Um „Rahdener Spargel“

Was ist besonders liebenswert an den Ostwestfalen? Harald Meves.

Rahden · Kein Aprilscherz: Am Freitag, 1. April 2011, vergibt „Kul-Tür“, der rührige Kulturverein der Stadt Rahden, nach der Premiere im Jahre 2008 zum zweiten Mal den Kabarettpreis „Rahdener Spargel“.

Wer zuletzt lacht, hat den Witz nicht früher verstanden: Max Uthoff.

Ab 20 Uhr treten im Gasthaus Rüter in Tonnenheide die Kabarettisten Harald Meves aus Vlotho, Mia Pittroff aus Bayreuth und Max Uthoff aus München zum verbalen Vergleich um die begehrte Auszeichnung gegeneinander an. Die Veranstaltung ist einer der Höhepunkte im Kul-Tür-Programm für das erste Halbjahr 2011. Harald Meves, Mia Pittroff und Max Uthoff stellen sich am 1. April mit etwa halbstündigen Ausschnitten aus ihren Programmen vor. Anschließend entscheidet das Publikum, wer den zweiten „Spargel“ in Empfang nehmen und zwei Monate später an gleicher Stelle sein aktuelles Programm in voller Länge präsentieren darf. Der Sieger beziehungsweise die Siegerin des Wettbewerbs kehrt am Dienstag, 31. Mai, in den Saal von Rüters Gasthaus in Tonnenheide zurück, um die Lachmuskeln der Besucher erneut zu strapazieren. Harald Meves gilt als genauer Beobachter der ostwestfälischen Bevölkerung. Er weiß, was der Ostwestfale so „sacht“ oder „nich sacht“, was auf einer ostwestfälischen Sitzparty passiert, was man „sacht, wenn das Essen nicht schmeckt“ oder was die ganze Welt schon immer über den Ostwestfalen wissen sollte. „Da müssen wa getz durch!“ heißt das aktuelle Zwei-Stunden-Programm des Vlothoers.

Redet und singt sich mit unverkennbar fränkischem Zungenschlag um Kopf und Kragen: Mia Pittroff.

Harald Meves schaut genau hin: Was ist besonders liebenswert an den Ostwestfalen? Wie drücken sie ihre Gefühle aus und wie gehen sie mit Widrigkeiten des Lebens um? Dazu befasst er sich auch mit so wichtigen Fragen wie „Worüber kann man heute noch lachen?“ und „Wovon leben eigentlich Drogeriemärkte?“. Von der Müllentsorgung über die Bevölkerungsentwicklung bis hin zum Verhältnis der Geschlechter: Harald Meves betrachtet und kommentiert alles aus ostwestfälischer Sicht. Hinter Mia Pitroff verbirgt sich weibliche Komik, die ohne „er-sagt-sie-sagt-Vergleiche“ auskommt. Denn es gibt doch so viele andere spannende Themen, die sie mit einem Humor – trocken wie Heizungsluft – rüber-bringt. Die Entsorgung eines Laminafußbodens wird bei Mia Pittroff beispielsweise zu einem tiefemotionalen Moment, der Abschluss einer Rentenversicherung zum historischen Höhepunkt, und selbst dem Thema Parkplatzzsuche widmet die studierte Germanistin ein Vier-Minuten-Lied. Die Frau redet und singt sich mit unverkennbar fränkischem Zungenschlag zwei Stunden lang um Kopf und Kragen. Der Titel des Kabarettsolos: „Mein Laminat, die Sabine und ich“.

Max Uthoff, von Haus aus Jurist, gilt als Meister der deutschen Sprache. Seine satirischen Spitzen versteckt er unauffällig in seinen Sätzen. Die Pointen kommen mit rasantem Tempo daher– möglich nur durch eine ausgefeilte Atem- und Sprechtechnik. „Sie befinden sich hier!“ ist ein wilder, satirischer Ritt durch das Leben und die deutsche Parteienlandschaft.

Während sich bei den einen der Wohlstandsbauch bläht, sollen die anderen froh darüber sein, den Gürtel enger schnallen zu dürfen. Sich sein eigenes Grab zu schaufeln, ist für viele eine Form der Altersvorsorge. Aber trotz der Schrecken des Alltags gilt die Devise: Wer zuletzt lacht, hat den Witz nicht früher verstanden.

Max Uthoff bietet ein abwechslungsreiches Programm mit sympathischen Massenmördermuttis, dialektischen Waffenhändlern und den Antworten auf drängende Fragen: Warum ist der Strom noch viel zu billig, ist die FDP der Blinddarm der Republik und warum gleicht eine tridentinische Messe einem Konzert von Herbert Grönemeyer?

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