Jugendliche „trainierten“ mit den „Sisters“ im Life House / Persönlichkeit gestärkt und Selbstbewusstsein aufgebaut

Rappen für ein starkes Ich

Step für Step erarbeitete „Gastcoach“ Rebecca mit den Mädchen und Jungen die Choreographie zur Musik.

Wehdem - (art) · Elf Mädchen und Jungen sitzen bewaffnet mit Stift und Papier rund um zwei Tische und überlegen, wie der Text für einen eigenen Song aussehen könnte. Nebenan erarbeiten sich fünf weitere Jugendliche Step by Step eine selbst entwickelte Choreographie.

        Hier entsteht nicht etwa eine neue Pop- oder Hip-Hop-Band, auch ein DSDS-Casting findet hier nicht statt. Im Life House lernten – wie schon kurz berichtet – Schülerinnen und Schüler der Stemwederberg-Schule in Wehdem, in Songtexten und einer Performance ihren Gedanken auf neuen Wegen Ausdruck zu verleihen. Unterstützt wurden die Jugendlichen von Nikki und Onejiru, Mitglieder der Band „Sisters“, die bereits als Vorgruppe von Jan Delay und den „Söhnen Mannheims“ auftrat und 2008 ihre erste CD veröffentlichte.

Unter dem Motto „Sisters in Tolerance“ hat das LifeHouse-Team um Gemeindejugendpflegerin Dorit Bültermann in Kooperation mit der Stemwederberg-Schule die Popstars mit afro-amerikanischen Wurzeln nach Wehdem geholt. Unterschiedliche Lebenswelten, Respekt und Anti-Rassismus sind Schwerpunkte, die die Musikerinnen in ihren Workshops behandeln. Außerdem legen sie das Augenmerk auf junge Frauen und Mädchen zur Stärkung des Selbstbewusstseins. So begann der Workshop für die Siebt- bis Neuntklässler auch damit, dass Ängste symbolisch aus dem Fenster geworfen wurden. „Fühl Dich frei“, der Grundgedanke, den Nikki und Onejiru den Jungen und Mädchen immer wieder vor Augen führten. „Denn wer seine Ängste ablegt, sagt offen und ehrlich aus sich heraus, was er fühlt, was ihn bewegt“, gab Nikki einen Einblick in das Konzept.

Nach allgemeinem Kennenlernen wurde in einer gemeinsamen Runde diesbezüglich ein erstes Brainstorming veranstaltet. Freundschaft und Gefühle wie Liebe, Glück, Trauer, Enttäuschung, Hilflosigkeit oder Hass waren ebenso Themen, die die jungen Menschen heutzutage bewegt, wie die Auseinandersetzung mit andern Kulturen und dem Mut, zu sich selbst zu stehen, der Stärke, seinen eigenen Weg zu gehen.

Gemeinsam wählten die Jugendlichen einen Beat aus, auf dessen Basis die eine Gruppe mit Hilfe von „Gastcoach“ Rebecca eine Choreographie erarbeitete. In der Gruppe der Songwriter und Sänger, unter Leitung von Onejiru und Nikki, drehte sich alles um Texten, Gesang und Rapmusik.

Künstlerin Nikki sammelte mit den musikbegeisterten Jugendlichen        zunächst Ideen, aus denen sie später einen gemeinsamen Song bastelten. „Die Gruppe möchte das Negative der Gesellschaft in den Blick rücken“, so Nikki. In einer Zeit, in der Kälte und Materialismus dominieren, sei das Abrutschen ins Leere, die Haltlosigkeit vieler junger Menschen ein Grund, Trost und Zuflucht in Suchtmitteln zu suchen. „Aber auch Hoffnung, durch einen fremden Menschen einen neuen Lebenssinn zu entdecken, spiegelt sich als aufrüttelnder Kick am Ende wider.“

Engagiert sind die Jugendlichen bei der Sache, liegen gut im zeitlichen Rahmen. „Echt toll, wie die zusammenarbeiten“, schwärmen die beiden Coaches. Die einstudierten Tänze waren auf die Musik abgestimmt und am Ende des Tages präsentierten alle gemeinsam ihr Werk. Mit einem mobilen Tonstudio wurde der Song der neuen Formation auf CD festgehalten. „Wir mixen diese noch entsprechend ab“, so Nikki weiter. „Dann erhalten die Mädchen und Jungen diese als bleibende Erinnerung, die ihnen dauerhaft Mut machen und Stärke verleihen soll“, ziehen die beiden „Sisters“ ein Resumée.

„Die Schüler sind sehr stolz darauf, ein eigenes anspruchvolles Projekt auf die Beine gestellt zu haben.“ Die Workshop-Leiterinnen sind zufrieden mit ihrer Gruppe. Zehn Workshops haben sie gemeinsam mit dem Welthaus Bielefeld veranstaltet.

Mehr Informationen unter www. welthaus.de.

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