Noch drei Hauptaufführungen und zahlreiche Sondervorstellungen will die Laienspielschar Oppenwehe geben

Ein schönes Stück Theater gespielt

Frühstück in der Pension „Waldlust“ mit Sven Winkelmann, Iris Staas-Johann, Karl-Heinz Becker, Karl-Heinz Bollmeier, Michaela Spreen, Elisabeth Meier (verdeckt) und Katharina Rahe (v. l.). Fotos: K. Müller

Oppenwehe - (km) · Einfallsreich ist und voller Ideen steckt die Inszenierung des plattdeutschen Theaterstücks „Pension Waldlust“ von Günter Drewes, einstudiert von der Laienspielschar Oppenwehe unter der Regie von Frauke Spreen. Premiere war am Sonntag vor Mitgliedern des Sozialverbands in „Meiers Deele“ (wir berichteten kurz).

In einem spitzenmäßigen Bühnenbild, das ohne Wenn und Aber den Eindruck einer sehr netten Pension vermittelt, agierten die Oppenweher Darsteller (bei Text-„Hängern“ von Souffleuse Andrea Melcher wieder auf den rechten Weg gebracht), als würden sie nie etwas anderes tun. Beeindruckend, wie stimmig auch das Drumherum war. Das ließ sich an Kleinigkeiten wie dem Falten von Servietten, dem Blaulicht beim Eintreffen der Polizei durch das Fenster und anderen Details erkennen.

Darüber hinaus waren die Figuren prima besetzt. Karl-Heinz Bollmeier als unterdrückter Ehemann mit Sprachfehler, beherrscht von Elisabeth Meier als seine dominante Ehefrau, setzten zahlreiche Lachakzente. Die von Michaela Spreen gespielte Pensionswirtin holte sich ihre Lacher durch ihre Naivität und ihrer frei werdenden Gefühle gegenüber dem Schotten Jack Mac, gespielt von Dirk Priesmeier, sowie dem von Karl-Heinz Becker dargestellten Ganoven Uribe. Den Schotten bekam sie ins Bett, den Gauner brachte es ins Gefängnis, weil er nicht nur ihre Gefühle, sondern vor allem ihre Scheckkarte ausnutzte. Das war herrliche Unterhaltung, in der auch die affektiert von Iris Staas-Johann dargestellte Gräfin Edelgard und die geschäftstüchtige Nichte (Katja Dönert) wuselten. Dazu kamen schließlich noch der „verdeckte Ermittler“ Sven Winkelmann und die Ganoven-Komplizin Katharina Rahe.

Die Geschichte handelt von der etwas unbefriedigten Pensionswirtin, die das Haus voller Gäste hat und dabei überlegt, was an Geld übrig bleibt, wenn sie Brot vom Vortrag kauft und Marmelade aus dem Keller holt. Dass dann jede Menge Verwicklungen auftauchen, hat mit dem Ganoven-Duo zu tun, das großes Gefallen am Schmuck der Gräfin, am Bargeld und den Sparbüchern der Pensionswirtin oder an der Kameraausrüstung der Familie Zeisig (die Frau mit der Herrschsucht-Meise nebst ihrem später aufmüpfig werdenden Gatten) gefunden hatte. Was wiederum dem Kriminalbeamten auffiel, der mit wilder Perücke und hörgeschädigt alles im Blick hatte, um am Ende zuschlagen und die Ganoven dingfest machen zu können.

Dazwischen hüpfte der Schotte rum, der vor allem den Dudelsack und den Whisky und später auch die Pensionswirtin liebte. Was dadurch deutlich wurde, dass diese derangiert aus dem Zimmer des Schotten kam. Es lohnt sich, wenigstens eine der weiteren Aufführungen am 12., 15. 20. oder 27. November in Meiers Deele sich anzusehen.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Patron Hoeneß hat "fertig" - Flick bleibt länger Chefcoach

Patron Hoeneß hat "fertig" - Flick bleibt länger Chefcoach

Trump greift Ex-Ukraine-Botschafterin während Aussage an

Trump greift Ex-Ukraine-Botschafterin während Aussage an

Immer mehr Gegenwind für Windkraftpläne der Bundesregierung

Immer mehr Gegenwind für Windkraftpläne der Bundesregierung

Weiteres Todesopfer nach Zusammenstößen in Hongkong

Weiteres Todesopfer nach Zusammenstößen in Hongkong

Kommentare