Wechsel von Superintendent Dr. Rolf Becker nach Hannover birgt Chancen

Der Kreis schließt sich

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Kurzfristig, aber wohlüberlegt: Mit einem lachenden und einem weinenden Auge wird Dr. Rolf Becker sein Büro räumen und sich neuen Herausforderung stellen.

Altkreis Lübbecke - Von der Theorie in die seelsorgerische Praxis und zurück – auf ganz anderer Ebene. Dieser Kreis schließt sich für Dr. Rolf Becker. Der Superintendent des Kirchenkreises Lübbecke bricht zum 1. Juni nach zwölfjähriger Amtszeit mit seinem Wechsel ins Projektbüro der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) nach Hannover zu neuen Ufern auf. Nun erläutert Becker seine Gründe und lässt auch die Zukunft des Kirchenkreises nicht außen vor.

„Das Angebot war eine unerwartete Chance. Mit 57 Jahren hat man meist Wurzeln geschlagen.“ Verwurzelt und verbunden wird das scheidende Oberhaupt des Kirchenkreises diesem auch weiter bleiben. „Denn meine Entscheidung ist nicht nur eine neue Herausforderung für mich, sondern auch eine große Chance für die Zukunft des Kirchenkreises Lübbecke.“

Seit September 2003 leitete der ehemalige Leverner Gemeindepfarrer und gebürtige Hüllhorster den Kirchenkreis mit seinen 19 Gemeinden. Zuletzt war Becker 2012 für acht Jahre wiedergewählt worden.

Ab Juni wird er zunächst als Historiker für die Erstellung des Heftes zum Lutherjahr 2017 zuständig sein. Daran werde sich eine Beteiligung am Thema „Kirche im Aufbruch“ anschließen. „Das ist die Chance, zukunftsorientiert strategisch an Kirchenreformen mitzuarbeiten“, freut sich der Theologe und promovierte Kunsthistoriker. „Ich habe aus der universitären Theorie für die Praxis gelernt und kann aus der langen Erfahrung nun Vieles mitnehmen.“ Doch ab und an dürfe er in Hannover den sonntäglichen Dienst auf der Kanzel verrichten.

„Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Viele Menschen und Kollegen sind mir ans Herz gewachsen“, so Becker. „Die Spuren, die man hinterlässt, sind für andere eher sichtbar als für einen selbst“, zeigt sich Becker berührt von den wertschätzenden Briefen, die ihn erreicht haben. „Vieles was man bewirkt hat, geschieht im Verborgenen.“

Er selbst sehe in erster Linie die vielen offenen Baustellen. Sein Nachfolger könne dort neue kreative Impulse setzen. Die Regelung von vakanten Pfarrstellen, die Begleitung der Diakonie, das Aufgreifen der Flüchtlingsfrage, die Kindergärten und Krankenhausseelsorge sind nur einige weitere Aufgaben, die auf Beckers Nachfolger zukommen. Die neuen Haushaltsrichtlinien, die bei der Herbstsynode thematisiert werden, machten die Kirchenarbeit zusätzlich spannend, meint Becker.

Der demografische Wandel und seine Folgen seien deutlich erkennbar. Mittlerweile verzeichne der Kirchenkreis einen Mitgliederschwund von rund 1200 Christen. „Dass hat nicht nur etwas mit Austritten zu tun.“ Die Schaffung verwaltungsmäßig größerer Einheiten mit vielfältigem Angebot sei daher ein Modell für die Zukunft. „Man muss den Spagat zwischen Kirche und heute schaffen.“

Konflikt- und Kommunikationsfähigkeit sowie Führungsqualitäten seien für das Amt des Superintendenten ebenso unabdingbar wie Visionen, so Becker auf die Frage nach dem Persönlichkeitsprofil geeigneter Kandidaten für das Amt. Es sei kein Einzelkämpferposten und man müsse die Fähigkeit haben, sich auf Vertraute einzulassen. Unerlässlich sei es, Kirche nach außen zu repräsentieren.

Dazu gehöre die Kompetenz, zu aktuellen Fragen Stellung zu nehmen. „Nicht zuletzt die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen, ist unabdingbar. Das habe ich mir selbst vor zwölf Jahren auferlegt und bis heute durchgehalten.“ Fünf Jahre praktische Berufserfahrung als Gemeindepfarrer seien für alle Kandidaten eine Grundvoraussetzung.

Becker selbst hat für seine Nachfolge kein Vorschlagsrecht. Das werde der einberufene Nominierungsausschuss in die Hand nehmen. Ob das neunköpfige Gremium das Amt öffentlich ausschreiben oder einen Nachfolgerkreis vorschlagen wird, sei noch offen.

Bis zur Wiederbesetzung des Amtes wird Beckers Stellvertreter, Pfarrer Friedrich Stork, die Geschicke des Kirchenkreises leiten. Dr. Rolf Becker wird am Sonntag, 7. Juni, um 17 Uhr in der Lübbecker St. Andreaskirche verabschiedet.

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