Modellflieger gehen selbst in die Luft / Kurze Ausbildung

Schluss mit Miniaturen

Durchstarter: In Rekordzeit schafften Michael Hartmann aus Gehlenbeck (l.) und Sven Jütersonke aus Oberlübbe die Ausbildung vom Modellflugpiloten zum Segelflugpiloten mit Alleinflugberechtigung.

Rahden - BOHMTE n „Na ihr beiden, wollt ihr mal mitfliegen?“ – Fluglehrer Friedrich Lüke griff die beiden Modellflieger Sven Jütersonke und Michael Hartmann an der Bohmter Flugleitung der „großen“ Fluggeräte auf.

Auf dem Flugplatz in Bohmte fliegen „Groß“ und „Klein“ auf dem gleichen Gelände. Da ist der Blick über den Zaun normal, besonders weil am Heimatflugplatz der beiden Modellflieger des Frotheimer Vereins MSC Falke manntragende Flugzeuge nicht so oft starten.

Da die Wiesen im Frühjahr in Frotheim oft sehr feucht sind, zieht es die Modellflieger nach Bohmte. Nach zwei Mitflügen im Segelflugdoppelsitzer hatte es bei den Modellflugkameraden gefunkt. Sie wollten selbst in die Luft gehen.

Ein Schnupperkurs war schnell gebucht. Die fünf Starts im vorderen Sitz mit dem Lehrenden im Nacken brachte Gewissheit auf beiden Seiten: Die Vorschulung durch Modellflug ist ein sehr guter Wegbereiter für die manntragende Fliegerei. „Die Jungs werden die Alleinflugreife in kurzer Zeit erreichen“, war sich das Fluglehrerteam sicher. Bald war es dann soweit, alle Ausbildungsabschnitte zum Alleinflug wurden geübt und beherrscht (darunter befanden sich auch das so genannte „Trudeln“ und Seilrissübungen), jetzt konnte Sven Jütersonke aus Hille-Oberlübbe zum Alleinflug starten. Der 27-jährige Industriemechaniker mit langjähriger Modellflugpraxis legte nach nur 30 Starts mit Fluglehrer drei perfekte Alleinflüge rund um den Bohmter Flugplatz hin. Modellflugkollege Michael Hartmann flog wenige Tage später alleine. Der 18-jährige Gymnasiast aus Gehlenbeck brauchte ebenfalls nur 30 Schulungsstarts, um tadellose Soloflüge hinzulegen. Hartmann ist seit vier Jahren Modellflieger und strebt nach der Abitursprüfung nach einem Beruf im Bereich Luft - und Raumfahrt.

Nach den Soloflügen gab es ein Aufnahmeritual, um in den erlauchten Kreis der Piloten aufzusteigen. Dazu gehört unter anderem auch, einen Distelstrauch mit bloßen Händen zu greifen. Dieser alte Brauch der Fliegerei soll die Feinfühligkeit der wichtigsten Steuerorgane der Fliegerei, nämlich die der Hände, erweitern. „Eigentlich war das bei Sven und Michael nicht notwendig, aber dieses Ritual lassen sich die anderen Flugschüler nicht entgehen“, erklärte Fluglehrer Lüke.

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