Winfried Hedrich präsentiert Bildband über Rahden und die Ortschaften / Teils unveröffentlichte Fotografien

Ein Stück Nostalgie

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Winfried Hedrich hat schon zahlreiche Bücher zusammengestellt. Sein neustes Werk ist „Rahden in alten Fotografien“.

Rahden - Von Katharina Schmidt. Die Stadt Rahden und die dazugehörigen Ortschaften haben sich im vergangenen Jahrhundert verändert. Wie stark, das wird bei einem Blick in Winfried Hedrichs neuestes Buch deutlich. Rund 160 zum Teil unveröffentlichte Fotografien erinnern darin an Zeiten, in denen das Hotel Braun das Stadtbild prägte und in der alten Post reger Betrieb herrschte.

Der Bildband „Rahden in alten Fotografien“ beinhaltet etwa 160 Schwarz-Weiß-Bilder, sortiert nach den Ortschaften. Sie zeigen Motive, die das Leben von damals charakterisieren. Darunter Fachwerk-Fassaden, Mühlen, Höfe, historische Familienfotos oder Handwerker, die ihrer Arbeit nachgehen. Erklärende Texte komplettieren die Seiten.

„Das Besondere ist, dass Bilder zur Verfügung gestellt wurden, die man sonst nie zu Gesicht bekommen hätte“, erklärt Hedrich. „Rahden in alten Fotografien“ ist bereits der zwölfte Bildband des 80-Jährigen. Sein voriges Werk, das vor etwa einem Jahr auf den Markt kam, sei auf großen Zuspruch gestoßen. Viele hätten ihm erzählt, dass auch sie alte Fotografien besitzen, erzählt Hedrich. So sei die Idee zu „Rahden in alten Fotografien“ entstanden.

Etwa 50 der Bilder stammen aus Privatbesitzen. Ein halbes Dutzend Rahdener trugen Hedrich zufolge zum Buch bei. Besonders hebt er den ehemaligen Rahdener Christian Rackien hervor. Er reichte mehr als 50 Bilder ein, 25 davon finden sich in dem Buch wieder. Heraus sticht zudem Ingo Hackstedt aus Stemwede, der historische Postkarten zur Verfügung stellte.

Hinzu kommen Fotografien aus dem Stadtarchiv und zehn Bilder von Hedrich persönlich. Für das Buch hat sich der Rahdener durch unzählige Dias gewühlt, Aufnahmen ausgewählt, abfotografiert und zusammengefügt. Viele Fotografien hat er am Computer aufgehellt, um Details sichtbar zu machen.

Zu nahezu allen Bildern kennt Hedrich Geschichten. Darunter einige, die fast in Vergessenheit geraten sind. Er erzählt zum Beispiel über den Hobby-Uhrmacher Heinrich Lüchtemeier, der in Tonnenheide auch als „Glocken-Heiland“ bekannt war. Oder eine originelle Windmühle in Varl, kaum höher als ein Mensch, deren Dach mit Reet gedeckt war. Zudem tauchen in einem Feuerstättenverzeichnis von 1733 am Ende des Buches viele Nachnamen auf, die noch heute im Telefonbuch zu finden sind.

Hedrich zufolge gibt es im Augenblick ein „ein nostalgisches Gefühl“. Viele seien interessiert an der Vergangenheit. Der Rahdener selbst bedauert, dass alte Gebäude „voreilig“ abgerissen wurden.

Winfried Hedrich lebt seit 1973 in Rahden. Er war als Diplomingenieur im Maschinenbau und als Mitarbeiter einer Zeitung tätig. „Mein Vater hat sein Geld viel mit Fotografie verdient“, erzählt er von seinen ersten Begegnungen mit der Kamera. So habe er früh das Arbeiten in der Dunkelkammer kennengelernt. „Richtig angefangen habe ich dann mit 16 Jahren“ – dem Alter, in dem er seine erste Leica bekam. Noch heute fotografiert Hedrich gerne.

Ein weitere Buch schließt er daher nicht aus. Genug Material gebe es: „Davon könnte man noch zehn Bücher machen.“

Die öffentliche Präsentation des Buches „Rahden in alten Fotografien“, das im Sutton-Verlag in einer Auflage von 1500 Exemplaren erscheint, ist am Dienstag, 24. November, um 18.30 Uhr in der Stadtsparkasse Rahden. Zugleich wird eine Ausstellung mit 20 Fotografien des Buches, die vergrößert bis zum Jahresende die Galerie der Sparkasse zieren, eröffnet. Die Schulband des Gymnasiums der Stadt Rahden wird die Ausstellungseröffnung musikalisch begleiten.

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