Viele Besucher bei Ausschusssitzung

Die Schulentwicklung bewegt die Eltern

Haldem - (SoR) · Das Thema Entwicklung der Schullandschaft in Stemwede bewegt die Eltern. Das zeigte sich an den zahlreichen Besuchern in der Sitzung des Schul-, Sport- und Kulturausschusses im kleinen Saal im Gasthaus Rosengarten in Haldem. Ihnen wurde ein Rederecht eingeräumt und sie durften Fragen stellen.

Nur noch rund 100 Kinder pro Jahrgang werden nach den vorliegenden Zahlen ab 2014/15 in Stemwede eingeschult. „Das entspricht einem Versorgungsbedarf von vier Klassen“, betrachtete Dr. Ernst Rösner von der Technischen Universität Dortmund die Situation an den Grundschulen nüchtern. Der Schulausschuss hatte den Fachmann zur Sitzung eingeladen und ihn um seine Meinung gebeten.

Aus Sicht Dr. Ernst Rösners ist der Grundschulstandort Westrup trotz zentraler Lage nicht aufrecht zu erhalten. Als maßgebliche Gründe sieht er die Schülerzahlen sowie die personellen und räumlichen Gegebenheiten. Die Schule werde in den kommenden Jahren die nach Schulgesetz erforderlichen 18 Einschulungen regelmäßig unterschreiten. Dadurch werde die Gesamtschülerzahl unter die Einzügigkeit sinken. Auch eine Verbundlösung sei bei diesen Schülerzahlen nicht möglich. Außerdem argumentiert er weiter: „Bei Ausfall eines Lehrers bedeutet das 20 Prozent Unterrichtsausfall.“

Aufgrund der vorliegenden Zahlen kommt Rösner zu der Ansicht, dass sich die Gemeinde darum bemühen sollte, die drei Grundschulstandorte in Haldem, Oppenwehe und Levern zu erhalten, zumal in Haldem und Oppenwehe gerade umfangreiche energetische Sanierungsmaßnahmen erfolgt seien und insgesamt eine gute Schulinfrastruktur vorhanden sei.

„Schulen zu schließen sind schwere, unpopuläre Entscheidungen“, weiß auch Dr. Ernst Rösner, „denn Schulen sind ein Identifikationskern einer Ortschaft.“ Aber irgendwann käme man nicht umhin, sich der Frage zu stellen. Die Schülerzahlen seien ein wesentliches Kriterium. Ferner seien aber auch die Qualität der pädagogischen Arbeit, die Wohnortnähe und auch der Sanierungsaufwand zu betrachten. Letztendlich liege die Entscheidung im Ermessen des Schulträgers.

Einer Zusammenführung der Grundschulen an zwei Standorten oder einer zentralen Lösung steht er skeptisch gegenüber. Ein Grund sind für ihn die dann erforderlichen Baumaßnahmen. Außerdem führt Rösner an: „Je mehr Schulen desto kürzer sind statistisch gesehen die Schulwege.“

„Der demografische Wandel und die Zahlen für Westrup machen uns Sorgen“, erklärt Bürgermeister Gerd Rybak. „Der Arbeitskreis Schulentwicklungsplanung hat die Aufgabe die Zahlen auszuwerten und auf die neue Schulpolitik der Landesregierung zu reagieren“, verdeutlicht Rybak als Sprecher des Gremiums. Heute werde noch nichts entschieden. „Bei den Grundschulen stehen wir erst am Anfang der Diskussion“, erklärt auch Wilhelm Riesmeier. Zunächst werden die Fraktionen weiter beraten. Eine reguläre Schulausschusssitzung steht für 2010 nicht mehr im Sitzungskalender. Eine endgültige Entscheidung über den Schulentwicklungsplan soll erst im nächsten Jahr fallen.

▪ Erst am Anfang

▪ der Diskussion

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