Wehrführer der Rahdener Stadtwehr sorgt sich um die Tagesbereitschaft

Mehr Arbeit für Feuerwehr

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In Pr. Ströhen löschten die Helfer im Juni den Anbau einer Tischlerei und retteten damit die Fertigungshalle. Archivfoto: abo

Rahden - Rund 4100 Stunden leisteten die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Rahden von November 2014 bis November 2015. Bei 204 Alarmierungen rückten die Feuerwehrkräfte zu 153 Einsatzstellen aus und waren damit häufiger gefordert als noch im Vorjahr mit 82 Einsätzen. Die Bedeutung der Arbeit der Ehrenamtlichen unterstrichen Wehrführer Mark Ruhnau und sein Stellvertreter Carsten Kunter in ihrem Bericht.

Von den insgesamt 44 Bränden sind einige den Feuerwehrmitgliedern besonders im Gedächtnis geblieben, sagte Rahdens Löschzugführer Kunter. Anfang April hatte der Dachstuhl der Gaststätte „Krug zum grünen Kranze“ in Schmalge Feuer gefangen und damit die Traditionsgaststätte zerstört. Erst in dieser Woche hatten die Gastronomen wieder den Betrieb aufgenommen (wir berichteten). Nur drei Wochen später hatte dann der Dachstuhl der Gaststätte Bohne in Rahden gebrannt.

Verknüpft mit dem Bereich Tierrettung war die Feuerwehr mehrmals im Einsatz: Vom „größten Feuer des Jahres“ sprach Kunter in diesem Zusammenhang in Erinnerung an den Brand in Varl, Westerheide, wo Mitte August ein Schweinemaststall den Flammen zum Opfer gefallen war. Aber auch in Pr. Ströhen hatte ein landwirtschaftliches Anwesen Ende April gebrannt.

Zu den Bränden kommen 76 technische Hilfeleistungen in Form von Sturmschäden-Beseitigung, 24 Brandsicherheitswachen und neun sonstige Einsätze wie bei Wasserschäden und die Unterstützung beim Aufbau von Flüchtlingslagern. Der Schaden aller Einsätze beläuft sich auf rund 850000 Euro. „Die Summe der erhaltenen Werte ist deutlich höher“, betonte Kunter.

In seinem Jahresbericht erwähnte er ferner Verkehrsunfälle, bei denen insgesamt neun Verletzte an den Rettungsdienst übergeben worden waren. „Für zwei Personen kam die Hilfe zu spät“, bedauerte der Feuerwehrmann. 52 Mal wurden die Mitglieder bei Unwettern aktiv, unter anderem in Levern. „Wenn wir den Wetterprognosen glauben, müssen wir uns diesbezüglich sicher auf mehr Einsätze einstellen“, kommentierte Ruhnau.

Er berichtete zudem, dass weitere Aktivitäten zu verzeichnen waren und nannte beispielhaft die Begleitung von Umzügen der Schützenvereine sowie Martinsumzüge. Ferner hätten die Feuerwehrmitglieder Ordnungsdienste oder Brandsicherheitswachen bei Veranstaltungen in Rahden und den Ortschaften übernommen.

Bei der Mitgliederzahl sieht Ruhnau die Wehr „auf einem guten Weg“. Im Berichtsjahr hatte es 14 Neuaufnahmen, davon acht Aufstiege aus der Jugendfeuerwehr, gegeben und so gehören 196 Aktive zu den Reihen der Feuerwehr. Die sieben Frauen unter den Ehrenamtlichen sind im Löschzug Rahden und der Löschgruppe Wehe zu finden. Sorgen bereiten dem Wehrführer allerdings die Kräfte, die auch tagsüber verfügbar sind. Derzeit seien das 21 Feuerwehrmitglieder, die in Rahden ihre Arbeitsstelle haben. Diese gehören daher überwiegend dem Rahdener Löschzug an, in Sielhorst sind es drei, in Wehe fünf und in Pr. Ströhen drei Kameraden.

Mit Blick auf die Jugendfeuerwehr spricht Ruhnau von einer „massiven Verschiebung in Richtung Rahden“. So seien von den 50 Jugendlichen 38 in Rahden. Gerade in Pr. Ströhen würde er sich höhere Zahlen beim Nachwuchs wünschen. Dort wird am Pfingstsonntag das 90-jährige Bestehen des Löschzugs gefeiert, lud Ruhnau zur offiziellen Übergabe des neuen Gerätewagens nach Pr. Ströhen ein.

abo

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