2016 stehen in der Gemeinde Stemwede wegweisende Entscheidungen an

Mehr Dialog mit und unter Bürgern

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Bürgermeister Kai Abruszat und Jörg Bartel, Leiter des Fachbereichs Bildung, Generationen, Zentrale Dienste, sprachen einige der Themen an, bei denen in diesem Jahr eine wegweisende Entscheidung ansteht.

Stemwede - Von Melanie Russ. Die Unterbringung und Versorgung der Flüchtlinge stellt – zumal, wenn die Zuweisungen konstant hoch bleiben – in diesem Jahr vielleicht die größte Herausforderung der Gemeinde Stemwede dar. Es ist aber längst nicht das einzige Thema, das Verwaltung und Politik beschäftigen wird. Der Start der Gesamtschule, die Ausstattung der Feuerwehr, der Sportstättenentwicklungsplan und die Windenergie sind nur einige der Themen, bei denen 2016 wegweisende Entscheidungen fallen sollen. Bürgermeister Kai Abruszat und Jörg Bartel, Leiter des Fachbereichs Bildung, Generationen, Zentrale Dienste, nahmen gestern im Rahmen eines Pressegesprächs zu diesen und anderen Punkten Stellung.

Neben den genannten Themen ist für Abruszat ein weiterer Punkt wesentlich: der Dialog mit Bürgern, Organisationen und Wirtschaft. Der Bürgermeister möchte darum neue Traditionen auf den Weg bringen, angefangen mit Ortsteilgesprächen. Die jeweils rund 90-minütigen Veranstaltungen sind als bürgeroffene Gespräche konzipiert, in denen ortsspezifische Themen behandelt werden sollen und der Bürgermeister Rede und Antwort steht. Zum Auftakt in Haldem am 19. Januar geht es beispielsweise auch um die Löschgruppe und die Zukunft der Heilig-Kreuz-Kapelle inklusive Vorplatz, anschließend in Drohne wird die Immenklause ein wesentliches Thema sein.

Gerade in Stemwede, wo die Bindung der Menschen an ihren Ort sehr hoch sei, dürfe sich der Bürgermeister nicht in seinem Büro verschanzen und müsse mit den Menschen vor Ort sprechen, ist Abruszat überzeugt. Bürgernähe ist auch der Hintergrund eines jährlichen Empfangs von Bürgermeister und Rat, bei dem Bürger, Vereine und Institutionen sich austauschen können. Abruszat: „Ich habe den Eindruck, dass ein Bedarf an Austausch besteht.“ Als Termin ist der 3. November festgelegt, den die Verwaltung ganz bewusst ausgewählt hat. Am 31. Oktober 1234 sei Stemwede erstmals taggenau in einem Dokument erwähnt worden, so Abruszat. Rund um diesen Tag soll darum künftig dieser Empfang stattfinden.

Austausch ist auch das Ziel des Stemweder Wirtschaftstreffens, das nach langjähriger Pause wiederbelebt werden soll und erstmals am 14. Juni bei Rila in Levern veranstaltet wird. „Auch die Wirtschaft kann vom Austausch profitieren“, meint Abruszat.

Aufs Tempo drückt der Bürgermeister beim Thema Brandschutzbedarfsplan. Er hofft auf eine Entscheidung der Politik bis März oder April, um auf Grundlage des Bedarfsplans die Planungen für die Anschaffung neuer Fahrzeuge und den (Um-)Bau der Feuerwehrgerätehäuser voranzutreiben. Noch im ersten Halbjahr soll der Löschgruppe Oppendorf ein neues Tanklöschfahrzeug LF10 übergeben werden, spätestens im zweiten Halbjahr soll die Löschgruppe Wehdem ein gleiches Modell bekommen.

Eine entsprechende Verabschiedung des Brandschutzbearfsplans und die Bereitstellung der Mittel im Haushaltsplan 2016 vorausgesetzt, könnte der erste Spatenstich für ein gemeinsames Gerätehaus der Löschgruppen Wehdem und Westrup etwa im April erfolgen. Rund eine Million Euro sollen investiert werden. Wird im Bedarfsplan auch dem Wunsch der Löschgruppen Drohne und Dielingen sowie Arrenkamp und Haldem nach einem stärkeren Zusammenschluss Rechnung getragen, könnte noch in diesem Jahr mit den Standortplanungen begonnen werden. Eine Umsetzung wäre dann voraussichtlich 2017 oder 2018 möglich.

Ob auch im Bereich der Sportstätten eine Umstrukturierung erforderlich ist, soll der Sportstättenentwicklungsplan zeigen. Acht Sporthallen und sechs mit Flutlicht ausgestattete Sportplatzanlagen befinden sich derzeit im Eigentum der Gemeinde. Hinzu kommen 19 Sportanlagen in Vereinsbesitz und zwei Schießanlagen, die auch für außersportliche Veranstaltungen genutzt werden.

Ab Frühjahr werde die Verwaltung gemeinsam mit den Sportvereinen und dem Gemeindesportverband die Nutzungszeiten für Schulen und Vereine, Auslastung und Betriebskosten ermitteln, erklärt Bartel. Hinzu kommen Daten über angebotene Sportarten, Größe und Entwicklung der Vereine sowie über die demographische Entwicklung. Auf Grundlage all dieser Daten soll die Politik dann entscheiden, in welchem Umfang die Gemeinde das Sportstättenangebot langfristig erhalten kann.

Bürgermeister Abruszat warnt aber davor, allein auf die Zahlen und Fakten zu schauen. Das ausgeprägte Vereinsleben der Gemeinde, die als sportlichste in NRW gilt, bezeichnete er als ein Alleinstellungsmerkmal, das es zu unterstützen und zu erhalten gilt. Abruszat: „Die Vereine sind der Kitt der Gemeinde.“

Möglichst noch im ersten Quartal soll die Änderung des Flächennutzungsplan zur Ausweisung von Vorrangflächen für Windenergie verabschiedet werden. Über den Stand der Dinge informiert die Verwaltung während eines Informationsabends am Montag ab 18.30 Uhr in der Begegnungsstätte.

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