Zahl der Hilfesuchenden steigt weiter an

Immer noch gesucht: Flüchtlingswohnungen

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Mediengruppe Kreiszeitung

Rahden/Stemwede - Von Katharina Schmidt. Auf der Flucht vor Gewalt, Krieg oder Verfolgung kommen täglich neue Flüchtlinge nach Deutschland. Die Hilfesuchenden aufzunehmen, stellt die Kommunen im Kreis Minden-Lübbecke vor Herausforderungen. Die alte Käthe-Kollwitz-Realschule in Minden, die kurzerhand zu einer Notunterkunft für 135 Flüchtlinge umgerüstet wurde, und der Bau einer Wohnanlage für 32 Asylbewerber innerhalb von vier Wochen in Espelkamp sind nur zwei Beispiele für die Brisanz der Lage. Auch an Stemwede und Rahden zieht der Flüchtlingsstrom nicht spurlos vorbei, wie eine Nachfrage bei den Verwaltungen zeigt.

In Rahden leben laut Ordnungsamtleiter Uwe Trentelmann derzeit rund 135 Flüchtlinge aus mehr als 20 Nationen. 19 von ihnen kamen im Juli in die Auestadt und die umliegenden Ortschaften. Zum Vergleich: Im gesamten Jahr 2010 suchten Informationen des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) zufolge nur 36 Menschen in Rahden Zuflucht. Was geeignete Wohnungen für die Hilfesuchenden angeht, habe man noch ein paar Reserven, so Trentelmann. Doch Wohnraum werde „schon knapp“. Man bemühe sich, weitere Unterbringungsmöglichkeiten zu finden.

Die vielen Flüchtlinge sind auch eine finanzielle Belastung – doch „bis jetzt sind wir im Etat“, informiert Trentelmann. Allerdings wisse er nicht, ob sich die Lage in den kommenden Monaten verschärfen werde. Sollte das der Fall sein, könnte das Geld knapp werden.

In Stemwede haben laut Verwaltungs-Mitarbeiter Reiner Benker 134 Flüchtlinge ein vorübergehendes Dach über dem Kopf gefunden (Stand 31. Juli), doch die Zahl der Hilfesuchenden ändere sich fast täglich. In diesem Jahr sind Benker zufolge 59 Flüchtlinge in die Flächengemeinde gekommen, 13 davon im Juli. Damit haben im vergangenen Monat nur 20 Menschen weniger Zuflucht in der Flächengemeinde gesucht als im kompletten Jahr 2010.

Die Gemeinde konnte laut Benker einige Wohnungen anmieten und die Wohnsituation somit entzerren. Trotzdem suche die Verwaltung nach weiterem Wohnraum.

Für das Jahr 2015 geht die aktuelle Prognose des BAMF angesichts weiterer Krisenherde von einem Anstieg der Flüchtlingszahlen auf 400000 Erstanträgen aus. Bis Ende Juni hat das Bundesamt rund 160000 solcher Anträge entgegengenommen. Allein Nordrhein-Westfalen rechnet in diesem Jahr mit 100000 Flüchtlingen – das wären mehr als doppelt so viele wie im Jahr 2014.

Laut BAMF stammt ein Viertel aller Flüchtlinge, die nach NRW kommen, aus Syrien. Zu den häufigsten Herkunftsländern zählen zudem Albanien (etwa 16 Prozent) und Afghanistan (neun Prozent).

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