WM-Pokal lockt knapp 2000 Menschen in den United-Park / Kinder dürfen sich selbst wie Weltmeister fühlen

„Gänsehaut pur“

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Ganz nah am WM-Pokal (v.l.): Manuel Richter, Danny Klippenstein, Daler Schönberg und Fynn Franzrahe.

Varl - Von Katharina Schmidt. WM-Feeling pur: Gut 2000 Menschen begaben sich gestern in Varl auf einen Kurztrip zurück zum 13. Juli 2014 – dem Tag, an dem die deutsche Fußball-Nationalmannschaft zum vierten Mal Weltmeister wurde. Mit zwei Trucks und dem WM-Pokal im Gepäck machte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) im Rahmen seiner Ehrenrunde Halt in Varl.

„Innerhalb von wenigen Sekunden stellen sich alle Haare auf. Gänsehaut pur“, beschrieb Union-Varl-Vorsitzender Ulrich Eikenhorst den Gang durch die Trucks. In Elfergruppen – eine Mannschaftsstärke – betraten die rund 2000 Besucher die Mini-Ausstellung.

Der „Anstoß“ fiel in einem stockfinsteren Raum. Kommentatorenstimmen ließen dort die letzten Minuten der entscheidenden Partie gegen Argentinien Revue passieren. Lediglich Buchstaben auf Bildschirmen begleiteten die Stimmen mit prägnanten Worten: Tor, Götze, 1:0.

Dann ging die nächste Tür auf und dort stand er: der WM-Pokal, geschützt in einer Glasvitrine. Noch schnell ein Foto mit der goldenen Trophäe, dann endete der Kurztrip nach Brasilien auch schon, für den mache mehr als eine Stunde in der Schlange standen. Hinter der Ausgangstür informierten Schilder über Schiedsrichter, Profi-Fußballer und den Wert von Ehrenamtlichen.

„Der Pokal ist echt sehr schön. Ich hatte Tränen in den Augen“, sagte die 15-jährige Anna Marie Bödecker aus Tonnenheide am Ausgang der WM-Reise. Ihr Vater Andre hatte sie begleitet. „Es war ein bisschen kurz, aber eine besondere Erfahrung, den Pokal hautnah zu sehen“, fand er.

Auch Manuel Richter, Danny Klippenstein, Daler Schönberg und Fynn Franzrahe, alle zwölf Jahre alt, haben einen Blick ins innere des Trucks geworfen. „Es war toll“, fand Danny. „Der Bass war cool“, merkte Fynn mit Blick auf das Sound-System an.

Rund um die Fahrzeuge des DFB im United-Park hatte das Organisationsteam einiges auf die Beine gestellt – unter anderem jede Menge Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden. Besucher konnten Tischtennis spielen, eine Kletterwand erklimmen, Rodeo auf einem Fußball anstatt auf einem Bullen reiten oder Bogenschießen. Torwandschießen und kleine Fußball-Partien animierten zum Kicken.

In einer eigenen kleinen Weltmeisterschaft traten die Jungen und Mädchen der Kindergärten Wilde 13, Bärenhöhle und Löwenzahn gegeneinander an. Dabei waren sie getreu der Aussage von Bundestrainer Joachim Löw „alle Weltmeister“. Für einen kurzen Moment durften die Kinder sogar den WM-Pokal in die Höhe strecken, wie der damalige Kapitän der Nationalelf Phillipp Lahm vor gut einem Jahr – allerdings mussten sich die jungen Gewinner mit einer Kopie begnügen.

Franz Beckenbauer alias Kandy May moderierte die Siegerehrung. Schon im Bewerbungsvideo der Union Varl, das den DFB in den Ort lockte, glänzte er in der Rolle des ehemaligen Fußballspielers und -trainers. Auf der Bühne stand zudem die „United-Mix-Band“, die sich extra für den WM-Tag aus Karnevalisten der Union zusammengefunden hatte. Ohne eine Spur von Lampenfieber schmetterten sie unter anderem die Dorf-Hymne „Hey Varl, du Dorf am Schnakenpohl“.

Eine Gesundheitsmesse, Spielstationen für Kinder, eine Ballonkünstlerin, Breitensport-Vorführungen, ein Zumba- und ein Trommel-Workshop, Trabbi-Touren durch Varl, eine Modenschau und Sketsche rundeten das Programm ab.

Miriam Pöttker vom Organisationsteam, das im Kern rund 15 Helfer umfasst, zeigte sich gestern zufrieden: Die letzten Wochen der Vorbereitungen seien zwar stressig gewesen, aber es habe sich gelohnt. Eikenhorst würdigte alle Helfer: „Wenn man eine Familie aufbaut, so wie wir in den letzten Jahrzehnten, erntet man irgendwann so etwas“, sagte er stolz. Mit dem Dreh des Bewerbungsvideos sei damals ein Prozess angestoßen worden, „der an Dynamik gar nicht mehr aufzuhalten war“.

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