Ratsfraktionen sind aufgefordert FHH-Ausweisung zu hinterfragen

Bürger haben Angst vor Einschränkungen

Am Freudeneck in Westrup führt die Straße in den Stemweder Berg. Bei viel Regen wird diese durch den angrenzenden Wald verdreckt.

Stemwede - In Stemwede haben sich einige besorgte Bürger zusammengetan und sich an die Politik gewandt. Die offene Gruppe stellte sich am Dienstagabend in der Gemeinderatssitzung im Stemweder Hof in Wehdem vor und machte auf ihre Bedenken bezüglich der Ausweisung des sogenannten FFH-Gebiets beziehungsweise einer weiteren Naturschutzfläche im Stemweder Berg aufmerksam.

Auf der einen Seite würden sie nachvollziehen, dass der Stemweder Berg als Naturschutzgebiet und das 2,9 Quadratkilometer große FFH-Gebiet (Flora-Fauna-Habitat) in Form einer Kernzone geschützt werden soll. Allerdings sehen sie das zusätzliche Konzept der Ausweisung eines 7,9 Quadratkilometer großen Landschaftsschutzgebiets als unpassend. „Gemäß der Bezirksregierung sind nun deutliche Einschränkungen für die Bürgerschaft und die Planungsfreiheit in Rat und Verwaltung vorgesehen“, kritisieren die Naturschützer aus Stemwede.

Mit der Bitte an die Verwaltung, sich mit dem Thema zu beschäftigen, überreichten Vertreter der Gruppe im Rahmen der Bürgerfragestunde einen Fragenkatalog. Darin wird deutlich, dass die Stemweder erhebliche Einschränkungen erwarten. So fragen sie unter anderem, ob die Wege im Wald weiterhin, insbesondere für Lastverkehr, zugänglich sein werden oder es bei der Jagd zu Beschränkungen kommen kann.

Westrups Ortsheimatpfleger und Vorsitzender des Wehdemer Forstbetriebsverbands, Friedhelm Kohlwes, meinte, dass das Konzept der Bezirksregierung nicht schlüssig sei. „Es soll demnach keine Auswirkungen auf angrenzende Flächen des Schutzgebiets geben. Aber am Freudeneck in Westrup wird regelmäßig die Straße durch den Waldweg überspült“, so Kohlwes. Ferner befürchtet der Westruper, dass der gewünschte Radweg zwischen Haldem und Wehdem nicht vernünftig realisierbar sei, wenn der Stemweder Berg in das Naturschutzprogramm aufgenommen wird.

Auf der Liste stehen noch zahlreiche weitere Fragen bezüglich künftiger Vorhaben, die die Bürger umtreiben. Alle haben dabei gemeinsam, dass sie ihre Entscheidungsfreiheit in Gefahr sehen.

Bürgermeister Kai Abruszat versprach, dass sich die Fraktionen nochmal mit dem Landschaftsschutz und dem Fragenkatalog auseinandersetzen. „Ich wünsche mir einen Interessenausgleich. Wir brauchen die Akzeptanz vor Ort, um das Konzept vernünftig umzusetzen“, so der Verwaltungschef.

abo

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