Kleinendorfer Landfrauen unternehmen Familienwanderung mit Dr. Inge Uetrecht

Von der Wiese in die Küche

Dr. Inge Uetrecht (l.) machte bei der Wanderung entlang der Großen Aue in Kleinendorf auf heimische Wildkräuter aufmerksam und lieferte somit Anregungen für die Küche oder natürliche Heilmittel. - Fotos: Bokelmann

Kleinendorf - Der Geschmack von Kamille und Pfefferminze ruft bei vielen Erinnerungen an Krankheiten wach. Doch die heimische Natur hat deutlich mehr zu bieten, als diese beiden Heilpflanzen. So lassen sich Gelees aus Löwenzahn oder Buttervariationen mit Bärlauch herstellen. Bei einem Streifzug durch Kleinendorf lernten die Teilnehmer einer Wanderung mit Dr. Inge Uetrecht am Dienstag diverse Wildkräuter kennen.

Beim abschließenden Büfett gab es eine große Auswahl an Köstlichkeiten, die allesamt mit heimischen Kräutern zubereitet waren.

Rund 30 Naturinteressierte hatten sich auf Einladung der Kleinendorfer Landfrauen auf dem Hof der Familie Kröger eingefunden und starteten einen rund zwei Kilometer langen Marsch entlang der Großen Aue. Da die Wanderung als Familientag ausgelegt war, „sollen alle zu ihrem Recht kommen“, unterstrich Inge Uetrecht. So zeigte sie den Kindern Insekten und erläuterte ihnen deren Funktion in der Natur. „Es gibt Vieles zu entdecken“, lud die zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin aus Stemwede ein, die Natur mit allen Sinnen zu erleben und nebenbei Anregungen für die Küche mitzunehmen. „Im Mai zeigt sich die Natur sehr vielfältig“, machte Uetrecht deutlich und wies während der Wanderung auf verschiedene Pflanzen.

So kosteten die Teilnehmer unter anderem Wiesensauer-ampfer. Die Pflanze aus der Familie der Knöterichgewächse habe einen „gewöhnungsbedürftigen Geschmack“, warnte Uetrecht. „Voll sauer und bitter“, kommentierten einige Kinder das Geschmackserlebnis, das Uetrecht zufolge darauf zurückzuführen sei, dass „viele es nicht mehr gewohnt sind, unverarbeitete Lebensmittel zu essen“. Dadurch würden einige Aromen in Vergessenheit geraten.

Ihr Wissen um die Natur gaben auch die Landfrauen weiter. Denn auch die Wurzeln des Sauerampfers ließen sich verwenden und zwar als Färbemittel für die Haare, wussten die Frauen.

Über die nahezu unberührte Natur, die sich den Familien aufgrund der Nähe zum Naturschutzgebiet bot, informierte Wilhelm Kröger als Vorsitzender des Wasserverbands „Große Aue“. „Seit mehr als 30 Jahren beschäftigt uns die Renaturierung der Aue“, sagte Kröger und erinnerte unter anderem an die kostspielige Errichtung der Fischtreppe „Hespos“ in Hann. Ströhen und die Auflagen durch die Wasserrahmenrichtlinie. Ziel der Maßnahmen sei es, eine naturnahe Gewässerlandschaft herzustellen, denn ursprünglich handelt es sich bei der Großen Aue um einen Kanal und kein natürliches Fließgewässer. Durch die Renaturierung soll die Eigendynamik des Flusses erreicht werden.

Inge Uetrecht lenkte den Blick vor allem auf die Blüten, denn „manchmal ist es besser abzuwarten, um Verwechslungen auszuschließen“, so die studierte Gartenbauarchitektin und selbsternannte Kräuterfrau. „Gerade unter den Doldenblütlern gibt es giftige Exemplare“, informierte sie über wichtige Kennzeichen, die es beim Sammeln heimischer Kräuter zu beachten gelte.

Eine Herzensangelegenheit ist es Uetrecht, die Teilnehmer ihrer Wanderungen wieder an die Natur heranzuführen, erklärte sie. „Ich möchte Erwachsenen und Kindern Hemmungen nehmen, Pflanzen anzufassen“, so Uetrecht. „Wir leben zwar mitten in der Natur, aber wir können immer wieder etwas dazulernen“, hatte auch Karin Kelting von den Landfrauen bei ihrer Begrüßung betont.

Beim abschließenden Büfett gab es eine große Auswahl an Köstlichkeiten, die allesamt mit heimischen Kräutern zubereitet waren.

Die Gruppe lernte bei den zahlreichen Stopps während der fast dreistündigen Wanderung unter anderem das Wiesenschaumkraut und die Knoblauchrauke kennen. Aus dieser hatten die Kleinendorfer Landfrauen im Vorfeld bereits Kräuterbutter hergestellt, die neben weiteren Delikatessen auf dem Büfett auf der Diele bei Krögers Platz gefunden hatte. In dessen Genuss kamen die Männer, Frauen und Kinder zum stärkenden Abschluss ihres Ausflugs. Neben Gebäck mit Kräutern bot sich die Gelegenheit, Mascarpone mit Blütenblättern oder frisches Landbrot zu genießen.

abo

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