Ingrid Firus und Hans-Joachim Gronau stellen in der Stadtbücherei aus

Wertschätzung erfahren

Hans-Joachim Gronau und Ingrid Firus zeigen einige Werke, die von Dienstag, 24. Mai, an in der Stadtbücherei Rahden zu sehen sind. Gronau arbeitet gerne mit kräftigen Farben und Federn. Firus gestaltet ihre Werke vorwiegend mit Filzstiften. - Foto: Wittekindshof/Patzer

Rahden - „Ich bin auch eine Künstlerin”, stellte Ingrid Firus bei einem Spaziergang der Tagesstrukturierenden Angebote (TSA) des Wittekindshofes in Rahden fest. Die Seniorin beobachtete einen Künstler, der die Stromkästen in der Stadt bemalte. Die Idee zu einer eigenen kleinen Ausstellung war geboren. Diese wird am Dienstag, 24. Mai, um 15 Uhr in der Stadtbücherei, Am Schulplatz 1, eröffnet. Bis zum 24. Juni sind die Bilder zu sehen.

Renate Oppermann, zuständige Mitarbeiterin der TSA Rahden im Haus Aleida der Diakonischen Stiftung Wittekindshof, leitete alles in die Wege. „Denn Menschen mit Behinderung haben genauso ein Recht, ihre Bilder auszustellen, wie alle anderen“, betont sie. Über einen Bewohner, der regelmäßig Bücher ausleiht, bestand bereits guter Kontakt zur Stadtbücherei. Dort fragte Oppermann an, ob einige Bilder ausgestellt werden können. Sie rannte offene Türen ein. Für die Gestaltung der Ausstellung und die Auswahl der Bilder holte sie sich fachmännische Beratung von Addi Schaefers Frau Monika vom Bürgerverein Gestringen.

35 Werke werden von Dienstag an zu sehen sein. Aber nicht nur Ingrid Firus stellt aus. Auch Werke von Hans-Joachim Gronau werden zu sehen sein. Beide Bewohner des Wittekindshofes sollen Wertschätzung für ihr Schaffen erfahren. „Wir haben uns entschieden, Bilder von Ingrid Firus und Hans-Joachim Gronau zu zeigen, weil sie beide in ihrer Freizeit zum Malen gekommen sind“, erklärt Oppermann. „Sie haben einen eigenen Mal- und Gestaltungsstil gefunden, der nicht von außen vorgegeben worden ist.“ Sowohl Firus als auch Gronau besäßen die Kreativität, auf einem leeren Blatt Papier etwas Eigenes ohne Vorlage zu schaffen und aus verschiedenen Materialien Neues zu kreieren.

Ingrid Firus malt besonders gerne anlass- oder jahreszeitbezogen. „Das macht Spaß und Freude“, stellt die Seniorin zufrieden fest. Sie habe keine Lust, sich zu langweilen. „Ich will Beschäftigung, ich will etwas zu tun haben.“ Jeder in ihrem Bekanntenkreis erhält zum Geburtstag ein Bild mit Brief oder eine selbst gestaltete Karte. Denn neben der Malerei ist das Schreiben ein großes Hobby der 80-Jährigen.

Auf ihren Bildern finden sich häufig Motive aus der Tier- und Pflanzenwelt, aber auch Gebäude malt sie mit Leidenschaft. Etwa die, in denen sie auf dem Wittekindshofer Gründungsgelände in Bad Oeynhausen-Volmerdingsen gewohnt hat. Am liebsten malt Firus mit Filzstiften. Damit hat sie ihre ganz eigene Technik entwickelt. Ihre Stimmung ist an den ausgewählten Farben zu erkennen.

Hans-Joachim Gronau greift mit Vorliebe tief in die Farbpalette. Seine Bilder sind bunt, kräftig und lebensfroh. Gerne arbeitet er mit Farbabstufungen, wenn er mit dem Bleistift vorgezeichnete Quadrate ausmalt. Er ist experimentierfreudig. Und so wundert es niemanden, dass der 69-Jährige seine Leidenschaft, Federn zu sammeln, und sein Hobby Malen miteinander verbunden hat. Er findet kreative Wege, die Feder in seine Werke einzuarbeiten und dreidimensionale Objekte zu schaffen. Er lässt sich auf neue Maltechniken ein, benutzt vorwiegend Acryl- und Wasserfarbe.

„Bei diesem Projekt stehen keine pädagogischen oder therapeutischen Ziele im Vordergrund. In ihrem Hobby haben Ingrid Firus und Hans-Joachim Gronau sich Freiräume geschaffen. Der eigene Stil soll präsentiert werden. Es gibt kein Richtig oder Falsch, kein Schön oder Hässlich. Durch die Ausstellung wollen wir unseren Beitrag zur gelebten Inklusion leisten, Kompetenzen von Menschen mit Behinderung aufzeigen und Vertrautheit fördern“, sagt Renate Oppermann.

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