Windenergie in Rahden: Neun Flächen werden untersucht

„Weher Bruch“ ist raus

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Im „Weher Bruch“ wird es keine Windkraftanlagen geben.

Rahden - Von Melanie Russ. Den Bau von Windkraftanlagen in gewissem Umfang erlauben muss die Stadt Rahden. Mit einer Änderung des Flächennutzungsplans zur Ausweisung von Konzentrationsflächen für Windenergieanlagen möchte sie allerdings steuern, wo die Anlagen entstehen sollen, um eine „Verspargelung“ zu verhindern. Wie berichtet waren nach der frühzeitigen Beteiligung von Öffentlichkeit und Behörden die Potenzialflächen „Spreenbruch“ in Pr. Ströhen und „Nuttelner Bruch“ in Tonnenheide komplett sowie die Flächen „Beekebruch“ in Sielhorst und „Fledderbruch“ in Varl in Teilen aus den Planungen herausgefallen.

Weil durch die reduzierte Fläche die Gefahr besteht, dass die Stadt der Windenergie nicht den vom Land geforderten „substanziellen Raum“ zur Verfügung stellt, wurden die Ausschlusskriterien FFH-Gebiet und Naturschutzgebiet aufgegeben, wodurch nun auch die Suchgebiete „Weher Fledder“ und „Brandheide“ in Tonnenheide in die Auswahl kamen.

Eine artenschutzrechtliche Erhebung hat inzwischen allerdings ergeben, dass im „Weher Fledder“ mit „erheblichen artenschutzrechtlichen Zulassungshemmnissen“ zu rechnen wäre. Das Schutzgebiet besitzt laut Untersuchung aufgrund der vorhandenen Grünlandflächen eine besondere Funktion als Lebensraum und Trittsteinbiotop für Wiesenvögel. Bei einer ergänzenden Brutvogelerfassung in diesem Jahr wurden eine Brut des Großen Brachvogels im Zentrum des Schutzgebietes sowie Brutstätten von Feldlerche und Heidelerche nachgewiesen. Im Umfeld brüten demnach zudem mehrere Kiebitzpaare. Der „Weher Fledder“ wurde darum im aktuellen Entwurf zur Flächennutzungsplanänderung nicht berücksichtigt.

Anders sieht es im Bereich „Brandheide“ aus. Zwar wurden auch hier Feld- und Heidelerche sowie rastende Kraniche und Graugänse beobachtet, der Rotmilan wurde allerdings nicht nachgewiesen. Artenschutzrechtliche Konflikte seien nicht ausgeschlossen, allerdings gälten die genannten Arten nicht als besonders empfindlich.

In der Verlosung sind somit derzeit neun Teilflächen in den Suchgebieten „Tielger Bruch“, „Filger Bruch“, „Beekebruch“, „Fledderbusch“ und „Brandheide“, die insgesamt 97,53 Hektar umfassen. Laut artenschutzrechtlicher Erhebung sind für diese Flächen „derzeit keine unüberwindbaren artenschutzrechtlichen Hindernisse erkennbar, die der Nutzung als Standort für Windenergie grundsätzlich entgegenstehen“.

Die Details dieser veränderten Flächenkulisse sollen am Donnerstag, 5. November, ab 17 Uhr in der Sitzung des Bauausschusses in der Gymnasiumsaula vorgestellt werden.

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