Gestern offizielle Einweihung

Rahdener: Das ist unser Bahnhof!?

Übergabe des symbolischen Schlüssels durch den Architekten Andreas Krauß an Bürgermeister Bernd Hachmann (v. r.).

Rahden - (km) · Gestern war „großer Bahnhof“ für den kleinen Bahnhof in Rahden. Zahlreiche Gäste, unter ihnen Staatssekretär Günter Koz lowski und Landrat Dr. Ralf Niermann, nahmen an der offiziellen Einweihung des zu einem multifunktionalen Gebäudes umgewandelten Bahnhofs teil. Der offizielle Teil endete mit der Übergabe des symbolischen Schlüssels durch den BKS-Architekten Andreas Krauß an Bürgermeister Bernd Hachmann.

Als ehemaliger Stadtdirektor von Rahden, sagte Staatssekretär Günter Kozlowski in seiner Begrüßung, habe ihm der damalige Bürgermeister Reinhold Spönemann die vier bedeutendsten Anlaufstellen für den neuen Stadtdirektor erläutert. Der Bahnhof sei eine gewesen. Die habe er auch zuerst aufgesucht, denn Rahden sei nun mal eine Eisenbahnerstadt gewesen. Damals, erinnert er sich schmunzelnd, habe Wilhelm Horstmann vom Diepholzer Kreisblatt ein Foto von ihm gemacht, wie er mit Aktentasche am Bahnhof stehe. Er habe sich noch lange danach fragen lassen müssen, ob er schnell von Rahden wieder weg wolle.

Aktuell sei es Friedhelm Ortgies gewesen, der immer wieder gedrängelt habe, dass mit dem Bahnhof „was geschehen muss“. Nicht zuletzt, weil der Bahnhof die Visitenkarte einer Stadt sei. Das Land habe sich eingebracht. Aus insgesamt drei Töpfen gebe es Zuschüsse.

Kozlowski lobte das von der Stadt erarbeitete Nutzungskonzept als richtungsweisend. Das Ergebnis „ist wirklich schön geworden“, sagte der Staatssekretär und kündigte an: „Spätestens 2011 sehen wir uns hier wieder.“ Dann sollen die Außenanlagen mit Land-Unterstützung fertig gestellt sein.

Zuvor hatte Bürgermeister Bernd Hachmann in seiner Begrüßung daran erinnert, dass der Bahnhof nach 111 Jahren nun zum zweiten Mal eingeweiht werden könne. Die Eisenbahnerstadt Rahden sei sich ihrer Tradition und Verpflichtung der Geschichte gegenüber bewusst. Er möge sich gar nicht vorstellen, was wäre, wenn die Stadt den Bahnhof nicht gekauft hätte und stattdessen ein Busbahnhof sowie Park- und Fahrradstellplätze einzeln an Interessenten verkauft worden wären.

Mit der Kaufentscheidung habe sich die Stadt alle Chancen auf dem „Zukunftsfeld öffentlicher Personennahverkehr“ offen gehalten. Dann ging Hachmann auf den Entwicklungsweg des multifunktionellen Bahnhofes bis zum heutigen Tage ein (wir berichteten). Nun könne im nächsten Schritt das Bahnhofsumfeld ertüchtigt werden. Rund 1,3 Millionen Euro habe die Bahnhofssanierung gekostet.

Die Liste der Redner war lang. Der Landtagsabgeordnete Friedhelm Ortgies sprach von einem „Freudentag“. Er selbst sei mit dem Bahnhof „groß geworden“. Seit seiner Kindheit habe er miterlebt, „wie es hier zuging“. Einst hätten rund 400 Familien unmittelbar vom Bahnhof gelebt. Nicht nur Personenverkehr habe es gegeben. Hier sei auch die Verladestation der Viehhändler gewesen: „Kälber blökten, Schweine quietschten.“ Er sei froh, dass eine Mehrheit im Rat für den Erhalt des Bahnhofs gewesen sei. Er hoffe nun, das alle Leute das Gefühl haben: „Das ist unser Bahnhof!“

Dr. Ralf Niermann ärgert sich eigentlich nur über ein Schild, das ihm aufgefallen sei: „Rahden – Landkreis Lübbecke“. Ansonsten bringe er die Glückwünsche von Kreistag und Verwaltung zum gelungenen Umbau mit. Rahden habe „Großartiges auf die Beine gestellt“. Dass eine Kommune den Kulturbahnhof übernehme, gebe es nur in Rahden. Es sei eine Entscheidung gegen eine Bauruine gewesen. Er wies auch, wie zuvor Thomas Lennertz (Geschäftsführer Bahnflächenentwicklungsgesellschaft), auf das „Alleinstellungsmerkmal Trauzimmer“ hin. Weitere Redner waren Ortsvorsteher Reinhard Warner („Ich wollte mal Lokführer werden.“), Detthard Wittler für das VHS-Laientheater Schatulle, das am Abend auftrat, Hartmut Jork für des DRK-Ortsverein Rahden und Horst Kämper für die Eisenbahn-Chronikgruppe. Wittler, Jork und Kämper haben als Vertreter ihrer Organisationen ein Domizil im alten/neuen Bahnhof erhalten. Wittler erinnerte bei dieser Gelegenheit an die wechselvolle Geschichte der Schatulle.

Am Sonntag, 25. April, 11 bis 17 Uhr, können Rahdener und Gäste das neue Haus rund um ein abwechslungsreiches Eröffnungsfest in Beschlag belegen.

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