Aktion für Flüchtlinge findet Zuspruch

Ein Container voller Spenden

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Olivia Günther (2.v.l.) rief die Spendenaktion ins Leben. Bert Günther (v.l.) Karin Bührs und Götz Hohmann unterstützen sie dabei tatkräftig. Sie fuhren mit nach Bramsche, um den Container voll Spenden auszuladen.

Westrup - Die Flüchtlingsunterkunft in Hesepe bei Bramsche ist seit Wochen überfüllt: Tausende Menschen, die vor Krieg, Armut und Gewalt geflohen sind, leben dort auf engstem Raum. Um den Schutzsuchenden zu helfen, rief Olivia Günther aus Westrup eine Spendenaktion ins Leben. Mit Erfolg: Am Freitag fuhren sie und ein paar Helfer mit einem zehn Kubikmeter großen Container, randvoll mit Kleidung, nach Bramsche. Dort lagern die Spenden, bis die Diakonie sie in Hesepe verteilt.

Sie sei als Helferin auf dem Stemweder Open Air gewesen, als sie von der Lage in Hesepe gehört habe, erinnert sich Olivia Günther. „Die waren da total überlastet“, so der Eindruck der 36-Jährigen. Kaum Zuhause, habe sie den Spendenaufruf gestartet – obwohl sie von der Arbeit auf dem Festival „völlig k.o.“ gewesen sei.

Sie postete einen Hilferuf bei Facebook. Erst in einer Flohmarkt-Gruppe, später auch in der Anfang September gegründeten Gruppe „Refugees welcome to Stemwede“. Dort tauschen sich Menschen aus, die sich für eine Willkommenskultur in Stemwede einsetzen.

Die Resonanz auf Günthers Aufruf war groß: Viele Stemweder sagten innerhalb kürzester Zeit zu, Kleidung oder Spielzeug vorbeizubringen. Als Lager stellten Olivia Günther und ihr Mann Bert ihre Garage zur Verfügung. Innerhalb weniger Tage war sie voll. 95 Prozent der Spenden kommen aus Stemwede, schätzt die Westruperin, der Rest aus Diepholz und Lemförde. Der Festival-Veranstalter Waldfrieden habe zudem Fundsachen gespendet, die nie abgeholt worden sind.

Die Spenden wurden ab dem 10. September in den Container verfrachtet, den der Entsorgungsbetrieb Wüppenhorst kostenfrei zur Verfügung gestellt und transportiert hatte. „Ohne die Firma Wüppenhorst hätten wir das gar nicht so stemmen können“, bedankt sich Bert Günther, der seine Frau bei der Spendenaktion unterstützt.

Am Ende sammelten Olivia Günther und ihre Helfer sogar mehr Spenden, als in den Container passten. Was nicht mit nach Hesepe kam, bleibt vorerst in Stemwede – Olivia Günther kann sich vorstellen, dass die Flüchtlinge vor Ort ebenfalls Kleidung und Spielzeug gebrauchen könnten.

In dem Zusammenhang verweist sie auf Planungen der Gemeinde, die ehemalige Grundschule Westrup als eine Art Erstaufnahme-Lager zu nutzen. Wenn dort Schutzsuchende eintreffen, wolle sie ihnen Hilfe anbieten. „Ab sofort wird alles hier in Stemwede verteilt“, fasst die Westruperin zusammen.

Weitere Spenden wollen sie und ihr Mann bei sich in der Garage nicht mehr entgegennehmen. Stattdessen möchte das Ehepaar das Life-House-Team bei seiner Flüchtlingsarbeit unterstützen.

ks

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