Zugehen auf Asylbewerber im Mittelpunkt

„Eine Stadt lebt von ihrer Vielfältigkeit“

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In einem kurzen Gespräch stellte Pfarrer Udo Schulte zwei junge Asylbewerber vor, zwei weitere bereicherten mit landestypischen Instrumenten den Gottesdienst.

Rahden - Vielfältig und abwechslungsreich sorgte das Rahdener Stadtfest am Wochenende mit dem bewährten Mix aus Unterhaltung und Vergnügen für Kurzweil. Aber auch besinnliche Momente kamen in diesem Jahr nicht zu kurz. Der Open-Air-Gottesdienst am Sonntagmorgen feierte eine gelungene Premiere. Unter dem Motto „Suchet der Stadt Bestes“ lud Pfarrer Udo Schulte dazu ein, das, was eine Stadt ausmacht, an ganz anderen Dingen festzumachen als an Shopping- und Vergnügungsmöglichkeiten, Wohneigentum und Besitz.

„Eine Stadt lebt von ihrer Vielfältigkeit, das gilt auch für die Verschiedenheit an Menschen“, rief Schulte dazu auf, den Begriff Nachbarschaft zu erweitern, sich für andere zu engagieren. „Wer für sich selbst das Beste sucht, baut Mauern, um das, was er hat, zu schützen. Wer auch für den anderen das Beste sucht, baut Mauern ab, schafft Herzensverbindungen und bringt in der Gemeinschaft die Vielfältigkeit der Stadt harmonisch zum Ausdruck“, appellierte Schulte, den Blick zu wenden.

Auch konkrete Möglichkeiten zum Engagement mit Blick auf die Mitmenschen, die aufgrund ihrer sozialen Situation oder ihrer Herkunft am Rande der Gesellschaft stehen, zeigte der Gottesdienst auf. Helga Berghorn-Detering von der Rahdener Ausgabestelle der Lübbecker Land Tafel brach institutionsübergreifend eine Lanze für ehrenamtliches Engagement, das vom gemeinschaftlichen Handeln lebe.

Insbesondere legten der Seelsorger und Christina Zimmermann vom CVJM-Café „International“ den Gottesdienstbesuchern die Sorge für die in Rahden lebenden Asylbewerber ans Herz. „Es sind Menschen, die nach Schrecken und Leid hier Halt und Zuspruch suchen.“ Das CVJM-Projekt zeige ebenso wie das Engagement des Präventionsrates, dass eine Integration der Menschen aus der Fremde – gleich welcher Nationalität und Hautfarbe – in einem freundschaftlichen Miteinander münden könne. Stellvertretend für die rund 120 Asylbewerber, die in Rahden leben, stellte Schulte einige wenige auf der Bühne vor, die vor allem ein Ziel haben: Erst einmal Deutsch zu lernen, um am städtischen Leben teilzunehmen. „Wer den Kontakt zu den Asylbewerbern sucht, wird freundlich begrüßt und angenommen“, motivierte Schulte, aufeinander zu zugehen.

Auch musikalisch griff der Gottesdienst die Vielfältigkeit Rahdens auf. Erhabene Klänge des Posaunenchores einhergehend mit sanften Harfe-Melodien der erst 15-jährigen Jule Müller sowie afrikanische Rhythmen, die zwei Asylbewerber mit Trommeln und einem selbst gebauten Instrument präsentierten, zeigten, dass Musik Gemeinschaft stiftend und verbindend sein kann.

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