Wanderausstellung über Pfarrer Ludwig Steil ab morgen in St. Johanniskirche

Erinnerungen an besonderen Widerstandskämpfer

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Alte Akten über das Leben von Ludwig Steil sowie große Transparente gehören zur Wanderausstellung, die morgen in der St. Johanniskirche in Rahden eröffnet wird. Pfarrer Udo Schulte freut sich, damit ein Stück Kirchengeschichte lebendig zu halten.

Rahden - Er war kritisch und setzte sich gegen den Ausschluss von Christen jüdischer Herkunft aus den Gemeinden ein. Das Wirken von Ludwig Steil während des Zweiten Weltkriegs hat ihm den Titel „Märtyrer der Evangelischen Kirche von Westfalen“ eingebracht.

Jetzt ist ihm in Rahden eine Ausstellung in der St. Johanniskirche gewidmet. Die Wanderausstellung, die morgen Abend eröffnet wird, erinnert an das Leben und Wirken von Pfarrer Steil zur Zeit des Nationalsozialismus. „Auch wenn Steil nie in der Gegend war, so ist er hier kein Unbekannter“, weiß Rahdens Pfarrer Udo Schulte. So habe sich der Ludwig-Steil-Hof in Espelkamp nach dem Widerstandskämpfer benannt. Dort wird die Wanderausstellung zum Ende des Jahres zu sehen sein, verrät Pfarrer Schulte.

Schon seit 1933 stand Ludwig Steil wegen seiner kritischen Äußerungen zum nationalsozialistischen Regime, denen zumeist auch Taten folgten, unter Beobachtung der Gestapo. Regelmäßig wurde er angegriffen. Im September 1944 wurde Steil verhaftet, in Dortmund und Herne interniert und im Dezember des gleichen Jahres in das Konzentrationslager Dachau deportiert. Im Januar 1945 verstarb Ludwig Steil dort nach schwerer Krankheit.

70 Jahre später richten der Lehrstuhl für Kirchengeschichte der Friedrich-Schiller-Universität in Jena und das Landeskirchliche Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen in einem Projekt den Blick auf die Biografie des Geistlichen, der sich im Kirchenkampf auf Seiten der Bekennenden Kirche engagierte.

Neben den zehn großen Transparenten, die mit Bildern und Texten den Lebensweg von Ludwig Steil nachzeichnen, gibt es im Rahdener Kirchenschiff historische Dokumente als Besonderheit zu sehen. Pfarrer Schulte freut sich über die Leihgaben des Landeskirchenarchivs aus Bethel – unter anderem sind in den Vitrinen in der St. Johanniskirche die Personalakte von Ludwig Steil sowie diverse Briefe des westfälischen Pfarrers an Verwandte zu sehen. Interessierte können die Ausstellung, die im Rahmen der Offenen Kirche angeboten wird, dienstags bis samstags von 11 bis 17 Uhr besuchen.

Zu diesen Zeiten sind auch Ehrenamtliche anwesend und geben Informationen zur Kirche. Bereits seit drei Jahren bietet das Gotteshaus in der Innenstadt die Möglichkeit zur Einkehr und Ruhe. Mit den Ausstellungen sollen noch mehr Leute angelockt und auf die Offene Kirche aufmerksam gemacht werden.

Zur Ausstellungseröffnung wird Diplom-Archivar Wolfgang Günther aus Bielefeld morgen ab 18 Uhr einen Vortrag über Ludwig Steil halten. Danach bleibt die Ausstellung bis Ende September in der St. Johanniskirche. Schulklassen, die Erklärungen zu den Stellwänden wünschen, können sich unter Telefon 05771/ 2348 an Pfarrer Schulte wenden.

abo

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