In Wehe erleben Kinder mit allen Sinnen, was es heißt, ein Naturkind zu sein

Pädagogik mit Eseln und Meerschweinchen

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Eva Fuchs (l.) und Christina Hilgenberg wollen in Wehe zeigen, wie ein pädagogisches Konzept auf dem Land aussehen kann. Dazu gehören auch die Esel (v.l.) „Ulf“, „Cinderella“ und „Timidor“.

Wehe - Von Anika Bokelmann. Lernen, was Flora und Fauna für einen Stellenwert haben – damit kann man gar nicht früh genug beginnen. Im Bildungszentrum sowie der integrativen Tagesbetreuung des gemeinnützigen Vereins Naturkind Wehe begegnen Kinder der Natur. Und nebenbei wird die motorische, kognitive und soziale Entwicklung gefördert, erklären die Initiatorinnen Christina Hilgenberg und Eva Fuchs.

Sie wollen „neue Maßstäbe für die pädagogischen Angebote im ländlichen Raum setzen“. Noch steckt der Verein in den Kinderschuhen, doch die Idee schlummerte schon lang in Hilgenberg und Fuchs. Die Frauen haben sich während ihres Studiums der Pädagogik der Kindheit an der Fachhochschule in Bielefeld kennengelernt. „Unsere Dozentin hat uns unterstützt, damit wir unsere Ideen umsetzen können“, erinnert sich Fuchs. Die 37-Jährige aus Frotheim freut sich, dass die Fachhochschule nun Interesse an einer Kooperation signalisiert hat.

Anfang April haben die Frauen mit Helfern den ersten Spatenstich gemacht. Das rund zwei Hektar große Gelände an der Straße In den Sennen sei ideal, erklärt Hilgenberg, die in Wehe wohnt. Neben dem eingezäunten Bereich für die Tagespflege mit Sandkasten und einem Gemüsegarten gehört eine Wiese und ein Waldstück zum Gelände.

Wenn sich Naturkind etabliert habe, können sich Fuchs und Hilgenberg vorstellen, weitere Aktionen ins Leben zu rufen. Eine Scheune wird für das Bildungszentrum umgestaltet. Dort sollen auch andere Gruppen unterkommen. „Wir bieten nicht nur Sachen für Kinder, sondern für alle“, sagt Fuchs.

„Wir müssen einen Schritt nach dem anderen machen“, weiß Christina Hilgenberg, die sich freut, dass schon Kinder aus Espelkamp, Rahden und Lemförde in der Gruppe sind. Für 35 Stunden bieten die Frauen von montags bis freitags eine Großtagespflege. Sie kümmern sich um neun Kinder bis drei Jahren. „Jeder kann ein Naturkind werden“, unterstreicht Fuchs, dass auch Kinder mit erhöhtem Förderbedarf willkommen seien. Allerdings ist momentan nur noch ein Platz frei.

Die Arbeit wird vom Jugendamt unterstützt und „ist keine Konkurrenz zu den Kindergärten“, stellt Hilgenberg klar. Denn „wir wollen niemandem etwas wegnehmen“, so die 31-Jährige. Vielmehr sehen die Kindheitspädagoginnen ihr Projekt als Ergänzung. Daher suchen sie die Kooperation mit Kindergärten und Grundschulen: Sie bieten Eselwanderungen und einen Haustierführerschein. Beim naturpädagogischen Angebot unterstützen Kunstpädagogin Tabea Bothe und Reitlehrerin Sabrina Löchert das Team.

Zu Naturkind gehören ferner die Esel „Timidor“, „Cinderella“ und „Ulf“, Meerschweinchen und ein Kaninchen. In ein paar Wochen sollen noch drei Ziegen dazustoßen. Christina Hilgenberg nutzt zudem ihre Hunde für Therapien. Wichtig ist den Initiatorinnen, dass sie alles mit den Kindern gemeinsam machen und aktive Umweltbildung betreiben.

Für Sonnabend, 1. August, planen Eva Fuchs und Christina Hilgenberg ein Sommerfest als Tag der offenen Tür. Neben Kaffee und Kuchen sowie einem Grillabend halten die Kindheitspädagoginnen ein kreatives Angebot bereit, so Hilgenberg. Weitere Informationen zum Verein sowie Kontaktadressen gibt es im Internet unter

www.naturkind-ev.de

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