Anke Wolfarth ist überzeugte Veganerin / Veggie-Stammtisch einmal im Monat

„Nur zu Gast auf der Erde“

+
Anke Wolfarth engagiert sich für ihre Umwelt. Sie ernährt sich vegan und unterstützt mit ihrem Logo die Vegetarierbewegung sowie Tierschutzprojekte in der Region.

Dielingen - Mediterrane Lasagne mit Zucchini, Paprika, Champignons und Tomaten und zum Nachtisch ein Erdbeer-Rhabarber-Mus mit warmen Crumble – das steht beispielsweise neben einem Salat mit Räuchertofu und Chiabatta auf der Speisekarte, wenn der Veggie-Stammtisch im Landgasthof Zur Eiche in Marl zusammenkommt.

An jedem zweiten Donnerstag im Monat treffen sich Vegetarier, Veganer und Menschen, die sich bewusst gesund ernähren oder die fleischlose Ernährung einmal ausprobieren wollen, ab 19 Uhr zu einem Austausch in lockerer Runde – und zum Essen.

Initiatorin des Stammtisches ist Anke Wolfarth aus Dielingen. Vor anderthalb Jahren gab es das erste Treffen, zu dem bereits 20 Personen kamen. Inzwischen hat sich die Zahl auf zehn bis 15 Interessierte im Alter von vier bis 80 Jahren eingependelt, sagt Wolfarth. Dabei reiche das Einzugsgebiet von Stemwede über Diep-holz bis nach Wagenfeld und Osnabrück.

Obwohl es sich bei dem Landgasthof um ein bayerisches Lokal handelt, fühlen sich die Vegetarier und Veganer dort wohl. „Der Wirt hat sich auf uns eingestellt und eine extra Karte entwickelt, die auch an anderen Tischen nachgefragt wird“, so die 48-jährige Wolfarth. Zudem habe sich bislang noch kein Gericht wiederholt, lobt die Veganerin die Auswahl.

Denn Essen zu gehen, wenn auf Fleisch und tierische Produkte verzichtet wird, ist nicht immer einfach. Da dieser Einstellung aber immer mehr Leute folgen, würden sich die Restaurantbetreiber anpassen müssen, findet Wolfarth. „In Deutschland gibt es etwa zehn Millionen Vegetarier und eine Millionen Veganer. Das sollte nicht länger ignoriert werden.“

„Wenn ich alles frisch mache, weiß ich, was drin ist“, sagt die ausgebildete Gesundheitstherapeutin und gibt einen Einblick in ihren Haushalt: „Wir essen viel Rohkost und in unserer Küche gibt es viel frisches Gemüse und Nüsse. Vegan zu kochen bietet viel mehr Möglichkeiten und ist enorm vielseitig“, erklärt die ernährungsbewusste Frau. Sie findet, dass Alternativprodukte wie Sojamilch und „neue Sachen“ wie Chiasamen zudem besser schmecken. Durch die bewusste Ernährung käme es auch fast nie zu Mangelerscheinungen, räumt Wolfarth mit einem hartnäckigen Gerücht auf. „Die Gesundheit profitiert vom Veganismus, weil unter anderem der Cholesterinspiegel sinkt“, liefert sie ein Beispiel.

Anke Wolfarth ist seit vier Jahren Veganerin, nachdem sie sich zwölf Jahre vegetarisch ernährt hatte. „Ich habe das langsam umgestellt“, beschreibt sie. Nach und nach sind aus ihrem Haushalt tierische Produkte gestrichen worden und auch Ehemann Stefan Wolfarth isst seit etwa einem Jahr nahezu vegan. „Ich würde mich nie wieder anders ernähren wollen“, ist Anke Wolfarth überzeugt, dass sie für sich die richtige Entscheidung getroffen hat. „Das heißt nicht, dass ich andere davon überzeugen will“, so die Tierschützerin.

Zwar empfindet es Wolfarth als Veganerin „ungerecht, wenn wir bewusst mit der Umwelt umgehen und uns dann blöde Sprüche anhören müssen“, aber sie nutzt jede Möglichkeit, ihre Einstellung zu erklären. Als Dozentin der Volkshochschule informiert sie über vegane Ernährung. „Ich bin selbst nie aus der Frage-Phase herausgekommen“, erklärt sich die Dielingerin ihren Drang, sich immer neues Wissen über die Lebensmittelindustrie anzueignen. Und dabei stoße man sehr häufig auf erhebliche Missstände. Bei ihrer Ausbildung im Bereich Nutztierhaltung sei ihr klar geworden, dass für sie das vegetarische Essen allein nicht mehr ausreiche, um einen Teil für den Tierschutz beizutragen.

„In der Milchindustrie sind die Quälereien genauso schlimm“, weiß Wolfarth. Ein weiterer Grund für sie, auf tierische Produkte jeglicher Art zu verzichten, ist die Erkenntnis: „Kein anderes Säugetier nimmt einem anderen die Nahrung weg. Der Mensch hat vergessen, wofür die Kuhmilch eigentlich naturgemäß gedacht ist“, sagt Wolfarth.

Neben tierischen Lebensmitteln verzichtet sie ebenso auf alles mit tierischen Inhaltsstoffen. So macht sie Kosmetika und Pflegeprodukte wie Cremes selber. „Wir alle sollten mit unserem Konsum umsichtig sein und an Nachhaltigkeit denken bei unserem Tun“, sagt die Veganerin abschließend, „schließlich sind wir nur zu Gast auf dieser Erde“.

abo

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Sommerreise durch den Landkreis Diepholz - der Montag

Sommerreise durch den Landkreis Diepholz - der Montag

Ankunft im Landhotel Schnuck in Schneverdingen

Ankunft im Landhotel Schnuck in Schneverdingen

Boule-Meisterschaft um den Mühlenteichpokal

Boule-Meisterschaft um den Mühlenteichpokal

Freaks and Folks, Fans and Friends - 55.000 feiern beim Deichbrand

Freaks and Folks, Fans and Friends - 55.000 feiern beim Deichbrand

Kommentare