Wasserwerk Wehe versorgt ganz Rahden / Trinkwasser regelmäßig kontrolliert

Wie das Wasser in den Hahn kommt

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Im Wasserwerk in Wehe läuft alles vollautomatisch. Den Überblick über die Anlage hat neben den vier Angestellten Betriebsleiter Ludger Ellers.

Wehe - Von Anika Bokelmann. Rund 140 Liter Wasser verbraucht der Rahdener durchschnittlich am Tag. Zwischen 16 und 22 Uhr steigt die Wassermenge deutlich an, berichtet Ludger Ellers bei einem Rundgang durch das Wasserwerk in Wehe. Von dort werden die Kernstadt und die Ortschaften mit dem lebenswichtigen Element versorgt.

Betriebsleiter Ellers weiß, dass der Anstieg bei hohen Temperaturen gegen Abend steigt. „Dann fangen alle an, ihren Rasen zu sprengen“, sagt er. „Leider auch oft die ganze Nacht über“, mahnt er, beim Verbrauch maßvoll zu handeln und die Ressourcen zu schonen.

Das Problem mit der Gartenbewässerung sei größer geworden, seitdem das Oberverwaltungsgericht in Münster vor rund drei Jahren eine neue Verordnung erlassen habe, sagt Ellers. Seitdem falle die „Bagatellgrenze“ weg – früher sei Wasser, das im Garten verbraucht wurde und nicht in die Kanalisation floss, erst ab dem 16. Kubikmeter nicht mehr gebührenpflichtig abgerechnet worden. Nach dem Urteil müssen Gemeinden nun schon bei geringen Wassermengen die Schmutzwassergebühr abziehen. „Dadurch wird der Nebenzähler natürlich attraktiver“, erklärt Ellers.

Zwar stehe dem Wasserwerk trotz sinkendem Spiegel genügend Grundwasser zur Verfügung, aber die Filteranlagen könnten bei zu großem Verbrauch nicht so schnell nacharbeiten. Daher arbeitet das Rahdener Wasserwerk im Verbund mit den Betrieben der Gemeinde Stemwede, der Stadt Espelkamp und dem Wasserwerk in Wagenfeld. „So können wir uns gegenseitig helfen“, sagt Ellers.

Das Trinkwasser wird alle zwei Wochen überprüft und ist laut Ellers von hoher Qualität. Die so genannten Rohrnetzproben werden im 14-tägigen Rhythmus an verschiedenen Kontrollstellen wie beispielsweise dem Rathaus oder Krankenhaus genommen. Experten prüfen neben dem pH-Wert und der Trübung in erster Linie, ob sich Bakterien im Trinkwasser befinden. Darüber hinaus ermitteln sie die Nitrat-, Magnesium-, Kupfer- und Eisenwerte.

Mit einem Wert von 6,7 Grad dh (deutsche Härte) bestätigt das prüfende Labor aus Bielefeld dem Wasserwerk Rahden weiches Wasser. Denn bis zu einem Wert von 8,4 gilt dieser Härtebereich. Daher würden Kaffeemaschinen und Wasserkocher in der Region auch selten verkalken, erklärt Ellers. Den Härtegrad des Wassers würden insbesondere Teetrinker bemerken, weiß er aus eigener Erfahrung. Denn wenn einmal das Wasser aus Espelkamp bezogen werde, schmecke der Tee anders als sonst.

Zudem gibt es einmal im Jahr eine Überprüfung des Grundwassers. Diese erfolgt direkt an den sechs Brunnen, die bis zu 30 Meter tief in der Erde und quer zur Hauptwassergrundströmung (von Südost nach Nordwest) liegen. „So bekommen alle Brunnen ausreichend Wasser“, sagt Ellers. Bei den Proben gibt es mehrere Messungen. „Fällt nur eine negativ aus, wird der gesamte Bereich danach eingestuft“, erklärt Ludger Ellers die Tatsache, dass Rahden unter die Kategorie „schlechter Grundwasserkörper“ fällt. Denn in zwei Brunnen des Eigenbetriebs der Stadt habe es schon immer zu hohe Nitratwerte gegeben (über 50 mg/Liter).

Woran das liegt, kann Ellers nicht sagen. „Die Landwirtschaft kann es nicht sein“, sagt er. Denn in den Brunnen im Außenbereich, die im stark landwirtschaftlich geprägten Bereich liegen, sei kaum Nitrat nachzuweisen.

Von den Brunnen aus gelangt das Wasser dann in die zweispurige Filterstraße des Wasserwerks. Dort wird dem Wasser vollautomatisch Sauerstoff hinzugefügt und nicht gewünschte werden Stoffe herausgefiltert. Anschließend gelangt das Wasser in die Reinwasserbehälter. In zwei runden Behältern bleibt das Wasser stets in Bewegung. „So verhindern wir, dass sich Keime bilden, und halten das Wasser frisch“, erklärt Ludger Ellers den Prozess in den rund 1200 Kubikmeter fassenden Behältern im hinteren Bereich des Wasserwerks, wo das Trinkwasser vorgehalten wird. Aus dem Reinwasserbehälter fließt dieses schließlich ins Leitungsnetz und kommt beim Verbraucher an, sobald dieser den Hahn aufdreht.

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