Rüdiger Lusmöller und Kerstin Speckmeier sind „Möller&Meier“

Scharfsinn trifft auf sinnliches Schaf

Bissiges unter dem Mistelzweig: Zum Programm von „Möller & Meier“ gehört auch ein „Weihnachts-Special“.

Levern - Von Gerhard Scheland· In Telefonbüchern und Adresswälzern begegnet man den Namen hunderttausendfach, im nördlichen Schleswig-Holstein ebenso wie am Königssee im südlichsten Zipfel Deutschlands. Dennoch sind „Möller & Meier“ einzigartig. Nicht, weil sie aus Stemwede kommen, sondern weil hinter den Pseudonymen Menschen stehen, die eine neue Herausforderung gesucht und gefunden haben: „Möller & Meier“ vereinen Musik und Comedy oder umgekehrt.

        „Möller“ ist die männliche Hälfte des Duos und als erfahrener Gitarrist vorwiegend mit musikalischen Aufgaben betraut. In der Region ist „Möller“ besser als Rüdiger Lusmöller aus Twiehausen bekannt. Mehr als 25 Jahre tourt er bereits mit der Partyband „Playback“ durch norddeutsche Gefilde, seit gut einem Jahr hoppt er mit der Westernhagen-Cover-Gruppe „Sexxy“ von Erfolg zu Erfolg, 2006 stieg er bei den „Tortenspitzen“ ein und eignete sich dort kabarettistisches Rüstzeug an, und erst jüngst feierte er als italienischer Mafiosi in der Kriminalkomödie „Heiße Bräute machen Beute“ mit dem Ensemble der „Kleinen Bühne“ Levern Premiere als Theatermime.

Hinter „Meier“ verbergen sich weiblicher Charme und unbändige Energie: Die zweite Hälfte der vierbeinigen Show-Formation verkörpert Kerstin Speckmeier aus Levern, ebenso bühnenerfahren wie ihr männlicher Partner und verwandlungsfähig wie ein Chamäleon. Immer dann, wenn sich die Mimin mit der „Kleinen Bühne“ einem breiten Publikum vorstellt, sind Turbulenzen vorprogrammiert. Und bei den „Tortenspitzen“ sind die oft bissigen Pointen von Kerstin Speckmeier schon seit Jahren Kult.

Bei so viel kreativem Gleichklang ist es kaum verwunderlich, dass sich Rüdiger Lusmöller und Kerstin Speckmeier, die sich privat viel besser verstehen als es auf der Bühne den Anschein hat, irgendwann einmal über neue Herausforderungen unterhalten haben. Erst oberflächlich, dann immer intensiver. Am Ende stand die Geburtsstunde von „Möller & Meier“ – ohne Wehen und andere Schmerzen.

Seitdem feilen die beiden Mittvierziger an ihrem Bühnenprogramm. Reimen und dichten, schreiben und verwerfen wieder. Herausgekommen ist bei der schöpferischen Arbeit der vergangenen Wochen und Monate ein musikalisch-kabarettistischer Dreiakter mit dem vielsagenden Titel „Reizende Saitenstiche“. Anderthalb Stunden allerbester Unterhaltung mit Gitarrensoli, Gesang, Gedichten, Geschichten und gegenseitigen Gemeinheiten. Eine 90-Minuten-Show, in denen sich die durch eine Agentur für notleidende Künstler vertraglich aneinander gebundene Zweckgemeinschaft „Möller & Meier“ angiftet, was das Zeug hält. Kleine Kostprobe gefällig? „Bei mir ist es Scharfsinn, sie ist ein sinnliches Schaf“. Sie tituliert ihn als mittelloses Ausnahmetalent, das eigentlich niemand hören will, er sieht in ihr eine verkappte Provinzschauspielerin, die über Stützstrumpfwerbung nie hinaus gekommen ist. „Gesucht habe ich einen Gitarrenhalter, gefunden einen Garderobenständer für desaströse Kleider.“ Und weil beide so gegenteilig sind, gibts auch schon mal andere Szenen: „I got you Babe“, schmachtet „Meier“ „Möller“ an, „Liebeskummer lohnt sich nicht“ revanchiert sich „Möller“ bei „Meier“. Langweilig wird es auf der Bühne also nie, auch schon deswegen nicht, weil Kerstin Speckmeier aus jedem Auftritt eine kleine Modenschau macht und sich in den unterschiedlichsten Outfits präsentiert.

Mit Einzelszenen ihres Programms haben „Möller & Meier“ sich bereits einem größeren Publikum gezeigt und nicht nur für ihr „Weihnachts-Special“ viel Zuspruch erhalten. „Wir wollten einfach mal sehen, wie es läuft“, begründen Rüdiger Lusmöller und Kerstin Speckmeier ihr 20-Minuten-Gastspiel in einem Bielefelder Jazzclub. Der Achtungserfolg macht beiden Mut für die eigentlichen Premieren-Auftritte am Freitag und Sonnabend, 18. und 19. März nächsten Jahres. An beiden Abenden können jeweils 150 Besucher das musikalische Comedy-Duo erstmals live erleben – jeweils ab 20 Uhr.

„Der Vorverkauf ist gut angelaufen, dass lässt hoffen“, fiebert Kerstin Speckmeier den Terminen entgegen. „Vorsorglich haben wir die kleine Leverner Festhalle auch noch für Sonntag, 20. März, reserviert“, ergänzt Rüdiger Lusmöller, „weil wir niemand enttäuschen möchten, falls die große Nachfrage anhält“.

Karten sind (auch als Last-Minute-Geschenk zu Weihnachten) bei der Firma Westerkamp an der Leverner Straße (Telefon 05745/551) in Levern erhältlich. Ansprechpartner ist Holger Felber.

Und was kommt nach den zwei oder drei Auftritten in Levern? „Dann starten wir eine weltweite Siegestour“, sprudelt es überschwänglich aus Kerstin Speckmeier heraus. Rüdiger Lusmeier tritt dagegen auf die Euphoriebremse und blickt realistischer in die Zukunft: „Wir wünschen uns, dass das Programm ankommt, das ist das Wichtigste. Wenn uns dann jemand in der Peripherie Stemwedes haben will, sagen wir natürlich nicht nein.“

„Warum er ausgerechnet mich gefragt hat, weiß ich nicht“, schmunzelt Kerstin Speckmeier, wenn sie an das erste Gespräch mit Rüdiger Lusmöller zurückdenkt. Nach dem letzten abendfüllenden Programm der „Tortenspitzen“ war das. Gemeinsam mit Angelika Piel, Martina Holle und Ulrike Tönsing hatten beide gerade mit dem Jubiläumsprogramm „Frühlingserwachen oder: Jetzt schlägt´s 13“ in Hollwede einen Riesenerfolg gelandet. „Ich hatte die Idee, eine Live-Geschichte auf die Bühne zu bringen, nicht mit einem rein männlichen, aber auch nicht mit einem weiblichen Duo. Männlein und Weiblein sollten es sein“, erinnert sich Lusmöller. „Kerstin fand die Idee auf Anhieb gut, kurze Zeit später waren schon die ersten Texte fertig“, ergänzt „Sexxy“-Rüdiger.

Über den Namen wurde nicht lange diskutiert, wohl aber über die Rangfolge. „Der Chef muss vorne stehen“, war das überzeugende Argument von Rüdiger Lusmöller, dem sich Kerstin Speckmeier letztendlich beugte: „Wir firmieren als Möller & Meier“. „Dafür redet er mir aber nicht bei der Auswahl der Bühnengarderobe rein“, gilt seitdem als Abmachung. Will „Möller“ auch gar nicht, „denn viel wichtiger ist, dass wir uns auf der Bühne von Herzen hassen und dem Publikum immer wieder deutlich machen, dass wir gegensätzlicher nicht sein können – musikalisch wie verbal.“

▪ Nicht lange

▪ diskutiert

▪ „Weltweite

▪ Siegestour“

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