Sommerbereisung der IHK zum Thema „Krise und Aufschwung“ / Erwin Quarder Systemtechnik GmbH besichtigt

Mit Solidarität und Rückenwind

Volker Quarder, Geschäftsführer der Erwin Quarder Systemtechnik GmbH (r.), erklärte Margrit Harting, Vizepräsidentin der IHK (2.v.r) die Funktionsweise einer Automatisierungsanlage. Zu den Teilnehmern der 9. Sommerbereisung gehörten auch (v.l.): Bernd Schneider, 2. Vorsitzender des Wirtschaftsclubs Bad Oyenhausen, Reinhard Spilker, Leiter der Personal- und IT-Abteilung der IMA Klessmann GmbH, Anke Schubert, Geschäftsführerin der Lab-micro GmbH in Minden und Bernd Kuhlmann, von der Midema GmbH.

Rahden - ESPELKAMP (kp) Dass die Weltwirtschaftskrise nicht alle Unternehmen und Branchen im gleichen Ausmaß trifft, machte gestern die 9. Sommerbereisung der Mindender Zweigstelle der Industrie- und Handelskammer Ostwestfalen zu Bielefeld (IHK) deutlich.

Zu dem Thema „Krise und Aufschwung“ bekam eine kleine Unternehmer-Gruppe unter der Leitung von Vizepräsidentin Margrit Harting und Karl-Ernst Hunting, Leiter der Mindener IHK-Zweigstelle, Einblicke hinter die Kulissen dreier Betriebe und erfuhr, wie die Firmen handeln, um den Tücken der Krise Herr zu werden.

Die Erwin Quarder Systemtechnik GmbH in Espelkamp war die erste Station. Für nachmittags waren die Besuche der Onamin-Kunststoffwerke in Minden und der Zero-Lack GmbH in Bad Oyenhausen geplant.

Volker Quarder, Geschäftsführer der Erwin Quarder Systemtechnik GmbH, und der kaufmännische Leiter Thorsten Krüger boten ihren Gästen im Werk II eine kurzen Überblick über die Entwicklung des 1972 gegründeten Unternehmens, das sich 2005 zur Quader-Gruppe mit drei Geschäftsbereichen aufspaltete.

Mit 243 beschäftigten Mitarbeitern in Deutschland, 60 in Amerika (Erwin Quarder Inc. in Michigan) und 41 in Tschechien (Muglinovská) fertigt das mittelständische Familienunternehmen Kunststoffteile in Kombination mit elektronischen Komponenten, Spezialwerkzeuge und Automatisierungstechnik.

Zu den Abnehmern gehören unter anderem namhafte Unternehmen wie Bosch und Continental. Weiterhin setzt das Espelkamper Unternehmen derzeit auf die Teilnahme an Forschungsprojekten im medizinischen Bereich.

Gegenüber dem Vorjahr hat die Quarder GmbH mit einem 20-prozentigen Umsatzrückgang und damit auch mit Planungsunsicherheiten zu kämpfen. Von 46 Millionen Euro Umsatz in 2008 rutschen die Einnahmen 2009 auf geschätzte 38 Millionen.

In der ersten Hälfte des Jahres 2009 wurde deshalb im gesamten Bereich „Systemtechnik“ die Kurzarbeit eingeführt. Mittlerweile wurde diese aber wieder aufgehoben, da das Kaufverhalten der Kunden, so Quarder mit Blick auf die Sommermonate, „atypisch“ ist und momentan wieder mehr Aufträge eingehen.

Auch auf die Solidarität seiner Mitarbeiter baut der Geschäftsführer. 95 Prozent der Angestellten stimmten einer vertraglich geregelten und befristeten Gehaltskürzung um 15 Prozent zu. Auch hier wurden die Löhne und Gehälter bereits wieder um eine Stufe angehoben.

Währenddessen nahm das Unternehmen, überall wo es möglich war, Einsparungen vor und kommunizierte offen mit seinen Kunden. Da 53 Prozent aller in Espelkamp produzierten Produkte zu VW fließen, gab es auch von der Abwrackprämie „Rückenwind“, so der Geschäftsführer. „All das hat uns geholfen, die Zeit bis hierhin zu überstehen. Wir gehen in diesem Geschäftsjahr von einem Umsatzzuwachs aus“, erklärte Quarder, der seinen Mitarbeitern für die Hilfe dankbar ist..

„Wir wollen alle unsere Mitarbeiter halten. Es dauert lange, bis wir qualifizierte Arbeitskräfte in den Prozessen haben“, sagte der Unternehmer. Im Bereich der befristeten Arbeitsverhältnisse will das Unternehmen allerdings einige Verträge nicht verlängern.

Auch einen Ausblick auf 2010 wagte er. Nach den Planungen, in denen das Unternehmen auf neue Produkte, Festigung und Marktbereinigung setzt, soll der Umsatz im kommenden Jahr wieder auf dem von 2008 liegen.

„Es ist deutlich geworden, wie stark Familienunternehmen sich in der Krise um ihre Mitarbeiter kümmern. Einfach weil sie die Bodenhaftung haben“, erklärte Margrit Harting in ihrem Schlusswort.

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