfang November habe sie ein Schreiben von der NRW-Bank erhalten, in der das Institut mitteilt, dass ein Gutachtergremium entschieden und den Beitrag der Gemeinde Stemwede nicht zur Förderung empfohlen habe.

Für den Aussichtsturm, der mit rund 100000 Euro zu Buche geschlagen wäre, hatten zwar schon viele Interesse bekundet und Gewerbetreibende der Region hätten ihre Unterstützung zugesagt, doch „es hat leider nicht funktioniert“, bedauert von Lochow. „Es wäre utopisch, wenn wir die Pläne dennoch jetzt umsetzen wollten“, sieht sie den Turm auf dem Stemweder Berg für erledigt an.

abo

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