Im Pfarrhaus in Oppenwehe werden Betten für Übernachtungsgäste vermietet

Schlafen im Schatten der Martini-Kirche

+
Hausmeisterin Elisabeth Möller in einem der Einzelzimmer.

Oppenwehe - Nächtigen wie ein Geistlicher – das ist seit dem vergangenen Jahr in Oppenwehe möglich. Seit rund neun Monaten hat die örtliche evangelisch-lutherische Kirchengemeinde mit Sigrid Mettenbrink eine Pfarrerin, die in Pr. Ströhen lebt. Mit einem Beschluss hob das Presbyterium deshalb die Residenzpflicht der Pfarrerin auf. Nach dem Weggang von Pfarrer Günter Kreher, der während seiner Amtszeit zwischen Berlin und dem Spargeldorf pendelte, beschloss das Presbyterium zudem, das Pfarrhaus neben der Martini-Kirche umzunutzen.

Jetzt kann dort jeder, der im eigenen Haus keinen Platz für Übernachtungsgäste hat oder Arbeitskräften eine Schlafstätte bieten möchte, für „kleines Geld“ seinen „Besuch“ unterbringen. Die Einnahmen gingen an die Oppenweher Gemeinde, sagt dessen Pfarrerin: „Wir haben eine gute Nutzungslösung gefunden.“

Die fünf Schlafzimmer, ein Drei-Bett-Zimmer, ein Zwei-Bett-Zimmer, ein Doppelzimmer sowie zwei Einzelzimmer, und den Rest des Hauses (Küche, Esszimmer, Stube, Bad) präsentierte das Presbyterium den Gemeindegliedern jetzt nach einer Versammlung in der Kirche.

„Wir wollen das über ein Jahr ausprobieren“, berichtete Kirchmeisterin Andrea Schäffer und stellte Elisabeth Möller als Hausmeisterin der Unterkunft vor. Obwohl das Angebot bislang nur im Gemeindebrief veröffentlicht wurde, wird es gut angenommen. Montage-Arbeiter und einige Feier-Gäste ruhten ihre müden Knochen dort bislang aus.

Möller ist zufrieden – und das vor allem deshalb, weil sie und ihr Mann Karl-Heinz es nach der Initiative des Presbyteriums geschafft haben, die Räume mit Möbelspenden und einigen wenigen Zukäufen praktikabel auszustatten.

Hier und da fehlen noch Bilder an den Wänden; doch die engagierte Herrin über Haus und Garten ist zuversichtlich, dass auch diese noch ihren Weg ins Pfarrhaus finden. „Viele Menschen lagern Dinge, die noch gut sind“, sagt sie und hofft auf die Spendenbereitschaft ihrer Mitbürger. Wenn das Wetter gen Sommer besser wird, will sie sich an die Herrichtung des Pfarrhaus-Gartens machen. Erreichbar ist Elisabeth Möller, die auch die Buchungen verwaltet, unter Telefon 05773/8134.

Pfarrerin Sigrid Mettenbrink zog bei der Versammlung ein positives Fazit ihrer bisherigen Gemeindearbeit. Sie habe die Gläubigen als „sehr aktiv und innovativ“ kennengelernt. Es fänden viele Aktionen im Ort statt, der Umgang sei liebevoll und viele „geistliche Aufbrüche“ seien vorhanden. Nur durch das starke ehrenamtliche Handeln könne die bisherige Arbeit aufrecht erhalten werden. Die Zahl der Mitglieder sei zwar rückläufig, jedoch nicht so stark wie andernorts. Dem Kindergarten bescheinigte die Geistliche gute Anmeldezahlen, vor allem im U3-Bereich. Nach der Umsetzung einiger Arbeiten im vergangenen Jahr, stehen dort bald wieder Umbauarbeiten an. · kap

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Zehnter Herbst- und Schweinemarkt in Brinkum

Zehnter Herbst- und Schweinemarkt in Brinkum

Klima-Aktivisten blockieren Haupteingang der IAA

Klima-Aktivisten blockieren Haupteingang der IAA

Übungsszenario in Syke: Frontalcrash auf enger Straße

Übungsszenario in Syke: Frontalcrash auf enger Straße

Offen wie selten: Tunesien wählt neuen Präsidenten

Offen wie selten: Tunesien wählt neuen Präsidenten

Kommentare